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Eigenschaften

  • kräftige mehrjährige Staude
  • viele kleine Lippenblüten
  • fungiert als Wasseranzeiger
  • schnelle Ausbreitung
  • weite Verbreitung

Wolfstrapp

Gattung Lycopus ab €0.00 kaufen
     
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Carl von Linné ordnete 1753 die Gattung Wolfstrapp (bot. Lycopus) unter die Pflanzenfamilie der Lippenblütler (bot. Lamiaceae) ein. Die auf den ersten Blick unscheinbare Staude umfasst je nach Systematik zwischen zehn bis zwanzig Arten. Der Wolfstrapp erhielt seinen Namen, weil die Form seiner obersten Blätter dem Abdruck einer Wolfsfährte ähneln.

Im Volksmund trägt die Gattung vergleichbare Namen. Wolfsfuß, Wolfsklaue oder Wolfshuf sind einige von ihnen. Darüber hinaus sind die Pflanzen als Zigeunerkraut, Wasser- oder Sumpfandorn bekannt, denn sie wächst bevorzugt nahe stehender oder fließender Gewässer. Der botanische Begriff Lycopus leitet sich aus dem Griechischen ab. Lukos heißt Wolf und pous bedeutet Fuß. Die Heilwirksamkeit des Wolfstrapp ist seit dem Mittelalter schriftlich überliefert. Jedoch kam es zu keiner umfangreichen Nutzung. Eine wissenschaftliche Prüfung fand im 20. Jahrhundert statt. Mit eindeutigen Ergebnissen. Dank seines positiven Einflusses auf Fehlfunktionen der Schilddrüse erlangte der Wolfstrapp einen besonderen Stellenwert.

Blatt

Das Gewächs ziert sich mit dunkelgrünen Laubblättern. Diese sind von lanzettlicher Form, stark eingeschnitten, am Rand grob gezahnt und gegen Blattende spitz zulaufend. Die Blätter haben feine Härchen und sind fiederteilig. Die Blattpaare wachsen kreuzgegenständig in Stockwerken angeordnet. Am unteren Teil der Pflanze tragen sie kurze Stiele, weiter oben sitzen sie direkt am Stängel. Sie können leicht faltig oder fast glatt sein.

Blüte

Wolfstrapp blüht von Juli bis September. Seine Blüten gestalten sich in kugeligen Scheinquirlen aus vielen kleinen Lippenblüten, die komplett weiß oder purpur gepunktet sind. Sie wachsen sitzend in den Blattachseln in der oberen Hälfte der Pflanze und verleihen dem Kraut sein charakteristisches Aussehen. Die Blüte ist vierspaltig. Die zur Glockenform angeordneten Kelchblätter sind vier Millimeter lang, die Krone sechs Millimeter. Zwei von vier Staubblättern ragen sichtbar über die Blütenkrone hinaus, die anderen beiden bildeten sich zurück und sind kaum erkennbar.

Frucht

Der Fruchtknoten des Wolfstrapp ist vierteilig. Die Früchte bestehen aus braunen Nüsschen. In jedem Nüsschen verbirgt sich ein Samen. Bei kompletter Reife im September und Oktober zerfallen die Früchte in vier Teile. Neben der Vermehrung durch Rhizome, nutzt der Wolfstrapp naheliegende Fließgewässer zur Verbreitung seiner Samen. Dort lässt er sie vom Wasser fort tragen.

Wuchs

Die Stauden erreichen eine Höhe von bis zu einem Meter. Die kräftigen vierkantigen Stängel wachsen aufrecht und stehen dicht beieinander. Unterirdisch bildet die Gattung weite Ausläufer eines stark verzweigten Wurzelnetzes und nimmt, unter optimalen Bedingungen, spielend größere Flächen ein.

Standort

Wolfstrapp gedeiht am besten in wasserreichen Gebieten. Er ist an den Ufern von Teichen, Seen, Bächen und Flüssen genauso anzutreffen wie auf nassen Wiesen und in Sumpfregionen. Außerdem zeigt er sich in Gräben oder lichten Wäldchen. Er gilt als Wasserindikator. Soll er den Garten schmücken, empfiehlt sich ein sonnig bis halbschattiger Standort mit feuchtem, nährstoffreichem Boden. Ein Gartenteich ist ideal.

Verbreitung

Die kräftige, krautige Pflanze ist ursprünglich in den Ebenen Europas, in Teilen Westasiens und in Nordamerika beheimatet. In Australien hat der Mensch sie eingeschleppt. In Bergregionen über 1100 Meter kommen diese Pflanzen nicht vor.

Nutzung

Auf anderen Kontinenten kam der Wolfstrapp in den vergangenen Jahrhunderten gegen spezifische Beschwerden zum Einsatz. Europäer nutzten ihn lange Zeit, um Leinen, Wolle und Seide schwarz zu färben. Im 20. Jahrhundert haben ausführliche Studien erwiesen, dass seine Inhaltsstoffe der Schilddrüsenüberfunktion und ihren Begleiterscheinungen entgegenwirken.
Heutzutage gibt es verschiedene verlässliche Lycopus-Präparate auf dem Markt, die den Hormonhaushalt regulieren. Sie lindern typische Symptome, wie Herzrasen, innere Unruhe und verstärktes Schwitzen. Zudem hilft Wolfstrapp gegen hormonbedingte weibliche Beschwerden mit ähnlichen Ursachen und Wirkungen.

Pflege/Schnitt

Die optimale Zeit, Wolfstrapp anzupflanzen, liegt zwischen März und Oktober. Die mehrjährige, winterharte Staude entwickelt rasch wuchernde Ausmaße. Es schadet nicht, sie von vornherein mit starken Konkurrenten zu kombinieren. Nach dem Winter verträgt sie einen radikalen Rückschnitt bis zum Boden.

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