Die Weintraube 'Dornfelder' ® verspricht hohe Erträge der blauschwarz-violett gefärbten Früchte. Die langen Trauben geben den knackigen Beeren genügend Raum und hängen bereits ab Anfang September frohlockend von den schlanken Zweigen. Es sind vor allen Dingen der frühe Erntezeitpunkt, die Stabilität der Beeren und ihre einzigartig wertvollen Eigenschaften zum Keltern, vereint mit einem hohen Saftgehalt, die Kenner rasch von der Weintraube 'Dornfelder' ® überzeugen. Zum Bereiten von Wein eignet sie sich so gut wie nur wenige andere. Als Weintraube gilt sie als überaus beliebt und ist kaum anfällig für Wespenfraß.
Mit langsamen, aber sicheren Schritten
Ihre Ursprünge findet die Weintraube 'Dornfelder' ® in Baden Württemberg im Ort Weinsberg, genauer gesagt in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg. Dort wurde sie im Jahre 1955 von August Herold (1902 bis 1973) gezüchtet. Er kreuzte dazu die Sorten Helfensteiner und Heroldrebe. Ihren Namen erhielt die Weintraube 'Dornfelder' ® anlässlich der Gründung der Weinbauschule in Weinsberg, die durch den Weinbaufachmann und Kameralverwalter Imanuel Dornfeld angeregt wurde. Dennoch dauerte es einige Jahre, bis sich diese Sorte unter den Winzern etablierte. In der Mitte 1970er Jahre erlebte die Sorte mehr und mehr einen Aufschwung und begann sich unter den Weinsorten durchzusetzen. Heute gilt sie als die meistangebaute Rotweinsorte in Rheinhessen. Dort werden rund 3.500 ha Land mit ihren Reben bewirtschaftet.
Doch welche sind die Gründe dafür, dass diese Weintraube heute so beliebt ist und als die erfolgreichste deutsche Neuzüchtung unter den Rotweinsorten gilt? Zum einen bringt Vitis 'Dornfelder' ® eine Überfülle an geschmacklich einwandfreien Früchten hervor, die sich optimal zum Keltern eignen. Zum anderen besticht sie mit ihrem robusten Gemüt. Sie ist äußerst winterhart und kommt mit Temperaturen bis -17 °C zurecht. Sollten die Temperaturen unter diese Marke fallen, empfiehlt es, diese Pflanze mit einem Schutz zu versehen. Weiterhin ist die Weintraube 'Dornfelder' ® sehr tolerant gegenüber dem Falschen Mehltau. Und noch ein Vorteil: Wespen finden ihre Früchte eher unattraktiv, aufgrund ihrer festen Schale. Somit muss nicht mit Wespenfraß an den Beeren gerechnet werden.
Eine Pflanze, die sich im Leben führen lässt
Mit einem Wuchstempo zwischen 100 und 300 cm pro Jahr wächst die Weintraube 'Dornfelder' ® relativ schnell heran. Im ersten Standjahr wächst sie allerdings etwas langsamer, da sie dann vermehrt Wert auf ihr Wurzelwachstum als auf eine beachtliche Größe legt. Eine gute Basis ist dieser Weintraube enorm wichtig. Im Alter erreicht sie je nach Kletterobjekt eine Wuchshöhe zwischen 250 und 350 cm. In der Breite nimmt sie in der Regel einen Raum zwischen 100 und 160 cm ein. Der starke Wuchs ist aufrecht strebend und stehend, kletternd und buschig. Da die Pflanze ihre Reben im Sommer aufgrund der Fruchtlast nur schwer von allein tragen kann, ist es ratsam, die Pflanze an eine Pergola, ein Spalier, ein Rankgitter oder einer Hauswand entlangzuführen.
An einer Pergola gepflanzt, laden die Früchte der Weintraube 'Dornfelder' ® im Sommer förmlich zum Naschen ein. Allerdings eignen sie sich aufgrund der festen Schale und des Gehalts an Kernen eher zum Keltern als zum direkten Verzehr. Prächtig macht sich dieses Gewächs an einer Mauer oder Hauswand. Im Garten kann sie an Lauben, Torbögen oder windgeschützte Nischen gepflanzt werden. Ebenso gut eignen sich Hänge und Senken, da diese Pflanze einen geschützten Platz bevorzugt. Darüber hinaus kann sie nicht nur im Freiland gedeihen, sondern ebenfalls Balkone und Terrassen begrünen. Dazu sollte sie jedoch in einen ausreichend großen Kübel mit einem Fassungsvermögen von mindestens 30 Litern gepflanzt werden. Neben einer außerordentlich optischen Zierde dient diese Weintraube als insekten- und vogelfreundlicher Sichtschutz.
Kleine Stützen, ein Kleid und ein aufregendes Farbspiel
Reich verästelt und tiefgreifend breitet sich das Wurzelsystem der Weintraube 'Dornfelder' ® im Boden aus. Aus diesem geht an der Oberfläche der Erde ein Haupttrieb hervor. Dieser bildet mittelfrüh im Jahresverlauf einige Seitentriebe aus, die mit vielen kleinen Ranken besetzt sind. Die Ranken kommen dieser Pflanze beim Klettern zu Hilfe, denn nur mit ihnen kann sie sich sicher an Kletterobjekten festkrallen. Während die Triebspitzen stark behaart sind, ist die Triebbasis hellgrün gefärbt. Die schlanken Triebe verholzen schnell und erhalten ähnlich wie der dicke Haupttrieb eine graubraune Rinde, die sich in Längsstreifen ablösen lässt.
Durch lange Stiele sind die Blätter mit den Trieben verbunden. Sie werden bis zu 8 cm lang, sind rundlich bis handförmig, mitteltief gebuchtet und fünflappig. Ihre geschlossene Stielbucht ist weit überlappend und ihr Rand grob gezähnt. Von April bis Ende September weisen die Blätter oberseits einen sattgrünen Farbton auf. Auf ihrer Unterseite erscheinen sie hingegen weißlichgrün, da einige filzige Härchen die Oberfläche zieren. Im Spätsommer färbt sich das Laubwerk allmählich gelb bis orangerot und bildet im Zusammenspiel mit den blauen Trauben einen hübschen Blickfang. Gegen Mitte Oktober wird das Laubwerk schließlich abgeworfen und die Pflanze ruht den Winter über im kahlen Zustand.
Vitis 'Dornfelder' ®: Geschützt und gut umsorgt
Im Umgang mit Vitis 'Dornfelder' ® sollte beachtet werden, dass dies eine geschützte Sorte ist, die den Sortenschutz im Jahre 1979 durch das deutsche Bundessortenamt erhielt. Beim Anpflanzen sollte zu Nachbarpflanzen ein Abstand von 200 cm eingehalten werden. Die Veredlungsstelle sollte sich 3 cm über dem Erdboden befinden und das Pflanzloch sollte mindestens 50 cm tief ausgehoben werden. In besonders milden Regionen kann das Gewächs schon im Herbst angepflanzt werden. Ansonsten bietet sich eher der Frühling an. Pflegeprozeduren gibt es im Umgang mit dieser Weintraube kaum. Neben dem Düngen und Gießen ist das Schneiden essentiell. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt dafür, dass die Pflanze jedes Jahr zahlreiche Trauben hervorbringt. Sie trägt an den einjährigen Trieben und sollte im Frühjahr oder Herbst zurückgeschnitten werden. Gegebenenfalls lohnt sich außerdem ein leichtes Auslichten im August/September, damit die Früchte besser reifen können.










