Die Rätische Flockenblume ist eine im Vergleich zu anderen Flockenblumen kompakt und breit wüchsige Art, die Wuchshöhen von 40 und Wuchsbreiten von 50 Zentimetern erreichen kann. Sie zeichnet sich durch zahlreiche körbchenförmige, struppelige Strahlenblüten in einem kräftigen Purpurrosa aus, die ein wenig an eine Perücke erinnern. Die Blüten erscheinen an reich verzweigten Stängeln zwischen Juli und August. Sie setzen immer wieder neue Knospen an. Markant an dieser alpinen Wildstaude ist der rundliche Blütenkorb, der mit einem Netz überzogen zu sein scheint. Die langlebige Wildstaude ist im Sommer eine wertvolle Nektar- und Pollenquelle für Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge, nützliche Schwebfliegen und Käfer. Ihre ursprüngliche Heimat sind die südlichen Alpen in der Schweiz, in Frankreich und in Italien, wo sie auf alpinen Weiden, an steinigen Hängen und in mageren Kiefernwäldern gedeiht. Centaurea rhaetica ist robust, trockenheitsverträglich und verfügt über eine ausgezeichnete Winterhärte bis -29° C. Die Rätische Flockenblume eignet sich sehr gut für eine Pflanzung oder Aussaat in Steingärten und an trockenen Gehölzränder. Wer keinen Garten hat, kann sie in einem Pflanzgefäß auf dem Balkon kultivieren. Die krautig wachsende alpenländische Flockenblume benötigt entweder kräftige Pflanzpartner oder eine Stütze, an der sie sich festhalten kann. Für eine Pflanzung in Gruppen werden etwa vier Pflanzen pro Quadratmeter Gartenfläche eingeplant.
Die Rätische Flockenblume gehört, wie ihre zahlreichen, mehrere hundert Artgenossen inklusive der Kornblumen, zur Ordnung der Asternartigen und zur Familie der Korbblütler. Die Gattung wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erstmals vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné aufgestellt und in der Folge mehrfach modifiziert und verändert. Ihren Namen verdankt die ursprünglich aus Europa und Vorderasien stammende Gattung dem mythischen Zentaur Chiron, der eine dieser Pflanzen als Heilmittel eingesetzt haben soll. Centaurea rhaetica hat recht breit lanzettliche, zugespitzte, mittelgrüne, wechselständig angeordnete Blätter mit einer lebendigen Oberflächenstruktur. Eine Unterart der Rätischen Flockenblume ist die Graubündner Flockenblume, botanisch Centaurea rhaetica Moritzi, die ebenfalls in der Schweiz und in Italien in Südtirol, in der Lombardei und im Trentino in Höhenlagen zwischen 900 und 2.200 Metern zu finden ist und manchmal nur ein- oder zweiköpfige sowie kurze, behaarte oder filzige Stängel und ebenfalls breit lanzettliche, behaarte Blätter hat.
Die Rätische Flockenblume bevorzugt einen sonnigen Standort, kommt aber auch mit ein wenig Schatten gut zurecht. Der Gartenboden sollte trocken bis frisch, normal, humos, sandig bis lehmig, gern auch steinig, eher nährstoffarme und sehr gut durchlässig sein, denn stauende Nässe verträgt sie nicht. Der Pflegeaufwand für diese mehrjährige Wildstaude ist gering. Es empfiehlt sich, verwelkte Blüten zu entfernen, um die Nachblüte anzuregen oder um die Selbstausaat zu verhindern. In naturnahen Gärten wird eine natürliche Verbreitung der Flockenblume wahrscheinlich eher begrüßt. Moderate Wassergaben sind in länger anhaltenden Trockenphasen zuweilen erforderlich. Zusätzliche Düngergaben sind nicht nötig. Die Stängel mit den Blüten lassen sich gut als Schnittblumen für gemischte Sommersträuße oder einen sortenreinen Strauß verwenden, denn sie bieten mit ihrer natürlichen Ausstrahlung lange einen erfrischenden Anblick. Allerdings sollten sie als Knospen geschnitten werden. Im Staudenbeet lässt sich die Rätische Flockenblume hervorragend mit anderen sommerlichen Stauden kombinieren. Optisch passende Pflanzpartner mit ähnlichen Ansprüchen an Standort und Boden sind Indigolupine, Sonnenbraut, Glockenblume, Goldrute, Färberkamille und verschiedene Ziergräser, wie Reitgras, Lampenputzergras, Schillergras, Gold-Wald-Hirse und Federgras.





