Bei dem Grasstern, der zuweilen unter den Bezeichnungen Sternchengras, Grassternchen und Knollenpolster zu finden ist, handelt es sich um eine pflegeleichte, vielseitig verwendbare Zwiebel- und Knollenpflanze. Die ursprüngliche Heimat der polsterbildenden Kleinstaude ist der Süden Afrikas, wo sie von Südafrika bis Lesotho und Swasiland anzutreffen ist. In ihrem natürlichen Habitat gedeiht das Grassternchen in Höhenlagen bis weit über 2.000 Metern auf steinigen und im Sommer feuchten Hängen, etwa in den Drakensberge-Mountains, aber auch in der Nähe von Mooren und Gewässern. Rhodohypoxis milloides hat kompakte Knollen und Zwiebeln, grasartige, linear lanzettlich zugespitzte, mittelgrüne, meist behaarte Blätter und zauberhafte sechszählige Blüten in Sternform. Die Blüten erscheinen über einen recht langen Zeitraum von Juni bis August. Sie sind eine wertvolle Nahrungsquelle für viele nützliche Insekten, wie Schwebfliegen, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer. Die rosafarbenen Blüten mit Durchmessern von etwa zwei Zentimetern changieren an den Spitzen in weißen Tönen und zeigen hellrote Reflexe. Die Staubfäden sind bei den geöffneten Blüten aufgrund ihrer geschlossenen Form so gut wie unsichtbar. Der Grasstern gehört zur Klasse der Bedecktsamer, zur Ordnung der Spargelartigen und zur Familie Hypoxidaceae. Die zierliche, mit ihrer reichen Blüte dennoch auffällige Staude lässt sich gut in Steingärten, in Steppenbeeten, in Heidegärten, aber auch in Kübeln und Töpfen kultivieren und eignet sich zur Unterpflanzung von Gehölzrändern.
Der 10 bis 15 Zentimeter hoch und breit wachsende Grasstern ist in unseren heimischen Gärten nur bedingt winterhart, lässt sich aber mit entsprechenden Vorkehrungen und Maßnahmen im Freien überwintern. Er benötigt im Sommer einen feuchten, sandigen oder kiesigen, lockeren, humosen, sauren bis neutralen, möglichst kalkfreien Gartenboden, in dem sich keinesfalls Nässe stauen darf. Der Boden wird in der Vegetationsphase mäßig feucht, aber keinesfalls nass gehalten. Im Winter hingegen zieht sich die Pflanze zurück und der Boden muss vollkommen trocken sein. Eine zusätzliche Abdeckung mit Reisig oder Laub begünstigt die Überwinterung im Freien. Ein geschützter, sonniger oder halbschattiger Standort, der jedoch nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist, kommt dem Sternchengras entgegen. In besonders rauen Gegenden sollten die Knollen beziehungsweise Zwiebeln von Rhodohypoxis milloides besser der Erde entnommen und in einem trockenen, dunklen und kühlen Raum überwintert werden.
Im Großen und Ganzen ist der Grasstern eine genügsame Staude, die Laub und Blüten aus ihrer Knolle und ihren Zwiebeln entwickelt. Direkt nach der Pflanzung, die von Frühjahr bis Herbst, jedoch nicht an heißen und trockenen Sommertagen erfolgen kann, wird das Sternchengras gut eingegossen und bei trockenem Wetter weiterhin mit Wasser versorgt, das jedoch gut abfließen muss. Einmal etablierte Pflanzen sind pflegeleicht. In der Wachstumsphase wird die kleine Staude im Frühjahr und Sommer mit Dünger, wie reifem Kompost, versorgt. Das regelmäßige Entfernen von verblühten Blüten fördert die Neubildung von Knospen. Bei einer Kultur im Kübel empfiehlt es sich, die Staude alle zwei bis drei Jahre umzutopfen. Bei dieser Gelegenheit kann eine Pflanzen geteilt und vermehrt werden. Grassterne der Gattung Rhodohypoxis gibt es inzwischen in zahlreichen Zuchtformen und Farben. Das Farbspektrum reicht von Weiß und Gelb über Rosa bis hin zu Violett und Dunkelrot. Der Grasstern ist ein ausgezeichneter Begleiter für Rhododendren und kann optisch ansprechend mit anderen Zwerg-Polsterstauden, Sukkulenten, Thymian und Zwiebelblumen, wie niedrig wachsende Hyazinthen und Tulpen, kombiniert werden.





