Die Ofen-Akazie ist kein klassischer Akazienbaum, sondern ein Mimosengewächs, das zu den Akazien zählt. Als (noch) recht unbekannte Art gelingt ihr der Spagat aus Robustheit, frühem Flor und immergrüner Ausstrahlung, wodurch dieses Gehölz selbst in der farbarmen Winterzeit einen besonderen Akzent in ihr Umfeld zaubert. Schon beim ersten Blick fällt ihr kompakter, dennoch großzügiger Wuchs auf, der entweder strauchförmig oder baumartig zur Geltung kommt. Dabei formt sie im Laufe der Jahre ein dicht verzweigtes Gerüst, das sich betont aufrecht und seitlich leicht ausladend zeigt. Die Triebe wirken kräftig genug, um Windstößen standzuhalten und besitzen eine gewisse Geschmeidigkeit, die ihrem Gesamtbild eine sanfte Dynamik verleiht. Die Kombination aus buschigem Aufbau und dichter Seitenverzweigung sorgt dafür, dass vom Boden bis zur Krone wenig Lücken entstehen und sie dadurch eine stabile visuelle Präsenz bietet. Mit Höhen zwischen 300 und 600 cm und Breiten von 200 bis 400 cm zählt (bot.) Acacia pravissima zu den mittelgroßen Exemplaren. Das immergrüne Laub setzt sich aus länglich-lanzettlichen und fein gefiederten Blättern zusammen, wodurch eine texturreiche Gesamtwirkung entsteht, die besonders im Gegenlicht auffällt. Ihre schlanke, zugespitzte Form lässt sie leicht, fast filigran wirken, während die graugrüne Färbung einen nicht-alltäglichen Ton einbringt. Der Flor setzt im März ein und hält bis in den April hinein an. In dieser Phase tragen die Triebe der Ofen-Akazie zahlreiche traubenförmige Blütenstände mit kleinen, zitronengelben Einzelblüten. Die Staubblätter leuchten intensiv und erzeugen in der Nähe ein leichtes Duftaroma. Da die Blüten einfach aufgebaut sind und reichlich Nektar enthalten, sind sie Insekten früh im Jahr eine verlässliche Anlaufstelle zur Nahrungsaufnahme - ein Vorteil in einer Zeit, in der das Nahrungsangebot im Garten generell noch begrenzt ist.
In der Verwendung zeigt sich die Ofen-Akazie ausgesprochen flexibel. Als Einzelgehölz erzeugt sie ein lebendiges Flair, das insbesondere in Vorgärten, Innenhöfen oder auf offenen Rasenflächen zur Geltung kommt. In Beeten und Rabatten überzeugt sie mit ihrem exotisch, mediterran angehauchten Charme. In Gruppen beweist sie ihre Gesellschaftsfähigkeit. Mit ähnlichen Gehölzen kombiniert, wie beispielsweise Jacaranda, Olearia, Grevillea oder Caesalpinia, entsteht ein abwechslungsreiches Pflanzenparadies mit leicht südländischem Ausdruck. Im Kübel bietet sie eine imposante Möglichkeit, Terrassen, Balkone oder andere Sitzplätze aufzuwerten, da sie auch in Gefäßen kompakt bleibt und früh blüht. Wer den Flor betonen möchte, kombiniert die Ofen-Akazie in der näheren Umgebung mit Ziermandeln, frühen Zierquitten oder blau blühenden Frühlingsgehölzen, die ihre gelben Blüten sanft kontrastieren, ohne zu konkurrieren.
Als idealer Standort eignen sich für die Ofen-Akazie sonnige bis vollsonnige Lagen, die möglichst vor starken Winden schützen. Weil sie aus Regionen mit intensiver Sonneneinstrahlung stammt, profitiert sie von viel Sonnenlicht, wenngleich sie auch an halbschattigen Plätzen wächst. Kompromisslos ist diese Pflanze bei ihren Bodenansprüchen: trocken bis mäßig frisch, humos und nährstoffhaltig, aber vor allem gut durchlässig sollte der Pflanzboden sein. Besonders wichtig ist, dass sich Feuchtigkeit nicht stauen kann, denn ein luftiger Boden hält die Wurzeln vital und fördert die Standfestigkeit. Kalkhaltige Erde bereiten (bot.) Acacia pravissima keine Schwierigkeiten, wodurch sie in vielen Gärten ohne großen Aufwand zu integrieren ist. Die Pflege ist minimal und ohne großen Auswand durchzuführen. Nach dem Flor schneidet man im Mai die Zweige mit den verwelkten Blüten etwa zur Hälfte zurück. Dadurch bleiben die Kronenlinien harmonisch, und die Pflanze setzt ihre Energie nicht in die Ausbildung unnötiger Fruchtschoten, sondern in neue Triebe. Gleichzeitig lassen sich frostgeschädigte Partien entfernen, was die Form stabilisiert. Exemplare im Freiland benötigen in kalten Regionen eine Schutzschicht am Wurzelbereich, da sie nur bis ungefähr -10 °C kälteverträglich bleibt. In strengen Wintern übersteht die Ofen-Akazie als Kübelkultivierung die kalte Jahreszeit am besten in einem hellen, frostfreien Raum, in dem die Temperaturen niedrig bleiben, aber nicht ins Minus fallen.

