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Eigenschaften

  • robuste, schnell vermehrende Stauden
  • Nahrungsquelle für Bienen und Falter
  • auf der Liste der gefährdeten Arten
  • halbkugelige bis eiförmige Blütenkörbe
  • in der Volksmedizin verwendet

Succisa

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Die im Deutschen als Teufelsabbiss (bot. Succisa) bezeichnete Pflanzengattung gehört zur Familie der Kardengewächse (Dipsacaceae). Zu ihr zählen drei Arten. Ihren verwunderlichen Namen verdankt die Wiesenstaude der eigenartigen Form ihrer Wurzel. Das Rhizom stirbt stetig von unten her ab und sieht dadurch abgebissen aus.

Die botanische Bezeichnung Succisa leitet sich von lateinisch succisus her, was ''unten abgeschnitten'' bedeutet. Bereits im 15. Jahrhundert fand die Gattung im Mittelhochdeutschen als abbiz Erwähnung. Neben ihrem heute noch gebräuchlichen Namen ging sie in lateinischen Schriften als morsus diaboli und herba sancti Petri in die Geschichte ein.
Um dieses Gewächs ranken sich allerlei Sagen, die oftmals regional geprägt sind. Sie alle verbindet eine gemeinsame Idee: Die Hauptperson erkennt die Fähigkeit der Pflanze, selbst die schlimmsten Krankheiten zu heilen und macht sich diese zunutze. Das erzürnt den Teufel furchtbar. Er übt Rache und nimmt der Pflanze den Großteil ihrer Heilkraft, indem er allen Exemplaren die Spitze ihrer wertvollen Wurzel abbeisst.

Blatt

Succisa bringt vier verschiedene Blatttypen hervor. Die Grundblätter sind länglich-lanzettlich, rosettig angeordnet und gegenständig. Sie erscheinen in kahler oder behaarter Form. Die Blattränder der Grundblätter gestalten sich meist ganzrandig und ungeteilt, selten gefiedert, gezahnt oder gelappt. Weiter oben am Stiel der Pflanze wachsen sitzend die kleineren ungeteilten Stängelblätter.
Im Gegensatz zu den Grundblättern fallen sie spatelig aus. Sie haben mehrheitlich ungeteilte und ganzrandige Blätter, manchmal fiederteilige. Die Stängelblätter haben zarte Härchen oder eine nahezu glatte Oberfläche. Direkt unterhalb der Blüte liegen bewimperte lanzettliche Hüllblätter. In zwei Reihen sternenförmig angeordnet, stützen sie das volle Blütenkörbchen. Die Hüllblätter sind kürzer als die Blütenblättchen und nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Zwischen den Einzelblüten im Körbchen finden sich Spreublätter. Umrandet von feinen Wimpern, überragen sie die Blütenblätter.

Blüte

Der Teufelsabbiss blüht von Juli bis September. Die Blütenfarbe rangiert von (hell-)blau bis violett, zum Teil geht die Farbe ins Rosafarbene oder Weiß-Bläuliche. Die Blüte erreicht Durchmesser von 0,8 bis 20 Zentimetern. Die halbkugelförmigen, manchmal nahezu eiförmigen Blütenkörbchen bestehen aus 50 bis 80 Einzelblüten.
Diese bilden eine vierspaltige Krone und laufen nach unten zu einem stacheligen Zipfel aus. Die Krone wird bis zu sieben Millimeter hoch. Deutlich länger sind die Staubblätter, die charakteristisch über die Blütenblättchen hinausragen. Succisa schmückt sich nicht mit auffälligen Randblüten. Sie ist vielen Insekten eine willkommene Nektarquelle. Bienen, Falter und verschiedene Zweiflügler übernehmen die Bestäubung.

Frucht

Die Staude trägt behaarte Achänen als Frucht. Diese einsamigen Schließfrüchte öffnen sich nicht, wenn sie reif sind. Sie haben eine Größe von fünf bis sieben Millimetern, sind vierkantig, zottig und tief gefurcht. Ab August bleiben die ausgebildeten Früchte im Fell vorbeistreifender Tiere hängen und verbreiten sich auf diese Art. Außerdem verstreuen Windbewegungen die kleinen Samen oder Ameisen tragen sie davon.

Wuchs

Der krautige, belastbare Teufelsabbiss erreicht eine Wuchshöhe zwischen 20 und 100 Zentimetern. Sein schlanker Stängel wächst gerade und aufrecht und ist mal leicht, mal stark verzweigt. Der Stiel, oben behaart und blattlos, wird nach unten hin fast glatt. Die Gattung glänzt durch rasche Vermehrung.

Standort

Als Zierpflanze macht sich der Teufelsabbiss gut in naturnahen Gärten, an Teichrändern und auf wilden Wiesen. Er braucht einen wechselfeuchten, mageren Boden und einen sonnigen Standort. Mit der richtigen Erde gedeiht er im Kübel.

Verbreitung

Die Gattung Succisa ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. Ihr Vorkommen in Kanada und den USA ist Folge menschlichen Eingreifens, dort ist sie ein Neophyt. Die Staude siedelt sich von den Ebenen bis hinauf in die Gebirgslagen auf wechselfeuchten, basenreichen, humosen Böden an.
Im Schwarzwald und in den Alpen wachsen Exemplare bis in 1400 Metern Höhe. Allerdings geht ihr Vorkommen in den Ebenen zurück. Die natürlichen Standorte, nasse Moorwiesen und Magerrasen, weichen zunehmend der Landwirtschaft. In einigen Bundesländern Deutschlands steht der Teufelsabbiss auf der Liste der gefährdeten Arten.

Nutzung

Laut Volksmedizin wirkt die zu Tee verarbeitete Wurzel bei etlichen Krankheiten und Beschwerden, beispielsweise gegen Steinleiden und Blutergüsse, gegen Husten, Lungenerkrankungen und Angina. Äußerlich angewendet gilt sie als Mittel gegen Geschwüre, Wunden oder juckende Ekzeme. Sie hat eine adstringierende Wirkung, ist tonisch, reinigt das Blut und gilt unter anderem als Hilfe gegen Verdauungsprobleme oder Wassersucht. Der Tee eignet sich als Gurgelwasser gegen Halsleiden. Die in Wein ausgekochte Wurzel soll laut Überlieferung, wie viele andere Pflanzen, gegen die Pest helfen. Über die arzneiliche Anwendung hinaus dient die verschlossene Blüte zum Grünfärben von Leinen und Wolle. Die Laubblätter eignen sich als Ersatz für Tee.
Dem Aberglauben zufolge wehrt das Rhizom Teufel und Dämonen ab. So soll es, um den Hals getragen, gegen böse Zauber schützen oder, im Stall angebracht, die Tiere vor Verhexungen bewahren.

Pflege/Schnitt

Um im Garten gut Fuß zu fassen zu, benötigen die jungen Sprösslinge viel Licht und Platz. Sind die Pflanzen älter, vertragen sie leichten Schatten und entwickeln sich konkurrenzfähiger. Das ideale Erdreich ähnelt dem Boden ihres natürlichen Standorts. Stickstoffhaltiger Dünger ist Gift für den Teufelsabbiss. Unter guten Bedingungen entwickelt er sich zu einer ausdauernden Zierstaude. Der Rückschnitt erfolgt im Frühjahr.

Krankheiten/Schädlinge

Die Blüten fallen in manchem Fall dem Rostpilz zum Opfer. Sind sie infiziert, ist eine bräunliche Verfärbung zu beobachten. Die Sporen des Pilzes legen sich wie dunkler Puder über das Blütenköpfchen. Außerdem kann Mehltau den Teufelsabbiss befallen.

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