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Eigenschaften

  • Gattung mit circa 1400 einjährigen oder ausdauernden Arten
  • bedeutsam als Nahrungsmittel, in der Medizin und als Zierpflanzen
  • brauchen sonnigen und windgeschützten Standort im Kübel
  • relativ anspruchsvoll hinsichtlich Gießen und Düngen
  • weiße, grüne, gelbe, pinke oder violette Blüten

Nachtschatten

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Nachtschatten (bot. Solanum) ist eine Gattung, die zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehört. Sie umfasst circa 1400 Arten. Die Nachtschatten sind überall auf der Welt verbreitet, die Gebiete nahe dem Nordpol ausgenommen. Meist handelt es sich um krautige Pflanzen, die aufrecht bis kriechend, manchmal rankend wachsen. In den Tropen finden sich auch verholzende Arten als Sträucher und Bäume, die bis zu 20 Meter Höhe erreichen.

Zahlreiche Solanum-Arten sind als Nahrungsmittel oder in der Medizin bedeutsam. Andere dienen als Zierpflanzen. Einige Nachtschatten sind aufgrund diverser Alkaloide für den Menschen giftig. Die Sprossachse der Pflanzen teilt sich während des Wachstums kontinuierlich in Nebensprosse auf. In der Fachsprache ist vom sympodialen Verzweigungsschema die Rede. Zum Teil haben die Sprosse Stachel oder sind behaart. Die Stachel sind an den Sprossen, an den Blättern oder am Blütenkelch zu sehen. Sie präsentieren sich gerade oder zurückgebogen sowie dünn und nadelartig oder mit verbreiterter Basis. Die Trichome erscheinen artabhängig einfach, drüsig, sternförmig, baum- oder seeigelartig verzweigt.

Blatt

Die Laubblätter der Solanum-Arten sind einfach oder zusammengesetzt, häufiger bestielt, seltener aufsitzend. Sie haben einen ganzrandigen, gezähnten, gelappten oder gebuchteten Rand. Alle Nachtschatten weisen wechselständige Blätter auf. Jedoch wirken die Blattstände häufiger gegenständig oder paarig. Grund dafür sind komplexe Wachstumsschemen.

Blüte

Die Blütenstände der Nachtschatten entstehen terminal, gegenständig zu den Blättern, in den Verzweigungsachseln oder außerhalb von Verzweigungen. Solanum-Pflanzen bilden einachsig oder dichotom verzweigende, mitunter wickelartige Trugdolden. Letztere bestehen in der Regel aus zwei bis zehn, zum Teil bis zu 20 oder gar 300 Blüten, die traubig oder doldenrispig angeordnet sind. Bei einigen Arten präsentieren sich die Blütenstände zu einfachen, eingabeligen, traubigen Strukturen reduziert.

Die Blüten sind normalerweise klein und fast aufsitzend oder kurz gestielt. Selten stehen sie einzeln. Gemeinhin ist die Blütenhülle ist fünfzählig, gelegentlich vier-, sechs- oder zehnzählig. Ins Auge fällt der glockenförmige Kelch, der sich aus fünf Kelchlappen oder -segmenten zusammensetzt. Letztere vergrößern sich zum Teil nach der Blühphase. Die attraktive rad-, glocken- oder sternförmige Blütenkrone erscheint in weißer, grüner, gelber, pinker oder violetter Farbe.

Vornehmlich befruchten pollensammelnde Bienen die Blüten. Die fünf Staubblätter sind in der Regel gleich lang. In seltenen Fällen ist ein Staubblatt innerhalb einer Blüte länger als die übrigen vier. Gemeinhin sind die Staubfäden wesentlich kürzer als die Staubbeutel. Selten treten sie gleich lang oder länger auf. Die häufiger kleinen, hin und wieder auch mittelgroßen oder großen Pollenkörner erscheinen meistens drei-, gelegentlich vierfaltig und haben Wände mit gekörnter Außenschicht.

Die weiblichen Blütenteile bei Nachtschatten bestehen aus zwei Fruchtblättern mit einem zweikammerigen Fruchtknoten, ohne Nektarien. Sie haben einen behaarten oder unbehaarten Griffel, dessen Narbe sattelförmig, kugelförmig oder scheibenförmig ist.

Frucht

Nachtschatten entwickeln saftige, schleimige oder fleischige Beeren. Mitunter bilden sie stattdessen verholzte oder trockene, aufspringende und kapselige Früchte aus. Die Beeren sind tendenziell kugelförmig und haben durchschnittlich einen Radius von neun bis 20 Millimetern.
Der an der Frucht bestehen bleibende Kelch biegt sich oftmals zurück oder vergrößert sich. Gemeinhin enthält eine Frucht 20 bis 80 scheiben- oder nierenförmige sowie stark eingedrückte Samen. Manche Solanum-Arten überraschen mit 1600 bis 1800 Samen je Frucht.

Wuchs

Arten der Gattung Nachtschatten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, zum Teil verholzend. Sie wachsen als Sträucher, Lianen oder Bäume und erreichen Wuchshöhen von bis zu 20 Metern. Manche Arten sind niederliegend oder kletternd.

Standort

Solanum-Pflanzen bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort. Die Gewächse wünschen humosen, nährstoffreichen und möglichst kalkarmen Boden mit feuchtigkeitsspeichernden und dennoch durchlässigen Eigenschaften.

Verbreitung

Nachtschatten sind weltweit verbreitet, nur nicht in Gebieten in der Nähe des Nordpols. Insbesondere kommen sie in den Anden, in Nord- und Mittelamerika einschließlich Mexiko, im Osten Brasiliens, in der Karibik, in Afrika, Madagaskar und Australien vor.

Innerhalb dieser Verbreitungsgebiete haben sich die Pflanzen an diverse Habitate angepasst. Sie erscheinen in Höhenlagen von null bis zu 4500 Metern. Auch in Gebieten mit extremen Bedingungen gedeihen sie, etwa in Wüsten und Regenwäldern.

Nutzung

Die Gattung Solanum beinhaltet viele Arten, die als Nahrungsmittel, in der Medizin oder als Zierpflanzen bedeutsam sind. Bei Nachtschatten mit Alkaloiden ist Vorsicht geboten - sie sind giftig für den Menschen.

Pflege/Schnitt

Solanum-Pflanzen stellen relativ hohe Ansprüche, was die Pflege betrifft. Das Gießwasser darf weder zu kalt noch kalkhaltig sein. Gefiltertes Leitungswasser oder Regenwasser aus der Tonne ist perfekt. Der Gärtner achtet darauf, dass die Wurzeln nicht austrocknen und dennoch nicht in Staunässe stehen. Er gießt erst wieder, wenn die oberste Bodenschicht leicht angetrocknet ist. Mit handelsüblicher Kübel- oder Gartenerde macht der Pflanzenfreund alles richtig. Vor dem Pflanzen empfiehlt sich die Gabe von Kompost oder Kokosfasern. Wegen der eingeschränkten bis nicht vorhandenen Winterhärte kultiviert der Gärtner Nachtschatten in Kübeln, die sich regelmäßig verschieben lassen. Im Sommer ist eine nach Süden zeigende Ecke an einer Hauswand optimal.

Um ihre üppigen Blüten zu entfalten, brauchen Nachtschatten viele Nährstoffe. Optimal ist flüssiger Volldünger für blühende Pflanzen. Der Gärtner düngt seine Solanum-Gewächse vom Frühjahr bis in den Herbst ein- bis zweimal pro Woche und achtet dabei auf eine geringe bis mittlere Konzentration. Zudem ist regelmäßiges Auslichten wichtig für dichtes Wachstum und eine prächtige Blüte. Der Gärtner schneidet seine Pflanzen im Frühjahr vor dem Austrieb. Ein radikaler Schnitt ist nicht geeignet. Ansonsten bilden Nachtschatten keine Blüten aus. Wenn nötig, greift der Pflanzenfreund im Sommer und Herbst zur Schere, um abgestorbene und störende Triebe zu entfernen.

Durch Stecklinge lassen sich Solanum-Pflanzen vermehren. Die meisten Arten sind nicht winterhart. Vor dem ersten Frost bringt sie der Gärtner in ein adäquates Winterquartier, in dem Temperaturen von mindestens sieben Grad Celsius herrschen. Ideal eignen sich eine Garage, ein Wintergarten oder ein unbeheizter Kellerraum. Mäßiges Wässern ist weiterhin nötig, Düngen nicht.

Krankheiten/Schädlinge

Erhalten Nachtschatten zu wenig Dünger, verlieren sie häufiger ihre Blätter im unteren Bereich. Unbedingt ist auf die ausreichende Gabe von Nährstoffen zu achten. Treten die Symptome auf, bedarf es kurzzeitig eines konzentrierten Düngens.
Während der Winterruhe können Spinnmilben, Blattläuse oder weiße Fliegen die Pflanzen befallen. Die Schädlinge lassen sich mit geeigneten Hausmitteln einfach entfernen.

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