alle Pressemeldungen Wissenswertes | 05.11.2020

Botanischer Exkurs: nützliche Pflanzennamen für Hobbygärtner

Viele botanische Pflanzennamen geben Hinweise auf typische Merkmale der Art. Wer sie kennt, kann ohne viel Recherche auf die wichtigsten Eigenschaften der Pflanze schließen. Die Baumschule Horstmann bietet wissbegierigen Hobbygärtnern einen Überblick über die am häufigsten vorkommenden botanischen Bezeichnungen.

Neben dem deutschen Pflanzennamen findet sich in Gärtnereien und Baumschulen stets auch die botanische Bezeichnung auf dem Pflanzenetikett. Diese ist in Fachkreisen sogar wichtiger und wird unter Gärtnern ausschließlich verwendet. Denn die botanische Nomenklatur aus Gattungs- und Artnamen gibt eindeutig und unverwechselbar Aufschluss darüber, welche Pflanze konkret gemeint ist. Im Gegensatz zu den deutschen Namen, die viel mehr Verwechslungen zulassen. Schon allein, weil sich die landläufigen Bezeichnungen je nach Region unterscheiden können.

Was für den Norddeutschen die Fliederbeere ist, kennt der Süddeutsche als Hollderbusch. Gemeint ist der Schwarze Holunder. Gärtner beider Regionen verstehen sich dagegen zuverlässig, weil sie den botanischen Namen Sambucus nigra verwenden.

Der botanische Name einer Pflanze setzt sich stets aus dem Gattungsnamen und dem kleingeschriebenen Artnamen, fachlich Artepitheton, zusammen. So sieht es die Nomenklatur vor, auf die sich Botaniker geeinigt haben. In Hochzeichen folgen bei Sorten, also gezüchteten Varianten der Art, die Namen, mit denen sie ihre Züchter bedenken.

In den meisten Fällen ist es das Artepitheton, das über bestimmte Eigenschaften informiert. Im wörtlichen Sinne nützlich ist beispielsweise der Artname utilis, gibt er doch Aufschluss über den besonderen Nutzen einer Art. Viele Artnamen ehren auch den Entdecker der Pflanzenart oder bekannte Botaniker und Pflanzensammler. Dies ist meist an dem i oder ii am Ende des Artnamens zu erkennen. Die Magnolia sieboldii ehrt zum Beispiel Philipp Franz von Siebold, einen berühmten Pflanzensammler und anerkannten Botaniker.

Für den interessierten Hobbygärtner ist vor allem bei Stauden der Namensteil officinalis aufschlussreich. Diese Pflanzen wurden und werden als Heilpflanzen, beziehungsweise zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet. Auch tinctorius gibt einen wichtigen Hinweis: Diese Pflanzen liefern Farbstoffe. Wer also Flecken auf seiner Kleidung vermeiden will, sieht sich beim Schneiden und umpflanzen vor. Gleiches gilt bei Pflanzen, die den Zusatz lacteus im Namen tragen. Sie führen Milchsaft, der teilweise hautreizend wirken kann.

Wer eine Pflanze findet, die sich ornata nennen darf, kann sich sicher sein, ein echtes Schmuckstück gefunden zu haben! Denn der Artname steht für geschmückt. Auch mit einer Pflanze, die sich fragrans nennt, trifft der Gartenbesitzer eine gute Wahl! Denn dieses Artepitheton kennzeichnet besonders duftende Stauden und Gehölze.

Für die Bestimmung von Pflanzen besonders wertvoll, sind Hinweise auf die Blattform und den charakteristischen Wuchs. Viele Artnamen verraten die Blütenform und -farbe ohne auf die Blütezeit warten zu müssen. Farbnamen können sich jedoch auch auf Blätter, Früchte oder das Holz beziehen. Auch für geografisch weniger interessierte Gartenbesitzer sind doch einige Artnamen interessant, die auf die natürliche Herkunft hinweisen. Diese geben beispielsweise Aufschluss über einen geeigneten Standort im Garten.

"officinalis" ist ein Indiz: Dieser Salbei ist eine traditionelle Heilpflanze
"fastigiata" nennt man diese Hainbuche, weil sie spitz in die Höhe wächst

WUCHSFORM

  • altissimus : sehr hoch
  • arborescens : baumartig
  • columnaris : säulenartig
  • compactus : dicht
  • depressus : niedergedrückt
  • elatus : hoch, erhaben
  • elegans : fein, zierlich
  • fastigiatus : spitz in die Höhe wachsend
  • gracilis : schlank
  • helix : windend
  • humilis : niedrig
  • pendulus : hängend
  • procumbens : niederliegend
  • pyramidalis : pyramidenförmig
  • repens : kriechend
  • strictus : steif, straff aufrecht

BLÄTTER

  • acerifolius : ahornblättrig
  • angustifolius : schmalblättrig
  • betulus : birkenähnlich
  • cordatus : herzförmig
  • digitatus : gefingert
  • dissectus : feingeschlitzt
  • glaucus : blaugrün
  • incisus : eingeschnitten
  • latifolius : breitblättrig
  • macrophyllus : großblättrig
  • mollis : weich
  • pubescens : flaumig
  • rotundifolius : rundblättrig
  • sempervirens : immergrünend
  • serratus : gesägt
  • tremulus : zitternd
  • variegatus : bunt gefleckt, panaschiert
"mollis" beschreibt die weichen, behaarten Blätter dieser Sonnenblume

BLÜTE

  • campanulatus : glockenartig
  • autumnalis : herbstlich
  • floribundus : reichblühend
  • grandiflorus : großblütig
  • inodorus : geruchlos
  • micranthus : kleinblütig
  • plenus : gefüllt
  • praecox : frühzeitig
  • terminalis : endständig
"nivea" nennt sich diese Staude aufgrund der schneeweißen Blüten

FARBE (Blüte, Blätter, Holz)

  • albus : weiß
  • argenteus : silberweiß
  • atrovirens : dunkelgrün
  • aureus : goldgelb
  • coccineus : scharlachrot
  • Iuteus : gelb
  • niger, nigrum : schwarz
  • nivalis, niveus : schneeweiß
  • pallidus : bleich, blass

FRÜCHTE

  • delicatus, deliciosus : köstlich
  • edulis : essbar
  • melanocarpus : schwarzfrüchtig

NATÜRLICHES VORKOMMEN

  • aquaticus : am oder im Wasser wachsend
  • alpinus : wächst in den Alpen
  • borealis : aus dem Norden stammend
  • campestris, campestre : auf Feldern wachsend
  • domesticus : häuslich, heimisch
  • palustris : im Sumpf wachsend
  • silvaticus, silvestris : im Wald wachsend

Pressekontakt

Nicole Davila
Public Relations

Baumschule Horstmann GmbH & Co. KG
Schäferkoppel 3
25560 Schenefeld

+49 (0) 4892 / 8993-284

nicole.davila@liebt-pflanzen.de

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