Die Japanische Steineiche gehört, wie unsere heimischen Eichen der Gattung Quercus, zur großen Familie der Buchengewächse, unterscheidet sich ansonsten aber deutlich hinsichtlich des Erscheinungsbilds und des Laubs. Bäume des Gattung Lithocarpus werden auch als Südeichen und Steinfruchteichen bezeichnet. Die Japanische Steinfruchteiche ist überwiegend in Japan von den Ryukyu-Inseln über Shikoku und Kyushu bis nach Honshu beheimatet und wird in warmen und frostfreien Gebieten als Zierbaum kultiviert. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt. In ihrem natürlichen Habitat gedeiht Lithocarpus edulis in subtropischen bis warm gemäßigten Monsunwäldern und kann Höhen von bis zu zehn Metern und Kronendurchmesser von sieben Metern erreichen. Da sie sich hierzulande nur für eine Kultur im Kübel eignet, bleiben die Wuchshöhen und Wuchsbreiten deutlich darunter. Der ausladend wachsende Baum, der auch einen strauchartigen Wuchs haben kann, hat eine graubraune oder blaugraue, glatte Rinde. Die wechselständig angeordneten, lederartigen, dunkelgrün glänzenden Blätter stehen an kurzen Blattstielen, sind schmal oval länglich, an beiden Enden zugespitzt und glattrandig. Die Blattunterseite ist matt mit einem leicht silbrigen Schimmer, der durch kleine Schuppen verursacht wird.
Die Japanische Steineiche bildet im April und Mai unscheinbare weibliche Blüten und attraktive männliche Blütenkätzchen, die endständig an den Zweigen in aufrechten Trauben und Büscheln stehen. Die süßlich duftenden Blüten sind eine willkommene Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Die späteren Früchte gruppieren sich zu dritt bis zu acht an holzigen Ähren. Ihre Reifung erfolgt erst im Jahr nach der Blüte, weshalb nur wenige Steinfrüchte die volle Größe erreichen. Sie sind den Eicheln unserer heimischen Eichenbäume nicht unähnlich. Die Nussfrüchte mit verholzter Schale sind rund-oval länglich, an einem Ende zugespitzt und am anderen Ende abgerundet. Sie sitzen in Fruchtbechern. Die Samen unter der harten Schale sind roh und gekocht essbar, müssen aber vorher etwa 12 Stunden gewässert werden, da sie Tannine enthalten und dadurch unbehandelt bitter schmecken. Die Japanische Steineiche wächst langsam mit einem Zuwachs von maximal fünf Zentimetern im Jahr. In einer geeigneten Umgebung erreicht sie im Freien nach 20 Jahren gerade mal einen Höhe von viereinhalb Metern. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte, gedeiht aber auch in dunklen und schattigen Bereichen. Aufgrund ihrer fehlenden Winterhärte bleibt die japanische Steinfruchteiche hierzulande eine gärtnerische Rarität, während sie in in den wärmsten südwestlichen Gebieten der Britischen Inseln durchaus im Freien kultiviert werden kann.
Lithocarpus edulis ist ein Tiefwurzler, der einen frischen bis feuchten, gut durchlässigen, normalen, humosen, sauren bis neutralen Boden benötigt. bei einer Kultur im Kübel sollte gegen Nässestau eine Drainage aus Kies oder Blähton integriert und für guten Wasserablauf gesorgt werden. Der Baum muss immer ausreichend feucht gehalten werden, denn da bei dem immergrünen Gewächs kein Laubwechsel stattfindet, trocknet er schnell aus. Die Japanische Steinfruchteiche lässt sich von geübten Gärtnern durch gekonnt gesetzte Schnitte gut als Bonsai erziehen. Ein lehmiger Boden fördert einen bonsaiartigen Wuchs, denn er lässt die Wurzeln langsamer wachsen. Blüten bildet die Japanische Steineiche, wie auch viele andere Buchengewächse, erst im höheren Alter. Bei guter Pflege ist die fernöstliche Steinfruchteiche mit ihrem sattgrünen Laub ein langjähriges, immer ansehnliches Gehölz, an dem man sich über viele Jahre erfreuen kann. Es kann gut über Stecklinge vermehrt werden.
