Die Hasel-Erle gedeiht als Kulturpflanze als Kleinbaum oder mehrstämmiges, strauchartiges, aufrechtes Gewächs mit dichtverzweigter Krone, das vom Habitus sehr einem Haselnussstrauch ähnelt und ähnliche Höhen von drei bis vier Metern und Breiten von zwei bis drei Meter erreichen kann. Aufgrund ihrer Größe und ihres Wuchses eignet sich diese nordamerikanische Erlenart gut zur Bepflanzung von größeren Gärten und parkartige Anlagen. In ihren ursprünglichen Herkunftsgebieten in Nordamerika werden Hasel-Erlen stattliche Gewächse, die Höhen von acht Metern und mehr erlangen können. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet befindet sich im Osten des nordamerikanischen Kontinents, wo sie von Florida und Texas bis über Neuschottland und New Brunswick bis hin zu östlichen Gebieten in Kanada gedeihen. Manche Teile der Hasel-Erlen werden in der Homöopathie und Naturheilkunde zur Arzneimittelherstellung verwendet. Alnus serrulata gehört, wie unsere heimischen Erlen, zur Ordnung der Buchenartigen und zur Familie der Birkengewächse. Wie andere Erlen auch, die alle überwiegend auf der Nordhalbkugel beheimatet sind und von denen es um die 40 Arten gibt, kann die Hasel-Erle durch eine Symbiose mit einem bestimmten Bakterium Stickstoff aus der Luft binden und so wesentlich zur Verbesserung von nährstoffarmen Böden beitragen.
Die Hasel-Erle verfügt über eine gute Winterhärte und verträgt als etablierter Baum oder Strauch Temperaturen bis -22° C problemlos. Alnus serrulata bevorzugt einen steinigen bis lehmigen, humosen, nährstoffreichen, eher kalkarmen und feuchten Boden, in dem sich keine Nässe stauen darf. Sie eignet sich ausgezeichnet zur Bepflanzung von Gewässerrändern und sumpfigen Böden, da diese ihren natürlichen Standorten in Feuchtgebieten, wie Sumpf- und Marschlandschaften, entsprechen. Der ihr zugewiesene Platz sollte sonnig bis halbschattig sein. Die Hasel-Erle kann zudem sehr gut an Hänge und in abschüssige Lagen gepflanzt werden und zum Erosionsschutz beitragen. Zwischen März und Mai bildet die Hasel-Erle ihre gelblichen bis rotbräunlichen, in Ähren angeordneten, männlichen Kätzchenblüten aus, die eine beliebte Nahrungsquelle für nützliche Schwebfliegen, Hummeln, Bienen und andere Insekten sind. Neben den dekorativen männlichen Blüten befinden sich an einem Busch oder Baum zudem kleinere, weibliche, etwas unscheinbarere Kätzchenblüten, die unter den männlichen Blüten stehen. Die hübschen Blüten erscheinen an der Hasel-Erle noch vor dem Blattaustrieb.
Die Hasel-Erle, die auch als Glatte Erle oder Glatt-Erle bezeichnet wird, hat eine glatte, im Alter etwas rissigere, dunkelgraue bis schwarze Rinde und oftmals gedrehte Stämme. Die markanten, sommergrünen Blätter sind oval zugespitzt mit gesägtem Rand. Sie zeichnen sich zudem durch eine stark gerippte Oberfläche und rötliche Blattadern aus. Nach der Blüte bilden sich kleine, schmückende Zapfenfrüchte, welche die Samen, die als Flügelnüsse bezeichnet werden, enthalten und zur Selbstaussaat beitragen. Eine unkontrollierte Vermehrung der Hasel-Erle muss jedoch nicht befürchtet werden. Die an Fichten- oder Tannenzapfen erinnernden Früchte und Samen der Hasel-Erle, die über den Winter am Gehölz verbleiben, sind für zahlreiche Vögel und kleine Säugetiere, wie Eichhörnchen und Igel, eine willkommene Nahrungsquelle. Die Glatte Erle erfordert nur wenig gärtnerische Zuwendung. Allerdings sollte sie in trockenen Phasen mit ausreichend Wasser versorgt werden. Ein Rückschnitt kann nach Bedarf im Herbst oder im zeitigen Frühjahr erfolgen. Die Hasel-Erle ist ein anpassungsfähiges Gehölz mit attraktivem Laub, Blüten und Früchten, die ganzjährig einen schönen Anblick bietet und zu verschiedenen Gartenstilen passt. Sie kann optisch ansprechend mit verschiedenen Frühblühern unterpflanzt werden.
