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Eigenschaften

  • hohe Stauden mit aufrechtem Wuchs
  • früh austreibende Blätter
  • Blütenstände blühen von unten nach oben
  • gelbe oder weiße Blüten
  • an Trockenstandorte angepasst

Odermennige

Gattung Agrimonia ab €0.00 kaufen
     
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Odermennige (bot. Agrimonia) stellen eine Pflanzengattung dar, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Die Gattung enhält zwischen zehn und 15 Arten, von denen der Kleine Odermennig (Agrimonia eupatoria) und der Große Odermennig (Agrimonia procera) in Deutschland heimisch sind.

Sie zählen zu den Gewächsen, die in jeden Naturgarten gehören. Odermennige bereichern mit ihrem aufrechten Wuchs und den knallig gelben Blüten jeden Wildblumensaum. Sie vervollständigen das Kunstwerk aus heimischen Blütenpflanzen und erfreuen den Gartenbesitzer mit ihren Blütenständen, die an Kerzen erinnern. Die gelbe Färbung der Blüten ist zauberhaft. Wildbienen und Schmetterlinge gehören zu den täglichen Besuchern, die sich den süßen Nektar der Pflanzen nicht entgehen lassen. Odermennige eignen sich perfekt für schwierige Verhältnisse im Garten.

Blatt

Odermennige tragen gestielte Laubblätter, die einer wechselständigen Anordnung folgen. Die Blattspreiten sind unpaarig gefiedert. Sie erreichen eine Länge bis zu 25 Zentimeter. Die einzelnen Fiederblättchen sind am Rand gezähnt. An der Basis der Blätter sitzen große Nebenblätter, die mit dem Blattstiel verwachsen. Die Blätter zeigen sich Ende März. Sie bedecken das Substrat großflächig und sorgen dafür, dass Unkräuter nicht Überhand nehmen.

Blüte

Agrimonia-Arten tragen Blüten, die in achsel- oder endständigen Blütenständen zusammen stehen. An der Basis der Blütenstiele sitzen jeweils zwei gelappte Vorblätter. Die Blüten sind klein und folgen einem fünfzähligen Aufbau. Dieser sorgt für eine radiäre Symmetrie. Die Einzelblüten sind zwittrig. Der Blütenbecher bildet einen Schlund, der durch einen kuppelförmigen Auswuchs nahezu geschlossen ist. Fünf Kelchblätter liegen wie Dachziegel übereinander. Die fünf Kronblätter sind in ein kräftiges Gelb getaucht. Selten blühen Odermennige in einem weißen Farbton. In den Blüten sitzen bis zu 20 Staubblätter dicht beieinander. Die Blütenkerzen erreichen Wuchshöhen von bis zu einem Meter. Die ersten Blüten zeigen ihre Pracht bei einer Höhe von 50 bis 60 Zentimeter. Der Schaft wächst weiter in die Höhe, bis sich im August die letzten Knospen am Ende des Blütenstandes zu leuchtend gelben Sternchen öffnen. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den September hinein.

Frucht

Nachdem die Blüten verblüht sind, schließen die Kelchblätter die sich entwickelnde Frucht ein. Pro Blüte entwickeln sich bis zu zwei Früchte. Odermennige bilden Achänen. Es sind nussähnliche Schließfrüchte, die mit Stacheln besetzt sind. Sie kletten sich im Fell von Tieren fest oder verbreiten sich mit dem Wind. Die Samenreife erfolgt am Blütenstand von unten nach oben. Während die letzten Blüten am oberen Ende in voller Pracht erscheinen, entwickeln sich im unteren Bereich die ersten Samen.

Wuchs

Odermennige wachsen als große krautige Pflanzen. SIe sind ausdauernd und bilden ein unterirdisches Rhizom, das der Überwinterung dient. Die Pflanzen entwickeln kräftige Wurzeln. Diese ermöglichen es ihnen, sich in trockenem Böden und zwischen den Wurzeln der Bäume auszubreiten. Ihre Stängel sind mit feinen Härchen besetzt.

Standort

Agrimonia-Arten zeigen sich als anspruchslos. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Die Stauden wachsen auf einem nährstoffarmen und kalkhaltigen Standort. Staunässe vertragen die Pflanzen nicht. Sie lieben einen mäßig trockenen bis frischen Boden. Das ideale Substrat ist gut durchlässig und aufgelockert.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Agrimonia erstreckt sich über die gemäßigte Zone von Europa bis nach Asien. In den Tropen kommen die Arten in den montanen Höhenlagen vor. Die Pflanzen dringen bis nach Sri Lanka und Java vor. Einige Arten haben Lebensräume im Norden Amerikas und in Mexiko für sich erobert. Selbst in Brasilien sind Agrimonia-Arten anzutreffen. Eine Art kommt auf Haiti vor. In Südafrika gelten die Pflanzen als Neophyten. Odermennige wachsen in der offenen Vegetation auf Wiesen und an Waldrändern. Sie ist eine typische Pflanze der Weg- und Feldränder.

Nutzung

Odermennige eignen sich für die Pflanzung in Kübeln. Hier bereichern sie mit ihren straff aufrechten Blütenkerzen kleine Pflanzenarrangements aus heimischen Wildpflanzen. Die kräftigen Stauden sind ideale Begleiter in Wildstaudenanpflanzungen. Besonders in kleinen Gruppen entfalten sie ihren ganzen Charme. In Themengärten sind Odermennige nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen für einen rustikalen Charakter in Bauerngärten. In Kräutergärten sind die Pflanzen nicht mehr wegzudenken. Das süßliche Aroma der Blüten duftet nach Aprikosen. Sie gelten als beliebte Zutat für Teemischungen.

In Naturgärten sorgen die aufrechten Blütenkerzen für knallige Akzente. In Gesellschaft mit dem Mittleren Klee (Trifolium medium) entsteht das perfekte Kunstwerk, wie es in der Natur vorkommt. Agrimonia-Trifolium-Säume gelten als Pflanzengesellschaft, die den Übergang zwischen Gehölzen und Magerrasen bilden. Dost (Origanum vulgare), Wirbeldost (Calamintha clinopodium) und Süße Bärenschote (Astragalus glycyphyllos) vervollständigen das Kunstwerk. Die üppige Blütenpracht wissen Wildbienen und Schmetterlinge zu schätzen, weswegen sich die Odermennige perfekt in eine Bienenweise integrieren.

Pflege/Schnitt

Odermennige gelten als extrem pflegeleicht. Sie benötigen keine aufwändigen Pflegemaßnahmen. Als Bewohner der trockenen Standorte bereiten ihnen länger anhaltende Trockenperioden keine Schwierigkeiten. Sie danken eine seltene, aber gründliche und durchdringende Bewässerung mit einem verbesserten Wuchs. Das Wasser dringt in die tieferen Bodenschichten vor und regt die Wurzeln an. Alle zwei bis drei Jahre empfiehlt sich das Teilen des Bestandes. Das Entfernen von schwachen Wurzeln regt die Pflanzen an. Sie entwickeln einen kräftigen Wuchs und bilden viele Blüten. Das Entfernen von abgeblühten Blütenständen fördert eine Nachblüte.

Der Herbst eignet sich für einen bodennahen Rückschnitt der abgestorbenen Pflanzenteile. In einem wilden Naturgarten bleiben die verwelkten Stängel über den Winter stehen. Die Früchte bleiben lange an der Pflanze erhalten. Sie bieten Vögeln während nahrungsarmer Perioden eine wichtige Nahrungsquelle. Die Pflanzen gelten als frosthart und überstehen frostige Minustemperaturen im zweistelligen Bereich ohne Schaden zu nehmen. Um den frischen Austrieb in seiner Entwicklung zu fördern, empfiehlt sich das Entfernen der Stängel im zeitigen Frühjahr. Nach der Keimruhe zeigen sich im Umkreis der alten Pflanzen zahlreiche Keimlinge. Odermennige neigen zum schnellen Selbstausbreiten. Wenn das nicht gewünscht ist, empfiehlt sich das Entfernen der Jungpflanzen bevor diese dicht anwachsen.

Krankheiten/Schädlinge

Als Pflanze der gemäßigten Breiten sind Odermennige perfekt an das Klima in Mitteleuropa angepasst. Sie zeigen sich als wuchsfreudige und widerstandsfähige Pflanzen. Es sind keine schädigenden Krankheiten und Schädlinge bekannt, die der Pflanze Kummer bereiten.

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