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Eigenschaften

  • dekorative Blüten
  • blühen in der Dunkelheit
  • intensiver Duft
  • invasiv wachsend
  • medizinisch wirksam

Nachtkerzen

Gattung Oenothera ab €3.00 kaufen
     
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Die Gattung der Nachtkerzen (bot. Oenothera) steht in der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) innerhalb der Ordnung der Myrtenartigen (Myrtales). Die Pflanzengattung umfasst autorenabhängig 120 bis 200 Arten, die ursprünglich in den gemäßigten bis tropischen Breiten Amerikas heimisch waren. Die Gattung Oenothera besteht aus 18 Sektionen.

Anfang des 17. Jahrhunderts führten Händler die ersten Arten der Nachtkerzen nach Europa ein. Diese Arten verwilderten und gelten heute als Neophyten. Diese, und neu entstandene Arten und Kreuzungen, sind mittlerweile fester Bestand der Flora im mitteleuropäischen Raum. Die bekannteste Vertreterin der Oenothera ist die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis), ein eingebürgerter Neophyt, der inzwischen als heimisch gilt. Nachtkerzen sind leicht kultivierbar, vielseitig in Gärten einsetzbar und erfreuen Gärtner mit ihren dekorativen Blütenständen.

Blatt

Die Laubblätter der Nachtkerzen sind ungeteilt und lang. Sie entspringen einer basisständigen Rosette oder wachsen wechselständig und spiralig am Stängel. Der Rand der Blätter ist glatt bis gelappt. Oenothera bilden keine Nebenblätter aus.

Blüte

Die Blüten der Nachtkerzen wachsen in Blütenständen oder einzeln in den Blattachseln Sie sind zwittrig, vierzählig, radiärsymmetrisch und verfügen über ein doppeltes Perianth (Blütenhülle). Nachtkerzen-Blüten besitzen vier Kelchblätter, die grün-gelblich mit roter bis purpurfarbener Zeichnung sind. Die Kelchblätter verwachsen röhrig. Die vier Kronblätter der Nachtkerzen sind in der Färbung weiß, gelblich, rosa oder violett. In den Blüten stehen jeweils vier Staubblätter in zwei Kreisen. Die vier Fruchtblätter verwachsen zu Fruchtknoten, der unterständig ist und vier Samenkammern aufweist. Nachtkerzen-Blüten verfügen über eine vierlappige Narbe.

Die Schnelligkeit beim Aufblühen von Nachtkerzen-Arten ist einzigartig. Die Blüten öffnen sich binnen weniger Minuten und blühen im Gegensatz zu anderen Pflanzen in der Dunkelheit. Öffnet sich die Blüte, ist sie fast geruchslos. Wenn sie länger offen gestanden hat, entwickelt sie einen süßen Duft, den Menschen teilweise als unangenehm und aufdringlich empfinden.

Das Bestäuben von Oenothera-Arten erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Nur Insekten mit einem langen Rüssel, wie das Taubenschwänzchen oder der Mittlere Weinschwärmer, erreichen den Nektar in den Blütenröhren. Auch Nektarräuber besuchen die Nachtkerzen und beißen die Blütenröhren auf, um an den Nektar zu kommen. Der Nachtkerzenschwärmer hat eine besondere Vorliebe für diese Pflanzen, was ihm seinen Namen eingebrachte.

Frucht

Die Vertreter der Oenothera bilden ungestielte oder gestielte Kapselfrüchte mit zahlreichen Samen. In einer Blütenrispe bilden Nachtkerzen Hunderte Samen. Beim Absterben der Pflanze öffnen sich die Samenkammern. Nachtkerzen verbreiten sich durch den Wind (Anemochorie). Ein leichter Windstoß genügt, um die Diasporen in ihrem Umfeld zu verteilen.

Wuchs

Oenothera sind ein-, zweijährige und ausdauernde Pflanzen mit krautigem Wuchs. Manchen Arten dienen Rhizome als Überdauerungsorgane. Nachtkerzen bilden Pfahlwurzeln aus und Ausläufer sowie Kriechtriebe zur näheren Verbreitung. Zweijährige Oenothera-Arten erfreuen ab dem zweiten Jahr mit ihrer Blüte, da sie im ersten Jahr nur eine flache Blattrosette auf dem Boden ausbilden. Im zweiten Wachstumsjahr zeigen Nachtkerzen einen Wuchs nach oben. Dann bilden sie einen oder mehrere Blütenstängel aus. Sie erreichen Wuchshöhen bis zwei Meter.

Standort

Nachtkerzen lieben einen sonnigen bis halbschattigen, warmen Standort im Garten. Außerhalb der Gärten wachsen Nachtkerzen-Arten auf Böschungen, an Straßenrändern, in Steinbrüchen oder auf sandigen Untergründen. Die verschiedenen Arten zeigen differente Ansprüche an den Boden. Ein idealer Untergrund für Nachtkerzen ist durchlässig, humos, reich an Nährstoffen und lässt keine Staunässe zu. Die bei uns als heimisch empfundene Gemeine Nachtkerze bevorzugt einen sandigen Untergrund, viele Arten gedeihen lieber in lehmigen Böden.

Verbreitung

Nachtkerzen entstammen ursprünglich den gemäßigten Breiten des amerikanischen Kontinents. Die größte Artenvielfalt zeigt sich im südlichen Nordamerika. Zahlreiche Arten gelten mittlerweile in vielen anderen Ländern als eingebürgert und sind als heimische Arten wahrgenommen.

Nutzung

Vertreter der Gattung Oenothera dienen in Gärten als vielseitige Zierpflanze. Sie schmücken naturnahe Gärten, Steingarten-Anlagen, zieren Hänge oder zeigen ihren Nutzen als dekorativer Beet-Hintergrund.
Viele Arten aus der Gattung sind in der Volksmedizin und im Veterinärbereich von Nutzen. Das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl erreicht seine Wirksamkeit bei unterschiedlichen Krankheitsbildern durch die Linolsäuren, die sich in großen Mengen im Öl befinden. Nachtkerzenöl dient der äußerlichen Anwendung auf der Haut und in Kapselform der inneren Anwendung.
Die Gemeine Nachtkerze trägt im Volksmund die Namen als Rapunzelsellerie oder Gelbe Rapunzel. Dem liegt die Tatsache zugrunde, dass ihre Pfahlwurzeln im Geschmack an Schwarzwurzeln erinnern und die Stauden als Speisepflanzen in den Beeten stehen.

Pflege/Schnitt

Nachtkerzen brauchen regelmäßig Wasser. Staunässe vertragen sie nicht. Deswegen erfolgt das Wässern angepasst an die Boden- und Temperaturverhältnisse. Die Gabe von Nährstoffen empfiehlt sich mit einem schwach dosierten Dünger. Rückschnitt und Abschneiden verblühter Pflanzenteile sind förderlich für das Wachstum der Staude und ermöglichen eine eventuelle zweite Blüte. Das regelmäßige Entfernen welker Blüten, verlängert die Dauer des Flors und die steigert die Blühfülle.

Um Nachtkerzen zu vermehren, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Nachtkerzen vermehren sich selbst durch ihre Samen. Eine gezielte Aussaat oder Vermehrung findet über Kopfstecklinge oder Staudenteilung statt. Für die Vermehrung jeder Art empfiehlt sich der Zeitraum zwischen April und Juni. Dabei ist auf einen Abstand von 25 Zentimetern zu achten, damit die Pflanzen später ausreichen Platz zur Verfügung haben. Viele Nachtkerzen-Arten sind winterhart, manche benötigen einen Kälteschutz aus Reisig.

Krankheiten/Schädlinge

Am häufigsten zeigen sich Nachtkerzen anfällig für den Befall unterschiedlicher Arten der Schlauchpilzgattung Septoria. Die Pflanzen bekommen dunkle Blattflecken, die sich ausbreiten. Erkrankte Pflanzenteile bedürfen einer umgehenden Entsorgung. Falscher Mehltau präsentiert sich im Schadbild an den Blattunterseiten mit einem samtig weißgrauen bis bräunlichen Überzug. Die Blattoberseiten der Nachtkerzen weisen bei Befall gelbe oder braune Flecken auf. Die befallenen Pflanzenteile verwelken und sterben ab.
Der Erdfloh zeigt im Befall zahlreiche winzige Löcher an den Blättern, die bis zu einer siebartigen Struktur auftreten. Als vorbeugende Maßnahme bewährt es sich, den Standort der Nachtkerzen ideal aufzubereiten, um die Pflanzen zu stärken. Gegen den Befall der Nachtkerzenlaus hilft der Einsatz von Nützlingen wie Schwebefliegen und Schlupfwespen.

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