Der Gefranste Wimperfarn, auch Kettenfarn genannt, ist ein Exot von beeindruckender Größe mit ausladenden, überhängenden Palmwedeln in einem schönen, lichten Mittelgrün. Farne sind wahrhaft urzeitliche Gewächse, vor allem wenn sie Dimensionen wie Woodwardia fimbriata annehmen. Sie gelten als die Dinosaurier unter den Pflanzen, bilden eine eigene Pflanzengattung und blühen nicht, sondern vermehren sich über Sporen, die an der Unterseiten der gefiederten Blätter haften. Der Gefranste Wimperfarn ist im Westen Nordamerikas beheimatet, wo er von British Columbia über Kalifornien, einschließlich der Sierra Nevada, bis hin zum mexikanischen Bundesstaat Baja California gedeiht. Die in ihren Herkunftsgebieten Giant Chain Fern genannte Pflanze wächst in Nadelwäldern und feuchten Waldgebieten in Höhenlagen bis über 2.000 Metern, häufig in der Nähe von fließenden Gewässern und Quellen. Nicht selten ist der groß wachsende Wimperfarn in Parkanlagen und Botanischen Gärten in Kalifornien und anderen nordwestamerikanischen Regionen anzutreffen. Der Wimperfarn wächst am besten in einem frischen bis feuchten, humusreichen und gut durchlässigen Boden, in dem sich keine Nässe staut. Die rhizombildende Pflanze hat einen mittleren Wasserbedarf und benötigt regelmäßig tiefgündige Wassergaben, nach denen die Erde immer wieder abtrocknen sollte.
Der Wimperfarn fühlt sich in halbschattigen bis schattigen Lagen am wohlsten. Deshalb eignet er sich gut für beschattete Gartenbereiche und zur Unterpflanzung von Bäumen und Gehölzrändern, sofern die Temperaturen im Winter nicht zusehr absinken, denn selbst leichte Fröste verträgt dieser Farn nicht. Er benötigt daher in jedem Fall, selbst in wärmeren Regionen, einen Winterschutz, denn schon bei geringen Minusgraden kann es für den Gefransten Wimperfarn problematisch werden. In kühleren Gegenden in Deutschland ist es kaum möglich, den Gefransten Wimperfarn im Freien zu kultivieren. Alternativ kann er zur Verschönerung von Garten, Balkon und Terrasse in einem großen Kübel mit Drainage gepflanzt und im Winter in ein kühles, aber frostfreies Quartier verbracht werden. Die auch als Fransen-Kettenfarn bezeichnete Art kann in geschützten Lagen ganzjährig außer bei Frost und hochsommerlicher Hitze ab 30° C gepflanzt werden. Unter günstigen Bedingungen erreicht das raumgreifende Gewächs hierzulande Höhen von 150 Zentimetern und Breiten von einem Meter.
Der Gefranste Wimperfarn ist eine spektakuläre Erscheinung. Mit seinen gebogenen Wedeln von stattlicher Größe verbreitet er tropisches Flair. Er gehört zur Klasse der Echten Farne, zur Ordnung der Tüpfelfarnartigen und zur Familie der Rippenfarngewächse, botanisch Blechnaceae, mit mehr als 20 Gattungen und an die 300 Arten, wobei die meisten, anders als Woodwardia fimbriata, in Südamerika und auf der Inselwelt Ozeaniens heimisch sind. Seinen Namen verdankt der Gefranste Wimperfarn dem englischen Botaniker Thomas Jenkinson Woodward. Die Bezeichnung Kettenfarn wiederum geht auf die kettenartige, zweireihige Anordnung der länglichen Sporen auf der Unterseite der Palmwedel zurück. Die indigenen Völker Nordamerikas nutzen den Wimperfarn seit jeher für die Herstellung dekorativ gemusterter Körbe. Der Wimperfarn muss nicht zurückgeschnitten werden. Soll sein Wachstum jedoch eingedämmt und abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden, erfolgt der Rückschnitt im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Bei einer Pflanzung im Freien benötigt der Wimperfarn, wie auch in seinem natürlichen Habitat, großzügige Schattenspender. An seinen Naturstandorten, wo die Wedel bis zu drei Metern Länge erreichen können, wächst er meist in der Nähe von Rot-Erlen und Westamerikanischen Hemlocktannen. In europäischen Gärten und Parks eignen sich tief wurzelnde Nadelbäume mit einer lichten Krone als gute Schattenspender. Ideal sind Lärchen und Kiefern. Der Gefranste Wimperfarn ist auch selbst ein guter Schattenspender für andere Schattenstauden, wie Eisenhut, Bärlauch, Silberkerze, Immergrün, Herzblume und Waldgeißbart.






