FAQ

Rückschnitte & Pflegeschnitte

  • An meiner veredelten Pflanze (z. B. Rose, Obstbaum, Harlekinweide) wachsen Triebe unterhalb der Veredelungsstelle oder direkt aus dem Stamm. Was ist das?

    Diese Triebe sind mit hoher Wahrscheinlichkeit sogenannte Wildtriebe oder Unterlagentriebe. Sie stammen von der Wurzelunterlage, auf die die gewünschte Edelsorte (z. B. die spezielle Rosenblüte, die Obstsorte, die bunte Krone der Harlekinweide) veredelt (aufgepfropft) wurde.

    Diese Wildtriebe müssen unbedingt entfernt werden, da sie:

    • Sehr wuchskräftig sind und der Edelsorte Wasser, Nährstoffe und Licht wegnehmen.
    • Die Edelsorte überwuchern und verdrängen können.
    • Anders aussehen (Blätter, Dornen/Stacheln, Wuchs) als die Edelsorte.

    Entfernen der Wildtriebe

    :

    Reiße die Wildtriebe möglichst direkt an ihrer Austriebsstelle am Stamm oder Wurzelhals ruckartig ab. Ein Schnitt mit der Schere lässt oft schlafende Augen zurück, aus denen der Trieb erneut austreibt. Lege dazu ggf. den Wurzelhals etwas frei. Entferne diese Triebe so früh wie möglich, sobald Du sie entdeckst.

  • Wie schneide ich meine Himbeeren richtig?

    Der richtige Schnitt hängt davon ab, ob Du Sommer- oder Herbsthimbeeren hast:

    • Herbsthimbeeren (z. B. 'Polka', tragen am diesjährigen Holz): Schneide im Spätherbst (nach der Ernte) oder spätestens im zeitigen Frühjahr (Februar/März, vor dem Austrieb) alle Ruten komplett bodennah ab. Im Frühjahr wachsen neue Ruten, die noch im selben Jahr Früchte tragen.
    • Sommerhimbeeren (z. B. 'Glen Coe', tragen am letztjährigen Holz): Schneide direkt nach der Ernte im Sommer nur die Ruten bodennah ab, die Früchte getragen haben (das sind die zweijährigen, oft dunkleren Ruten). Lasse die neuen, kräftigen, grünen Ruten stehen, die sich in diesem Jahr gebildet haben. Diese tragen dann im nächsten Jahr die Früchte. Du kannst diese neuen Ruten im Herbst oder Frühjahr bei Bedarf etwas einkürzen, um die Verzweigung zu fördern.

    Umgang mit Ausläufern (Wildwuchs)

    Himbeeren bilden Ausläufer. Wenn diese zu weit von der Reihe entfernt wachsen, kannst Du sie einfach mit dem Spaten abstechen oder ausgraben. Du kannst kräftige Ausläufer aber auch zur Vermehrung nutzen oder eine Wurzelsperre bei der Pflanzung einbauen.

  • Meine Hecke (z. B. Buche, Liguster) ist im unteren Bereich kahl. Wie bekomme ich sie wieder dicht?

    Damit eine Hecke auch unten dicht bleibt und nicht verkahlt, ist der richtige Schnitt entscheidend. Das Problem entsteht meist durch Lichtmangel im unteren Bereich.

    • Trapezförmiger Schnitt: Schneide die Hecke immer so, dass sie unten etwas breiter ist als oben (Trapezform). So bekommen auch die unteren Zweige genügend Licht und können Blätter bilden.
    • Regelmäßiger Schnitt: Schneide die Hecke regelmäßig, bei stark wachsenden Arten wie Liguster oder Buche idealerweise zweimal im Jahr. Der Hauptschnitt erfolgt im späten Winter/frühen Frühjahr (Ende Februar/Anfang März), ein Formschnitt ist Ende Juni/Anfang Juli möglich.
    • Pflanzschnitt: Bereits nach der Pflanzung sollten Heckenpflanzen (besonders Liguster) kräftig zurückgeschnitten werden (um ca. 1/3 bis 1/2), um die Verzweigung von unten anzuregen.
    • Verjüngungsschnitt (bei starker Verkahlung): Bei älteren, stark verkahlten Hecken kann ein radikaler Rückschnitt helfen, die Pflanze zu regenerieren. Dies sollte im späten Winter erfolgen.
    • Pflege: Achte auf ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung.

    Bei Liguster kann Blattverlust nach dem Pflanzen im Herbst auch eine vorübergehende Stressreaktion sein. Mit guter Pflege und richtigem Schnitt wird die Hecke wieder dicht.

  • Wie ziehe ich einen jungen Baum zu einem Baum mit einer schönen Krone heran?

    Die Erziehung eines jungen Baumes zu einem Baum mit einer klar definierten Stammhöhe und einer gut aufgebauten Krone erfordert einige gezielte Schnittmaßnahmen über die ersten Jahre:

    1. Leittrieb fördern: Unterstütze den höchsten, mittleren Trieb (Leittrieb) mit einem Stützpfahl, damit er möglichst gerade nach oben wächst. Entferne Konkurrenztriebe, die direkt neben dem Leittrieb entstehen und ihm die Spitze streitig machen.
    2. Stammhöhe festlegen: Lass den Baum wachsen, bis der Stamm die gewünschte Höhe plus etwa 20–40 cm erreicht hat.
    3. Leittrieb kappen: Schneide den Leittrieb auf der gewünschten finalen Stammhöhe (z. B. 1,80 m oder 2,20 m) über einer nach außen weisenden Knospe ab. Dieser Schnitt stoppt das Höhenwachstum des Stammes an dieser Stelle und regt die Bildung von Seitentrieben direkt unterhalb der Schnittstelle an.
    4. Kronenaufbau: Aus den obersten Seitentrieben, die sich unterhalb der Kappstelle entwickeln, wählst Du 3–4 kräftige, gut verteilte Triebe aus, die das Grundgerüst der Krone bilden (Leitäste). Kürze diese Leitäste ggf. leicht ein, um die Verzweigung zu fördern.
    5. Seitentriebe am Stamm (Aufasten): Entferne nach und nach die unteren Seitenäste am Stamm, bis die gewünschte Stammhöhe frei ist. Tu dies nicht alles auf einmal, sondern über mehrere Jahre verteilt, beginnend von unten. Belasse zunächst dünnere Äste, da diese zum Dickenwachstum des Stammes beitragen.

    Dieser Prozess braucht Zeit und Geduld. Beachte auch spezifische Schnittempfehlungen für die jeweilige Baumart.

  • Warum sind meine Stauden so kurz abgeschnitten?

    Ein fachmännisch vorgenommener Rückschnitt der Stauden geschieht meistens von Ende Mai bis Ende August. Er sorgt dafür, dass die Wurzeln jetzt mit der Versorgung der oberirdischen Pflanzenteile nicht überfordert sind und die Pflanze genügend Kraft für das Anwachsen hat. Gerade in der Anwachsphase benötigen Stauden durch den höheren Energieverbrauch Unterstützung, sodass wir zum Wohle der Pflanzen bereits einen Pflegerückschnitt vorgenommen haben. Nach dem Einpflanzen werden Ihre neuen 'Gartenbewohner' schnell neu und schön kompakt austreiben.

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