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Eigenschaften

  • schnelle Ausbreitung
  • spenden Sauerstoff und binden Nährstoffe
  • blühen äußerst selten
  • ungeschlechtliche Vermehrung über Sprossenbildung
  • als Nutzpflanze der Zukunft gehandelt

Wasserlinsen

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Die Gattung der Wasserlinsen (bot. Lemna) gehört zur Unterfamilie der Wasserlinsengewächse (Lemnoideae). Diese ist den Aronstabgewächsen (Araceae) untergeordnet. Die Artenanzahl variiert je nach Einteilung zwischen sieben und 15. Drei Arten sind in Mitteleuropa heimisch. Alle Gattungs-Vertreter sind klein, grün und lieben das Wasser. Die wohl bekannteste Art ist die Kleine Wasserlinse (Lemna minor). Die umgangssprachlich als Entengrütze bezeichnete Pflanze breitet sich rasant auf der Wasseroberfläche aus und lässt sie wie von einem grünen Teppich bedeckt wirken. Als Lebensraum bevorzugen alle Arten nährstoffreiche, schwach fließende oder stehende Gewässer.

Wissenschaftler forschen seit Jahren, ob sich die Wasserlinse als Nutzpflanze der Zukunft eignet: Die schnelle Vermehrung, ein hoher Eiweiß- und Stärkegehalt sowie die starke Filterwirkung machen aus dem schwimmenden Grün ein unkompliziert anbaubares, nahrhaftes und nützliches Produkt. In manchen asiatischen Ländern ist die Wasserlinse fester Bestandteil des Speiseplans. Lemna-Arten wachsen in freier Natur ebenso gern wie in Gartenteichen. Dort ernähren sich Fische und Enten von dem Miniatur-Grün. Doch Vorsicht: Deckt der Linsen-Teppich die gesamte Teichoberfläche ab, nimmt er anderen Wasser- und Unterwasserpflanzen Sauerstoff, Platz und Licht zum Leben. Regelmäßige Kontrollen und eventuelles Abfischen der Wasserlinsen ist empfehlenswert.

Blatt

Bei den scheinbaren Blättern der Wasserlinse handelt es sich um Phyllokladien. Diese grünen, flächigen Kurztriebe übernehmen bei Pflanzen mit reduzierten Blättern deren Funktion. Die Hohlräume sind mit Luft gefüllt. Bei manchen Arten sind die Sprossglieder gestielt und lang gestreckt, bei anderen wirken sie wie zusammengesteckte Blättchen. Die runden bis eiförmigen oder gewölbten Lemna-Phyllokladien sind grün oder rötlich gefärbt und zwischen einem und 15 Millimeter lang. Sie schwimmen einzeln oder in Gruppen zusammenhängen. Jedes Sprossglied hat einen bis zu 15 Zentimeter langen Wurzelfaden, über den es Nährstoffe aus dem Wasser aufnimmt. Eine Gliederung in Stängel und Blatt fehlt.

Blüte

Die Blüten der meisten Lemna-Arten sind klein und unscheinbar und zeigen sich zwischen Mai und September. Sie sind von einem Hüllblatt (Spatha) umgeben. Die männlichen Blüten haben ein Staubblatt, die weiblichen bestehen aus einem Stempel mit trichterförmiger Narbe. Bei der Dreifurchigen Wasserlinse (botanisch Lemna triscula) sitzen die Blüten beispielsweise in den randständigen Taschen der Sprossglieder. In unseren Breiten blühen Wasserlinsen eher seltener.

Frucht

Die Früchte sind nussartig. Sie tragen einen oder mehrere Samen in sich, die mit bis zu 16 Längsrippen versehen sindn. Je nach Art sind sie 0,6 bis etwa einen Millimeter groß.

Wuchs

Wasserlinsen vermehren sich ungeschlechtlich durch Sprossung. Sie sind in der Lage, ihre Anzahl innerhalb von zwei Tagen verdoppeln. Die blattähnlichen Sprossglieder schwimmen knapp unter oder auf dem Wasser und bilden in kürzester Zeit einen geschlossenen Verbund. Zum Überwintern ziehen sich die Pflanzen auf den frostfreien Grund des Gewässers zurück und schwimmen erst im Frühjahr erneut an die Wasseroberfläche.

Standort

In sonnenbeschienenen und nährstoffreichen, stehenden oder schwach fließenden Gewässern finden Wasserlinsen einen optimalen Lebensraum. Besonders schnell verbreiten sie sich in leicht verschmutzten, abwasserbelasteten Gräben, Teichen und Tümpeln. Wasserlinsen kommen mit Temperaturen von -15 °C bis +32 °C bestens zurecht.

Verbreitung

Arktische und subarktische Regionen ausgenommen, sind Arten der Gattung Lemna weltweit verbreitet.

Nutzung

Wasserlinsen dienen als Nahrung für Schnecken, Fische und Enten. Sie dämmen den Algenwuchs ein, da sie große Mengen an Stickstoff und Mineralien aufnehmen und den Algen ihre Nahrungsgrundlage entziehen.

Im Aquarium sorgen Wasserlinsen wie in freier Natur für Wasserreinigung und Abschattung. Bei tierischen Aquarienbewohnern sind sie außerdem als Versteckmöglichkeit beliebt. Wegen der schnellen Ausbreitung und einer eventuellen Überbesiedlung, ist hier das regelmäßige Abschöpfen der Mini-Schwimmpflanzen sinnvoll.

Wasserlinsen gelten als Indikatorpflanze bei Eisenmangel. Färben sich ihre blattartigen Sprosse gelb, hilft der Griff zum Eisendünger.

Der hohe Nährstoffgehalt macht einige Arten der Wasserlinsen-Gattung als Tierfutter und Rohstoff für die Biogas- und Bioethanolproduktion attraktiv. Sie reinigen Abwässer, die nach der Säuberung in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

Die nahezu ideale Zusammensetzung von Aminosäuren macht aus der Wasserlinse eine pflanzliche Proteinquelle, die auch für Menschen interessant ist. In asiatischen Ländern sind Lemna-Arten fester Bestandteil des Speiseplans.

Pflege/Schnitt

In nährstoffreichem Gewässer gedeihen die Wasserlinsen ohne viel Zutun - und häufig schneller als gewollt. Wer zum Schutz der anderen Teichpflanzen die Ausbreitung im Zaum halten will, installiert einen Springbrunnen. Die Bewegung im Wasser hemmt das Wachstum der Wasserlinsengewächse.

Zum Überwintern sinken die Pflänzchen auf den Gewässergrund. Dort führen sie schnell zu Verschlammungen. Daher ist eine großzügige Auslichtung des "grünen Teppichs" in den Herbstmonaten sinnvoll.

Krankheiten/Schädlinge

Eine Gelbfärbung der Blätter zeigt Eisenmangel an.

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Pflanzen innerhalb der Gattung Wasserlinsen Lemna

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