
Eine Rhizomsperre bzw. Wurzelsperre ist eine künstliche, physische Barriere im Boden. Sie verhindert, dass Pflanzen sich über unterirdische Wurzelausläufer oder Rhizome unkontrolliert ausbreiten. Die Sperre besteht meist aus stabilem Kunststoff oder Wurzelschutzvlies und wird ringförmig um die Wurzeln der Pflanzen gelegt.
Ziel der Sperre ist es, das Wachstum bestimmter Pflanzen räumlich zu begrenzen, ohne ihre Entwicklung zu beeinträchtigen. Besonders bei stark wuchernden Arten sorgt sie für Kontrolle und verhindert Schäden an umliegenden Gartenbereichen, Pflanzen und Gebäuden. In den meisten Fällen besteht eine professionelle Rhizom- oder Wurzelsperre aus Polypropylen (PP) oder hartem, bzw. verdichtetem Polyethylen (HDPE, auch zu finden unter PE-HD oder Hart-PE).
Beide Auswüchse sind Teil des Unterirdischen Pflanzensystems. Es gibt aber Unterschiede. Eine Wurzel ernährt die Pflanze, indem sie Nährstoffe sowie Wasser aufnimmt. Ein Rhizom hingegen ist ein eigenes Pflanzenorgan, das oft als Sprossachse beschrieben wird. Dieses Organ kann selbstständig eigene Wurzeln und Triebe bilden. Während Wurzeln bei allen Arten von Pflanzen vorhanden sind, treten Rhizome nur bei einigen Arten auf.
Rhizom- und Wurzelsperren kommen vor allem bei Pflanzen zum Einsatz, die sich stark über unterirdische Triebe ausbreiten. Typische Beispiele sind Bambusarten, aber auch einige Gräser oder Stauden benötigen Wurzelsperren. So setzt Du eine Wurzelsperre richtig ein:
Ob eine Wurzelsperre sinnig ist, ist von drei Faktoren abhängig:
Sollte mindestens einer dieser Punkte zutreffen, ist eine Sperre sinnvoll. Aber welche Pflanzen bilden auf jeden Fall große Rhizom- oder Wurzelsysteme und sollten eingedämmt werden? Hier haben wir ein paar der wichtigsten Gewächse für Dich zusammengestellt.
Ausläuferbildender Bambus
Bambus kommt in zwei unterschiedlichen Ausführungen vor. Zum einen die Arten, die kaum oder keine Ausläufer bilden. Ein Beispiel ist die Gattung Fargesia. Ihre Arten sind horstbildend und benötigen in der Regel keine Rhizomsperre.
Zum anderen gibt es die Bambuspflanzen, die unkontrolliert ganze Wäldchen bilden können. Letztere Arten sollten definitiv eine Wurzelsperre erhalten. Zu diesen wuchernden Exemplaren gehören zum Beispiel folgende Gattungen:
Die empfohlenen Rhizomsperren für Bambus bestehen aus HDPE-Bahnen mit 2 mm Stärke. Wie breit die Bahn ist (also wie tief sie in die Erde versenkt wird) ist von der Art des Bambus und der Erddichte bei Dir im Garten abhängig:
Der Ring für die Wurzelsperre sollte mindestens 2 Meter Durchmesser haben, damit der Bambus sich gut entwickeln kann.
Wenn Du Zweifel hast, dann nimm lieber die breitere Bahn. Zwar kostet das etwas mehr. Sollte Dein Bambus aber ungesehen unter der Sperre hindurchwuchern, musst Du mühevoll alle Rhizome ausgraben und eine neue Sperre einsetzen. Das kostet auf lange Sicht mehr - vor allem Zeit und Geduld.
Stark wachsende Ziergräser
Nicht nur Bambus verbreitet sich unterirdisch - auch manche Gräser können sich über Ausläufer verbreiten. Hier ein paar Pflanzen, die von Wurzelsperren profitieren:
Wuchernde Stauden
Nicht nur rhizombildende Pflanzen benötigen eine Sperre. Auch handelsübliche Stauden können zum Wuchern neigen. Folgenden Pflanzen solltest Du mit einer Wurzelsperre eingrenzen:
Für eine zuverlässige Funktion kommt es auf die richtige Installation an. Eine sorgfältige Installation entscheidet darüber, ob die Sperre langfristig wirksam bleibt:
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