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Eigenschaften

  • mehr als 220 Arten
  • pflegeleichte, fleischfressende Pflanzen
  • bevorzugen saure, nährstoffarme Böden
  • Vielfalt an Blütenformen und Blütenfarben
  • ernähren sich von Kleinstlebewesen

Wasserschläuche

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Die Wasserschläuche (bot. Utricularia) stammen aus der Familie der Wasserschlauchgewächse. Es handelt sich um fleischfressende Pflanzen, die teilweise im Wasser siedeln oder terrestrisch wachsen. Utricularia ist mit über 220 Arten die umfangreichste Gattung der Familie. Auf den ersten Blick wirkt die Utricularia unscheinbar, begeistert bei genauerem Hinsehen mit hübschen Blüten und einer außergewöhnlichen Fallenfunktion.

Der deutsche und der botanische Name der Utricularia leitet sich aus dem lateinischen Wort utriculus ab, das kleiner Schlauch bedeutet. Er spielt auf das Aussehen der Fangblasen an, die an Wein- oder eben Wasserschläuche erinnern. Im Jahr 1553 findet sich die Gattung der Wasserschläuche das erste Mal in Fachliteratur erwähnt. Etwa 100 Jahre später entdeckte Charles Darwin die ungewöhnliche Fallenfunktion. Aus kleinen, umgeformten Blättern bilden sich Fangblasen, die kleine Tiere wie Wasserflöhe fangen.

Blatt

Die Utricularien teilen sich in epiphytische, terrestrische und aquatische Arten ein. Die epiphytischen und terrestrischen Utricularia-Arten bilden oberirdische Blätter, die sich in Form und Größe unterscheiden. Meist sind die Blätter der terrestrischen Arten klein, gestielt und nierenförmig bis länglich. Die Blätter der Epiphyten sind deutlich größer und erreichen bei bestimmten Arten bis zu einem Meter in der Breite. Die aquatischen Arten entwickeln ein breites Flechtwerk, das sich direkt unter der Wasseroberfläche befindet. Luftgefüllte Blätter an der Basis der Blütenstiele machen die Blüten standfester. An den Blütenstielen wachsen einige Nebenblätter.

Blüte

Aufgrund der zahlreichen Wasserschlauch-Arten existiert eine Vielfalt an Blütenformen und Blütenfarben. Die meisten Wasserschläuche bilden gelbe Blüten aus, aber auch weiße, blaue, violette und lilafarbene Blüten sind zu finden. Orange- bis rotblühende Utricularia sind seltener.
Sie bestehen aus zwei verwachsenen Kelchblüten und fünf verwachsenen Kronblättern und wachsen in traubenartigen Blütenständen. Bei aquatischen Arten, die über Stängel mit Luftkammern verfügen, bildet sich häufiger eine Einzelblüte aus. Eine große Anzahl der Wasserschläuche ist selbstbestäubend. Einige Arten lassen sich von Insekten bestäuben.

Frucht

Wasserschläuche bilden kleine, runde bis eiförmige Kapselfrüchte aus. Diese enthalten unzählige winzige Samen, die zum Keimen Licht benötigen.

Wuchs

Bei Wasserschläuchen handelt es sich um einjährige oder mehrjährige Pflanzen, die krautartig wachsen. Der Großteil der Arten erreicht eine Wuchshöhe von 30 Zentimetern, selten erreicht eine Utricularia Art eine Größe von bis zu 130 Zentimetern.
Der Wasserschlauch besitzt keine echten Wurzeln und streng genommen besteht kein Unterschied zwischen Blatt und Spross. Anstatt eines Wurzelsystems bildet der Utricularia ein Geflecht aus winzigen, gestielten Fangblasen aus. Die Saugfallen entstehen direkt an den Sprossen und sind mit borstenartigen Härchen ausgestattet. Die Härchen öffnen sich, sobald ein Beutetier sie berührt. Dabei entsteht ein Unterdruck, der Wasser ansaugt und Beutetiere wie Fadenwürmer, Wasserflöhe und andere Kleinstlebewesen, in die Falle spült.
Viele Arten sind einjährig, da sie Trockenperioden nicht überstehen. Dagegen haben einige Arten einen besonderen Mechanismus entwickelt. Sie bilden Speicherknollen oder Winterknospen aus, in die sie sich zurückziehen, und treiben nach trockenen Phasen beziehungsweise nach der kalten Jahreszeit neu aus.

Standort

Utricularia Arten lieben sonnige bis halbschattige Standorte mit sauren, nährstoffarmen Sand- und Torfböden. Auf alkalischen Böden sind sie seltener anzutreffen, weil anderen Vegetation sie verdrängt. Halbaquatische und terrestrische Wasserschlauch-Arten besiedeln feuchte, zum Teil überschwemmte Gebiete. Außerdem sind sie in kleinen Pfützen, in der Nähe von Gewässern und Sickerfluren sowie an Felswänden und Moospolstern anzutreffen. Aquatische Arten sind freischwimmende Pflanzen und besiedeln Seen und Tümpel. Auch finden sie sich in Bächen und anderen fließenden Gewässer. Epiphytische Arten wachsen als sogenannte Aufsitzerpflanzen auf anderen Pflanzen, die eine hohe Feuchte bieten, oder auf bemoosten Bäumen.

Der Großteil der halbaquatischen und terrestrischen Wasserschlauch-Arten lässt sich zu Hause in nassem Torf und Torf-Sand-Gemisch kultivieren. Sie schätzen es, teilweise leicht überschwemmt zu sein. Bei epiphytischen Arten ist Staunässe zu vermeiden. Sie benötigen gut belüftete Standorte mit höherer Luftfeuchte und gedeihen in einem durchlässigen Gemisch aus Moos oder Torf mit Pinienrinde und Vermiculite. Aquatische Utricularia Sorten sind im Gartenteich oder in Aquarien bestens aufgehoben. Idealerweise ist das Wasser nährstoffarm und der Pflanztorf angesäuert.

Verbreitung

Die Wasserschläuche sind auf allen Kontinenten vertreten und besitzen das größte Verbreitungsgebiet aller fleischfressenden Pflanzen. Der Schwerpunkt ihres Vorkommensliegt in Südamerika und Australien. Da der Wasserschlauch weit verbreitet ist, findet er sich in gemäßigten Gebieten und in tropischen sowie subtropischen Gegenden gleichermaßen. Manche Arte kommen auf dem Himalaya in Höhen von 4200 Metern vor. Nur in der Antarktis, der ozeanischen Inselwelt und ariden Gebieten sind Utricularia nicht anzutreffen.

Nutzung

Der Wasserschlauch hat für den Menschen keine Bedeutung als Heil- oder Lebensmittel. Zwar sind Utricularia aufgrund ihrer schönen Blüten und ihrer Karnivorie bei Liebhabern bekannt, als Zierpflanze sind nachrangig.

Pflege/Schnitt

Die Kultur von Wasserschläuchen ist einfach. Nahezu alle Arten benötigen viel Licht, direkte Sonnen ist zu vermeiden. Abhängig von der Herkunft der Wasserschlauch-Art benötigen die Pflanzen Tagestemperaturen von 20 bis 35 °C. Die aquatischen Arten haben keine Probleme mit Frost.
Um einen dichten Rasen aus Utricularia auf dem Aquarienboden zu erzielen, ist der Wasserschlauch bei einer Höhe von drei Zentimetern zu schneiden. Da die Pflanzen schnell aus dem Boden reißen, sind Wasserschläuche vorsichtig mit einer speziellen Schere für Aquarienpflanzen zu schneiden.

Krankheiten/Schädlinge

Krankheiten treten beim Wasserschlauch, insofern er in weichem Wasser wächst und genügend Nährstoffe erhält, kaum auf. Ein Befall mit Blattläusen und Mehltau ist allerdings möglich.

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Pflanzen innerhalb der Gattung Wasserschläuche Utricularia

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