Der Itajii ist ein attraktiver Gartenbaum, der wegen seiner Herkunft aus Japan auch als Japanische Scheinkastanie bezeichnet wird. An geeigneten Standorten in Mitteleuropa wird Castanopsis sieboldii bis zu 15 m hoch und bis zu 10 m breit. Pro Jahr gewinnt der Baum 20 bis 30 cm an Höhe Dank des aufrechten Wuchses mit breiter und dichter Krone eignet sich der Baum hervorragend als sommerlicher Schattenspender im Garten. Der Platzbedarf pro Baum liegt bei etwa 100 m². Das dunkelgrün glänzende Laub des immergrünen Baumes verschönert den Garten das ganze Jahr über. Lediglich bei strengem Frost kann es zu einem stressbedingten Verlust von Blättern kommen. Die Blüten des von Mai bis Juni blühenden Itajii sind klein und unscheinbar. Sie haben einen angenehmen, aber nur schwach ausgeprägten Duft. Der Baum benötigt die Blüten nicht, um Insekten anzulocken, da die Bestäubung überwiegend durch Pollenflug im Wind erfolgt.
Dennoch leistet der Itajii seinen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt im Garten. Ihr dichtes Astwerk bietet Eichelhähern, Amseln, Buchfinken und vielen weiteren Vogelarten hervorragende Deckung und geeignete Plätze für den Nestbau. Stellen Gartenfreunde Nistkästen bereit, finden auch Höhlenbrüter wie Blaumeisen und Kohlmeisen passende Brutstätten. Eichhörnchen werden sich besonders über die kastanienähnlichen Früchte des Baumes freuen, die sie mit Genuss verzehren. Die botanisch zu den Nüssen gehörenden Früchte wachsen einzeln in stacheligen grünen Hüllen und sind etwa 1,5 bis 2 cm lang. Sie lassen sich in moderaten Mengen auch an Schweine verfüttern. Für den menschlichen Verzehr sind sie ebenfalls geeignet, wegen der enthaltenen Tannine allerdings nur gerösteter und niemals roh. Der Geschmack ist angenehm nussig und süßlich. Für eine ertragreiche Ernte im Oktober und November ist ein vollsonniger, warmer und geschützter Standort zu empfehlen. Ansonsten kommt der Itajii auch mit Halbschatten gut zurecht, trägt dort aber etwas weniger Früchte.
Als Substrat bevorzugt Castanopsis sieboldii einen frischen bis mäßig feuchten Boden ohne Staunässe mit guter Durchlässigkeit und humoser Struktur. Reine Sandböden lassen sich mit frischem Kompost aufbessern. Für schwere Lehm- oder Tonböden bieten sich strukturstabile Lava oder Bims für die Optimierung an. Bei stark kalkhaltigem Substrat ist Rindenkompost als Mulch oder zum direkten Einarbeiten in den Boden eine gute Idee, um den pH-Wert zu senken. Alternativ lässt sich auch Elementarschwefel verwenden. Ein Rückschnitt der Itajii ist für die Gesundheit des Baumes nicht zwingend erforderlich. Wenn ein Rückschnitt aus ästhetischen Gründen erfolgt, sollte dieser am besten Ende Februar oder Anfang März stattfinden. Ein zu später Rückschnitt unmittelbar vor der Blüte kann die Ernte negativ beeinträchtigen. Außerdem haben in dieser Zeit eventuell bereits Vögel ihre Nester in dem Baum gebaut. Einen ergänzender Pflegeschnitt des Itajii kann man im Juli oder August vornehmen.
