Die Maulbeere 'Paradies' ist eine noch weitgehend ungekannte Sorte mit schönem, großem, mittelgrün glänzendem Laub und sehr süßen, saftigen Früchten, die zwischen 2,5 und 3,5 Zentimeter lang werden. Diese Weiße Maulbeere, die aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft als Chinesische Maulbeere bezeichnet wird, erreicht in heimischen Gärten Wuchshöhen von bis zu sechs Metern und bildet eine ausladende, rundliche Krone mit stattlichem Durchmesser. Die Wuchsgeschwindigkeit beläuft sich vor allem bei einem jungen Baum auf 30 bis 50 Zentimeter pro Jahr. Der exotische Laubbaum gilt als Klimawandelgehölz und liebt warme, sonnige und trockene sowie mäßig feuchte Standorte, gedeiht aber auch in zeitweise beschatteten Lagen. Morus alba 'Paradies' gehört zu Ordnung der Rosenartigen, zur Familie der Maulbergewächse und zur Gattung der Maulbeeren mit weltweit 12 bis 15 Arten, die ursprünglich ausschließlich auf der nördlichen Halbkugel beheimatet waren. Die Weiße Maulbeere ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, die seit mehr als 3.000 Jahren kultiviert wird. Sie fand schon in antiken Schriften Erwähnung. Inzwischen wird sie fast weltweit in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Asien sowie Australien kultiviert. Die Maulbeere 'Paradies' gedeiht am besten in frischer, lockerer, gut durchfeuchteter, aber nicht zu nasser, humoser und nährstoffreicher Erde, in der sich keinesfalls Staunässe bilden darf. Sie treibt recht spät aus. Ihre eher unscheinbaren, männlichen und weiblichen, gelblichen bis grünen Blüten in der Form von Kätzchen oder Köpfchen, die ein Magnet für nützliche Schwebfliegen, Bienen und Hummeln sind, setzt sie im Mai und Juni an. Die Weiße Maulbeere ist stark wüchsig und gut schnittverträglich. Die durchaus erforderlichen Rückschnitte sollten gegen Ende des Winters erfolgen.
Die Maulbeere 'Paradies' hat eine rissige, grau-braune Rinde und ein variables, lichtes Blattwerk. Die großen Blätter können oval zugespitzt oder herzförmig, fingerförmig gelappt oder auch gespalten sein. Sie haben immer einen markant gezähnten Rand sowie etwa drei Zentimeter lange, behaarte Blattstiele und verfärben sich im Herbst goldgelb. Bei den zylindrisch geformten, außerordentlich süßen Früchten, die ein wenig an Brombeeren oder Himbeeren erinnern, handelt es sich um sogenannte Sammelnussfrüchte oder auch Fruchtverbände. Die Früchte sind zunächst grünlich bis weiß und nehmen bei Reife dunkelrote bis violette Farbtöne an. Die Reifezeit setzt im August ein und kann sich über mehrere Wochen erstrecken. Die Ernte sollte regelmäßig und kontinuierlich erfolgen, da es auch Vögel, Kleintiere und Insekten, wie Wespen und Hornissen, auf die süßen Beeren abgesehen haben. Nach der Ernte müssen die Maulbeeren schnell verzehrt oder verarbeitet werden, denn lagerfähig sind sie nicht. In ihrer Heimat China spielt die Weiße Maulbeere eine wichtige Rolle in der traditionellen chinesischen Medizin. Sie wird zur Behandlung von Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten, Ödemen, Harnwegserkrankungen, Fieber und Entzündungen sowie bei der Therapie von Krebs eingesetzt. Außerdem ist der Maulbeerbaum für die Raupen des Seidenspinners eine unersetzliche Futterpflanze. Für Europa wurde die Kultivierung von Weißen Maulbeerbäumen für die Seidenproduktion bereits im 16. Jahrhundert dokumentiert. Die Früchte von Morus alba 'Paradies' enthalten zahlreiche wertvolle Substanzen, Mineralstoffe und Vitamine. Sie können getrocknet oder zu Säften, Desserts und in Kuchen verarbeitet werden. Die gut winterharte Maulbeere 'Paradies' bietet viele Vorteile. Sie ist eine ausgezeichnete Wahl für heimische Zier- und Obstgarten.
