Die Pekannuss 'Kiowa' ist ein hoch wachsender, sommergrüner Baum mit ausladender Krone, der delikate Nussfrüchte liefert. In seiner Jugend ist das exotische Gewächs etwas frostempfindlich. Als etablierter Baum ist der Tiefwurzler jedoch pflegeleicht, verträgt trockene Perioden und verfügt über eine Winterhärte bis -15°C. Carya illinoinensis 'Kiowa' ist eine Kulturform des Pekannussbaums, die ihren Namen dem gleichnamigen indigenen Volk verdankt, welches die Früchte des Baumes seit jeher als Nahrungsquelle nutzt. Wörtlich übersetzt bedeutet Kiowa "erstes Volk". Der Pekannussbaum gehört zur Ordnung der Buchenartigen, zur Familie der Walnussbäume und zur Gattung Hickory, die auch Carya genannt wird. Im Baumschulen wird der Exot zuweilen als Olivenfrüchtige Hickory bezeichnet. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet ist das zentrale und südöstliche Nordamerika entlang des Mississippi. Inzwischen werden Pekannussbäume in Kanada, Australien, Südafrika, Israel und in weiteren Länder kultiviert. In ihrem natürlichen Habitat können sie Wuchhöhen von 50 Metern sowie Stammdurchmesser von zwei Metern erlangen und viele hundert Jahre alt werden. In heimischen Gärten werden die genannten Maße sicher nicht erreicht, doch ausreichend Platz benötigt der Pekannussbaum auch hier. Bei einem Zuwachs von 30 bis 60 Zentimetern jährlich kann die Pekannuss 'Kiowa' stattliche Höhen und Breiten erlangen und nach einigen Jahren ein willkommener Schattenspender sein. Unterirdisch fordert der Baum mit einem weitverzweigten Wurzelsystem ebenfalls einiges an Platz. Im Mai und Juni bildet er männliche, hängende, kätzchenförmige Blütenstände in Gruppen und weibliche, ährenförmige Blüten, wobei die männlichen Kätzchen etwas früher erscheinen. Die Blüten liefern zahlreichen Insekten willkommene Nahrung. Das Laub des Pekannussbaums bietet einen attraktiven Anblick. Die gefiederten Blätter mit bis zu 17, oval zugespitzten, gezähnten, mittelgrünen Einzelblättern werden bis zu 70 Zentimeter lang und verfärben sich im Herbst zunächst dekorativ gelb, ehe sie braun werden.
Die Pekannuss 'Kiowa' benötigt einen frischen bis feuchten, gut durchlässigen, lehmigen, humosen, tiefgründigen und kalkarmen Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Als Großbaum wird Carya illinoinensis 'Kiowa' mit der markanten, hellbraunen bis grauen, tief zerfurchten Borke sich seinen Platz an der Sonne im Laufe der Zeit ohnehin erobern. Bis zur ersten Ernte muss ein paar Jahre Geduld geübt werden, denn Früchte bildet der Nussbaum nach einigen Jahren, jedoch nicht erst nach zehn Jahren, wie es bei älteren Sorten der Fall war. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch den Wind. Aufgrund der leicht versetzten Blütezeit der männlichen und weiblichen Blüten kann es sinnvoll sein, einen zweiten Pekannussbaum in die Nähe zu pflanzen. Die wohlschmeckenden Nüsse werden im Oktober und November reif. Sie sind auch für einige Vögel und kleine Säugetiere eine Delikatesse. Anders als die verwandten heimischen Walnüsse lassen sich die länglich eiförmigen, etwa fünf Zentimeter langen Pekannüsse recht leicht knacken. Die anfänglich grünen, vierteiligen Fruchtschalen öffnen sich im Stadium der Reife. Der schmackhafte Kern ist wiederum von einer vierklappigen Schale umgeben, die sich einfach mit der Hand öffnen lässt. Die angenehm süßlich und mild schmeckenden Nüsse sind reich an Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien. Sie können roh verzehrt oder verarbeitet werden. In ihren Herkunftgebieten bilden Pekannüsse die Grundlage für den berühmten Pecan Pie. Die Pekannuss 'Kiowa' erfordert keine besonderen Pflegemaßnahmen. Nach der Ernte können lediglich lange Triebe eingekürzt werden.
