Der Wasser-Hickory verbindet enorme Größe, hohe Widerstandskraft insbesondere gegenüber Hitze und Kälte, sowie eine enge Bindung an feuchte Landschaften mit Wasserfiltereigenschaften, wodurch er als Zukunftsgehölz in Zeiten des Klimawandels eine besondere Rolle einnimmt. Mit einer endgültigen Höhe zwischen 2000 und 3000 cm entwickelt er eine imposante Erscheinung, die von einer ausladenden, unregelmäßigen Krone geprägt ist. Die Breite reicht dabei bis 1500 cm, was den Baum zu einem echten Raumgestalter macht. Der Zuwachs liegt bei 30 bis 40 cm pro Jahr, sodass er trotz seiner späteren Mächtigkeit vergleichsweise langsam heranwächst. Charakteristisch ist sein spezielles Wurzelsystem: In der Jugend bildet er eine Pfahlwurzel aus, die in tieferen Bodenschichten in tellerartige Verzweigungen übergeht. Dieses Geflecht verleiht Stabilität, verankert (bot.) Carya aquatica in sumpfigen Arealen und trägt gleichzeitig zur Reinigung des Wassers bei. Die Rinde zeigt sich im Alter hellgrau bis hellbraun und löst sich in längeren Platten ab, was seine optische Wirkung zusätzlich verstärkt. Das Laubwerk besteht aus großen, bis zu 30 cm langen, gefiederten Blättern mit elliptischen, zugespitzten Fiederblättchen, die ganzrandig sind. Bis Spätsommer kleiden sie den Baum in ein tiefes Dunkelgrün, bevor sie im Herbst eine farbliche Wandlung zu Goldgelb bis Bronzetönen vollziehen und so eindrucksvolle Akzente in die Herbstlandschaft setzen. Die Blüten erscheinen im April und Mai in ährenförmiger Gestalt. Ihr Zierwert bleibt dezent, doch sie bereiten die Fruchtbildung vor. Aus ihnen entwickeln sich rundliche, hellbraune Nüsse in abgeflachter Form und rotem Fruchtfleisch. Für den Menschen sind diese Nüsse ungenießbar, doch sind sie ein echter Gewinn für zahlreiche Tiere: Vögel, Eichhörnchen und andere Wildtiere nutzen sie als wertvolle Nahrungsquelle. Damit fungiert der Wasser-Hickory zugleich als ökologisches Zentrum in seiner Umgebung. In Gärten, Parkanlagen oder an Straßenrändern bietet er zudem mit seiner dichten Krone erfrischenden Schatten. In Feuchtgebieten trägt er zur Stabilisierung des Bodens bei und wirkt durch seine Filterwurzeln regulierend auf die Wasserqualität und das Mikroklima. Als Solitärpflanze unterstreicht er die großzügige Dimension eines Grundstücks, während er in naturnahen Pflanzungen oder Mischungen mit Arten wie Eiche, Sumpfzypresse oder Ahorn für eine abwechslungsreiche Vegetation sorgt.
Für die Pflanzung empfiehlt sich ein Standort in voller Sonne und leichten Halbschatten, da der Wasser-Hickory mindestens mehrere Stunden direktes Licht pro Tag benötigt. Besonders gefragt ist ein feuchter bis nasser Untergrund, wobei der Boden tiefgründig, durchlässig und humos beschaffen sein sollte. Böden mit sandiger oder kiesiger Beschaffenheit sind ebenfalls geeignet. Kalkreiche Lagen sind zu vermeiden, da der Baum dort an Vitalität einbüßen kann. Mit einem Bedarf von nur einer Pflanze pro 30 m² verlangt er viel Platz, um seine Krone frei entwickeln zu können. Kurzzeitige Trockenphasen steckt (bot.) Carya aquatica problemlos weg, solange der Untergrund nicht vollständig austrocknet. Seine Frosthärte reicht bis -15 °C. Junge Exemplare sollten generell einen leichten Schutz erhalten. Seine Robustheit gegenüber Hitze macht ihn gleichzeitig zu einem idealen Kandidaten für urbane Bereiche, in denen er zur Abkühlung beiträgt und gleichzeitig das Stadtbild prägt. Auch Überschwemmungen toleriert er, da er aus natürlichen Auenlandschaften stammt und dort periodische Überflutungen gewohnt ist. In Pflegefragen zeigt er sich genügsam: Regelmäßiges Gießen in trockenen Sommern hält ihn gesund und frisch, während aufwendige Düngergaben nicht erforderlich sind. Schnittmaßnahmen verträgt er gut, sodass er bei Bedarf sowohl im Jugendstadium zu erziehen als auch im Alter auszulichten ist. Für eine erfolgreiche Etablierung sollte das Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen angelegt sein, wobei beim Wasser-Hickory auf eine korrekte Pflanztiefe zu achten ist.
Das Holz des Wasser-Hickory unterscheidet sich von anderen Vertretern der Gattung Carya. Es weist eine hellbraune bis rötliche Maserung auf, ist jedoch etwas grobporiger und weniger fein zu verarbeiten als das von Arten wie beispielsweise der Shagbark-Hickory. Dennoch besitzt es besonderen Wert: In den USA findet es traditionell Verwendung als Feuerholz oder zur Herstellung hochwertiger Holzkohle, die man dort aufgrund ihres hohen Energiegehalts und der aromatischen Rauchentwicklung sehr schätzt. Auch für Zäune, Werkzeuggriffe oder Fußböden ist die Nachfrage dieses Holzes groß. Die Nutzbarkeit kombiniert mit der ökologischen Bedeutung macht den Wasser-Hickory zu einem vielseitigen Gehölz, das zeitgleich eindrucksvoll die Umgebung veredelt.
