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Eigenschaften

  • ausdauernd und krautig wachsend
  • bilden watte-artige Fruchtstände
  • stehen gern feucht
  • brauchen wenig Nährstoffe
  • bevorzugen kalkarme Böden

Wollgräser

Gattung Eriophorum ab €4.80 kaufen
     
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Bei den Wollgräsern (bot. Eriophorum) handelt es sich um eine Pflanzengattung, die zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) gehört. Der Name der Gattung hat seine Ursprünge im Griechischen. Hier steht der Begriff érion für Wolle. Das Wort phoréein bedeutet tragen.

Zur Pflanzengattung Eriophorum zählen weltweit rund 18 Pflanzenarten. Zu diesen Arten kommen viele Unterarten und Unterstufen. Heimisch sind die Arten der Eriophorum vornehmlich in feuchten Moorgebieten. Den charakteristischen Wollschopf an den Pflanzen bilden die langen Fäden an der Blütenhülle. Das kleine Büschel sitzt auf den Stängeln und präsentiert sich in weißen bis orangefarbenen Tönen. Die Wollwölkchen sind keine Blüten. Vielmehr bilden sich die wolligen Formen im fruchtenden Zustand. Die Pflanzengattung der Wollgräser ist im deutschsprachigen Raum unter zahllosen Trivialnamen bekannt. Im Süden Bayerns, rund um Augsburg, heißen die Pflanzen Baumwollgras, wilde Baumwolle, Bensenseide oder Bettfedern. In der Schweiz sind Pflanzen der Gattung Eriophorum unter den Volksnamen Bäuseli oder Riedgras bekannt. Im norddeutschen Raum firmieren Arten aus der Gattung der Wollgräser unter dem Trivialnamen Püskegras. Die Schlesier bezeichnen die Pflanzen unter anderem als alte Mägde, Wiesenflachs oder Quispelbinsen.

Blatt

Die Blätter der Pflanzen aus der Gattung Eriophorum unterscheiden sich von Art zu Art. In ihrer Form sind sie meist lang und spitz. Die Blattscheiden wirken zum Teil aufgeblasen. Die Breite der Scheiden reicht von einem bis hin zu sechs Millimetern. Im Querschnitt sind die Spreiten dreikantig und rinnig. Die Blätter präsentieren sich in dunklem Grün bis zu einem stumpfen Graugrün. Bei einigen Arten geht die Farbe der Blätter im späten Sommer in einen kupferroten Ton über. Zur Spitze hin werden die Blätter der Eriophorum- Arten schmaler. Je nach Art entwickeln sie bis zu einen Meter Länge und hängen bogig über.

Blüte

Eriophorum- Arten blühen zwischen März und Mai. Einige der Pflanzenarten zeigen im späten Sommer eine zweite Blüte. Der Blütenstand der Pflanzenarten dieser Gattung verfügt oft über zwei laubblattartige Hüllblätter. Er setzt sich aus drei bis fünf Ährchen zusammen. Zuweilen zeigen sich bis zu acht dieser ährenförmigen Blütengebilde.
Die Ährchen sitzen bei einigen Arten am Stängel, bei anderen Arten weisen sie glatte Stiele auf und hängen leicht über. Ährchen der Eriophorum-Arten erreichen eine Länge zwischen zehn und 22 Millimetern. Die zahlreichen Hüllfäden an der Blütenhülle (Perianth) wachsen nach der Zeit der Blüte auf bis zu fünf Zentimeter Länge heran. Später lösen sie sich zusammen mit den Früchten ab. Damit bilden sie den für die Wollgras-Arten typischen Wollschopf.

Frucht

Pflanzen der Eriophorum-Arten bilden nussähnliche Schließfrüchte. Sie sind für charakteristisch für die Gräser typisch. In der Botanik sind sie als Karyopse, Cariopse, Korn oder Cerealie bezeichnet. Die Karyopse der Wollgras-Arten ist dreikantig und zeigt eine kurze Spitze. Je nach Art der Pflanzengattung werden die Früchte bis zu vier Millimeter lang. Sie sind rotbraun bis schwarz.

Wuchs

Wollgras-Arten sind ausdauernde Pflanzen. Der Wuchs ist krautig und robust. Abhängig von ihrer Art, wachsen die Pflanzen auf Wuchshöhen zwischen zehn und sechzig Zentimeter heran. Einige Arten der Gattung erreichen Höhen zwischen zwanzig und neunzig Zentimeter. Selten werden Arten oder Unterarten höher. Einige Arten der Pflanzengattung wachsen lockerrasig. Dann bilden sie lange Ausläufer und Rhizome. Andere Arten wachsen in dichten und lockeren Horsten. Sie bilden keine Ausläufer, sondern stehen in einem dichten Rasen beieinander. Die Stängel der Pflanzen entwickeln sich aufrecht und sind im Querschnitt rund und nach oben hin kantig.

Standort

Wollgras-Arten gedeihen auf nährstoffarmen und sauren bis mäßig sauren Böden. Gute Bedingungen finden sie in einem kalkarmen, nassen Substrat. Ein bevorzugter Standort ist ein überschwemmter Moorboden. Ihr Zuhause sind Zwischen- und Regenmoore, vornehmlich in Kiefernwälder und in Birkenbruchwäldern. Ein natürliches Habitat bieten die Sandböden an Ufern nährstoffarmer Seen. Für das gute Wachstum ist ein Standort im Halbschatten ideal. Pralle Sonne schadet den Gewächsen.

Verbreitung

Verbreitet sind die Pflanzen der Gattung Eriophorum in gemäßigten bis hin zu subarktischen Gebieten auf der Nordhalbkugel. Wollgras-Arten kommen in ganz Europa vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Grönland. Auch in arktischen sowie gemäßigten Teilen Asiens und Nordamerikas wachsen Eriophorum-Arten. Die Pflanzen gedeihen in Höhenlagen bis zu 1.960 Metern über dem Meeresspiegel.

Nutzung

Wollgras-Arten sind bei der Renaturierung von Hochmooren von Nutzen. Hier übernehmen sie die Funktion als erste Besiedler vegetationsloser Flächen, wie dem Abbau von Torf.

Pflege/Schnitt

Pflanzenarten aus der Gattung Eriophorum brauchen für eine gute Entwicklung wenig Pflege. An einem optimalen Standort gedeihen sie ohne Beistand des Gärtners. Nur Trockenheit vertragen die Gewächse nicht. Die Wurzeln der Pflanzen benötigen ein dauerhaft feuchtes Substrat. In langen trockenen und heißen Perioden benötigen sie zusätzliche Feuchtigkeit. Wasser ist früh morgens und abends direkt in den Bereich des Bodens zu geben. Zu viel Kalk vertragen die Wurzeln der Pflanzen nicht. Abgestandenes Regenwasser ist als Gießwasser optimal. Auch abgestandenes Teichwasser eignet sich gut.

Eine zusätzliche Gabe von Nährstoffen ist bei Wollgräsern nicht notwendig. Die Pflanzen stehen bevorzugt in einem nährstoffarmen Boden. Eine übermäßige Düngung schadet den Wurzeln. Teile der Pflanzen, die in der Vegetationsphase herabfallen, bleiben am besten liegen. Sie zersetzen sich und sorgen auf diese Weise für einen sauren Boden. Das genügt als Nährstoff für die Gewächse. Im Winter schützt das lose liegende Laub vor der Kälte.

Einen Schnitt benötigen Wollgras-Arten nicht. Nach der Vegetationsphase zerfasern die Blätter der meisten Arten. Sie fallen ab und verrotten. Schneidet der Gärtner die Pflanzen, lässt er die Pflanzenteile an Ort und Stelle liegen.

Krankheiten/Schädlinge

Bei den Pflanzenarten aus der Gattung der Wollgräser handelt es sich um robuste Gewächse. Schädlinge sind den Pflanzen nicht bekannt. Auch Krankheiten befallen Eriophorum-Arten nicht.

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