Das Pfaffenhütchen ist ein sommergrüner Strauch, der sich jedes Jahr in einem grandiosen Herbstkleid zeigt. Sind die lanzettlichen, drei bis sechs Zentimeter großen Blätter mit dem gezähnten Rand zunächst noch dunkelgrün, präsentieren sie sich ab September in einem warmen Rot. Besonders spektakulär sind die Kapselfrüchte, die man etwa von Oktober bis November bewundern kann. Sie sind rosa bis purpurfarben und tragen auffällige orangefarbene Samen. Die Früchte dienen als wertvolle Nahrungsquelle für verschiedene Vogelarten. Euonymus grandiflorus wird darum besonders gerne in Gärten mit naturnaher Ausrichtung gepflanzt. Das Pfaffenhütchen kann bis zu 2,5 Meter und fast genauso breit werden. Der Strauch trägt im Mai und Juni kleine und unscheinbare Blüten mit hellen Blütenblättern. Sie duften kaum, sind aber für die spätere Fruchtbildung sehr wichtig.
Mit seinem hohen Zierwert eignet sich das Pfaffenhütchen perfekt für die Hecken- und Gehölzpflanzung oder einen attraktiven Wildgehölzstreifen. Auch einzeln - beispielsweise als Blickfang in größeren Beeten - macht es sich hervorragend. Es stammt ursprünglich aus Asien, fühlt sich aber auch in unseren Gefilden wohl, zumal es in der Regel Frost bis etwa -20 °C verträgt. Eine Kübelkultur ist möglich, allerdings sollte das Pflanzgefäß eine ausreichende Größe besitzen. Dann lässt sich der Strauch auch dekorativ auf der Terrasse einsetzen. Kübelpflanzen sind jedoch generell etwas kälteempfindlicher, da ihre Wurzeln schneller durchfrieren. Am besten wählt man für Euonymus grandiflorus einen sonnigen bis leicht halbschattigen Standort aus. Der Boden sollte humos und durchlässig sein und für optimale Wachstumsbedingungen idealerweise einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert aufweisen. Wer mag, kann das Pfaffenhütchen sogar vermehren. Dafür kann man entweder die im Herbst noch frischen Samen aus den Früchten verwenden, oder man entnimmt dem Strauch im frühen Sommer (Mai bis Juni) halbreife Stecklinge. Diese gibt man in ein torfig-sandiges Substrat, wo sie meist sehr schnell Wurzeln schlagen. Wer sich für die Vermehrung über Samen entscheidet, sollte darauf achten, vor dem Einpflanzen das gesamte Fruchtfleisch sorgfältig zu entfernen.
Das Pfaffenhütchen ist pflegeleicht und nicht sehr anspruchsvoll. Wichtig ist, dass die Erde gleichmäßig feucht gehalten wird, ohne dass sich jedoch Staunässe bildet. Falls erforderlich, sollte man für eine ausreichende Drainage sorgen. Ein organischer Langzeit- beziehungsweise Volldünger, der im Frühjahr verabreicht wird, trägt zur Vitalität des Zierstrauches sowie üppigen Blüten- und Fruchtständen bei. Eine erneute Düngung im Sommer ist zu vermeiden, vor allem dann, wenn der Dünger einen hohen Stickstoffanteil enthält. Er könnte die Blattfärbung beeinflussen, so dass sich Euonymus grandiflorus im Herbst dann nicht mehr so leuchtend zeigt. Ein leichter Erhaltungsschnitt direkt nach der Blühphase oder im Spätwinter kann sinnvoll sein, um einen gepflegten Habitus zu erhalten, ist aber nicht zwingend erforderlich. Man entfernt dabei die schwachen und alten Triebe und lässt die kräftigeren und jüngeren Verzweigungen für die nächste Fruchtausbildung stehen. Obwohl der Strauch winterhart ist, sollten vor allem Jungpflanzen in ihrem ersten Winter mit einer leichten Mulchschicht abgedeckt werden. Dies gilt auch für ältere Sträucher, wenn der Standort besonders windig ist, sowie für die Kübelkultur. Hier kann auch das Umwickeln mit Vlies helfen. Tipp: Werden die Wurzeln im Herbst optimal mit Wasser versorgt, stärkt dies ihre Frostresilienz.
