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Eigenschaften

  • herabhängende Blüten in gelben Farbtönen
  • Blattschmuckstauden mit auffälligen Blättern
  • Pflanzen der schattigen und feuchten Standorte
  • in Nordamerika beheimatet
  • winterhart bis -25 °C

Uvularia

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Die Pflanzengattung der Goldglöckchen (bot. Uvularia) gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Die Gattung umfasst fünf Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Nordamerika haben. In Deutschland haben Goldglöckchen wegen ihrer auffälligen Blüten als Zierstauden an Bedeutung gewonnen.

Der Name für diese Gattung stammt vom lateinischen Wort uvula. Es ist der medizinische Begriff für das Gaumenzäpfchen. Zu Zeiten des schwedischen Botanikers Linné galt die Theorie, dass die Pflanzenteile gegen Erkrankungen an diesem Organ helfen. Die Pflanzen sind an die feuchten und schattigen Lebensräume dichter Wälder angepasst. Sie wachsen in artenreichen Pflanzengesellschaften und kommen sowohl im Tiefland als auch in höheren Lagen vor. Die einkeimblättrigen Pflanzen erinnern in ihrer Gestalt an Maiglöckchen (Convallaria majalis). Ihre hängenden Blüten, die zwischen Frühjahr und Sommer in unterschiedlichen Gelbtönen erstrahlen, gaben den Pflanzen den Namen Trauerglöckchen.

Blatt

Die Blätter der Goldglöckchen stehen in einer wechselständigen Anordnung am Stängel. Uvularia-Arten tragen Laubblätter. Sie sind am unteren Teil der Pflanze gestielt. Je weiter oben die Blätter sitzen, desto mehr geht die Blattspreite in den Blattstiel über. Im oberen Teil der Pflanzensprossen sitzen die Blätter. Unterhalb der Blütenstände sind die Blätter durchwachsen. Es scheint, als ob der Blütenstandsschaft durch die Blattspreite stößt. In ihrer Form erinnern die Blätter an eine langgezogene, eiförmige Struktur. Die Blattspitze ist ledrig oder häutig und lang ausgezogen. Da die Goldglöckchen zu den einkeimblättrigen Pflanzen gehören, die während des Keimens nur ein Blatt entwickeln, sind die Nerven auf den Blattspreiten parallel angeordnet.

Blüte

Uvularia-Arten blühen vom Frühling bis in den Sommer. Der Blütenstandsschaft bildet sich am Ende der Sprossachse. Die Blüten gruppieren sich zu viert am Schaft und hängen nach unten. Die Blüten sind zwittrig aufgebaut und folgen der Dreizähligkeit, wie es typisch für Einkeimblättrige ist. Jeweils drei Blütenhüllblätter sitzen in zwei Kreisen angeordnet. Dadurch erscheint die Blüte optisch sechszählig.

Die Blütenhüllblätter stehen frei. Sie überlappen sich dachziegelartig. Das Farbspektrum der Blüten reicht von weißlich-gelb über grünlich bis hin zu strohgelb und goldgelb. An der Basis der Blütenhüllblätter sitzen kleine Nektardrüsen. Sie bilden einen süßlich duftenden Saft, der Wildbienen und Schmetterlinge anlockt. Im Zentrum der Blüte sitzen sechs Staubblätter in zwei Kreisen angeordnet. In der Mitte befindet sich ein Griffel, der in einer dreilappigen Narbe endet. Die Narben wölben sich zum Bestäuben nach außen.

Frucht

Goldglöckchen entwickeln Kapselfrüchte, die auf einem Stiel sitzen. Zur Fruchtreife verändert sich die Farbe der Früchte. Reife Früchte sind grünlich bis gelblich oder leicht bräunlich gefärbt. Die Fruchtfächer enthalten einen bis drei Samen. Die ledrige bis häutige Fruchtschale öffnet sich langsam und lässt die bräunlich bis rötlichen Samen frei. Sie sind in ihrer Gestalt kugel- oder eiförmig.

Wuchs

Die Goldglöckchen sind ausdauernde Pflanzen, die in der Krautschicht wachsen. Sie bilden während der Vegetationsperiode ein langes Rhizom, das sich durch die Erde zieht. An diesem Rhizom treiben faserige oder verdickte Wurzeln aus, die die Pflanze mit Nährstoffen versorgen. Das Rhizom dient dem Überdauern in den kälteren Monaten. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder flaumig behaart. Die Sprossachse ist kantig oder rund. Die Arten sind unverzweigt oder verzweigen sich kräftig. Die Pflanzen wachsen bis zu 50 Zentimeter hoch und gehören zu den kleinwüchsigen Stauden.

Standort

Die Ansprüche an den Standort sind bei den Arten dieser Gattung variabel. Uvularia-Arten bevorzugen feuchte bis trockene Standorte. Einige Arten bevorzugen den Schatten dichter Wälder. Andere Arten wachsen auf lichteren Standorten. Sie benötigen einen kalkreichen bis neutralen Boden, aufgelockert und reich an Nährstoffen. Da einige Arten die feuchten Bedingungen von Waldböden bevorzugen, benötigen sie einen lehmhaltigen Boden. Ein Sandanteil im Boden kommt den Pflanzen zugute, da die Wurzeln empfindlich auf Staunässe reagieren.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Goldglöckchen erstreckt sich über Nordamerika. Sie wachsen in den US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia, Mississippi und South Carolina. Das Areal zieht sich über den Osten der USA bis in den Osten Kanadas. Uvularia-Arten wachsen in artenreichen Hartholz-Wäldern. Einige Arten sind an das Flachland gebunden, während andere Vertreter dieser Gattung bis auf 1.000 Meter Höhe wachsen.

Nutzung

Als Zierpflanzen sind die Hänge-Goldglocke (Uvularia grandiflora) und die Kleine Goldglocke (Uvularia perfoliata) von Bedeutung. Als Schattenblüher sorgen sie an Gehölzsäumen oder unter Laubbäumen für farbliche Akzente. Die Kleine Goldglocke und die Aufrechte Goldglocke (Uvularia sessilifolia) dienen in ihrer Heimat als Spargelersatz. Die Rhizome gelten gegart als Delikatesse. Die unterirdischen Pflanzenteile liefern die Basis von Diätgetränken.

Pflege/Schnitt

Viele Goldglöckchen benötigen einen feuchten Boden, der nicht austrocknet. Da sie Staunässe nicht vertragen, empfiehlt sich das gemäßigte Bewässern. Die Wassergabe ist beim Antrocknen der obersten Erdschicht erforderlich. Ist der Sommer reich an Niederschlägen, benötigen die Pflanzen am optimalen Standort kein zusätzliches Gießen. Die Staude ist winterhart. Das Rhizom übersteht Temperaturen bis -25° C ohne Schaden zu nehmen. In kälteren Regionen zeigen sich die Pflanzen über eine Hilfe gegen die Kälte dankbar. Eine Schicht aus Reisig oder Tannenzweigen sorgt dafür, dass sich keine Staunässe bildet. Staunässe im Winter führt dazu, dass die Wurzeln und Rhizome faulen.

Da die Pflanzen sich an nährstoffreichen Waldboden anpassen, ist ein regelmäßiges Düngen erforderlich. Ein fruchtbarer und humoser Boden ist ein wichtiger Faktor für üppiges Wachstum. Wenn der Winter naht, ziehen sich die Pflanzen in die unterirdischen Rhizome zurück. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben ab und verwelken. Nachdem sie vollständig im Herbst oder Spätherbst verwelken, ist ein Rückschnitt durchführbar. Ein früherer Schnitt schädigt die Pflanze. Sie ist in dem Fall nicht in der Lage, ihre Energie vollständig aus den Blättern in das Rhizom einzulagern. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Pflanzen im nächsten Jahr nicht austreiben.

Krankheiten/Schädlinge

Die Goldglöckchen erweisen sich als absolut widerstandsfähig gegen Krankheiten. Allerdings sind die im Frühjahr frisch austreibenden Pflanzen ein gefundenes Fressen für Schnecken. Sie fressen die Triebe kahl und der Pflanze fehlt die nötige Energie für das weitere Wachstum. Ein Schneckenzaun schützt die jungen Triebe vor den Schädlingen.

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