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Eigenschaften

  • sommergrüne Laubbäume
  • hochwachsend
  • langlebige Pflanzen
  • dekorative Apfelfrüchte
  • winterhart

Mehlbeeren

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Die Mehlbeeren (bot.Sorbus) gehören zur Pflanzengattung der Familie der Rosenbaumgewächse (Rosaceae). Darin bilden sie die Unterordnung der Kernobstgewächse (Pyrinae). Bekannt sind sie auch unter den Namen Vogelbeeren, Elsbeeren oder Ebereschen. Nach traditioneller Klassifizierung gibt es etwa 100 Arten. Sie kommen vorwiegend in den gemäßigten Breiten auf der Nordhalbkugel vor. Typisch für die Mehlbeeren-Arten sind die markanten Früchte im Herbst. Sie sind bei einigen Arten für Süßspeisen oder zur Weinherstellung von Nutzen.

Die erste wissenschaftliche Beschreibung und die Aufstellung der Gattung Sorbus stammen von dem schwedischen Pflanzenkundler Carl von Linné. Nach dem Botaniker Hugh McAllister besteht die Gattung Sorbus seit 2005 aus sieben Untergattungen und verschiedenen Sektionen. Weitere Untersuchungen zur Genetik der Mehlbeeren führten im Jahr 2017 zu einer Überarbeitung der europäischen Arten. Danach verbleibt nunmehr der Gattungsname Sorbus lediglich bei der Vogelbeere (Sorbus aucuparia). Eine endgültige Klärung der Gattungseinteilung liegt zur Zeit nicht vor. Außerdem gibt es von zahlreichen Arten lokale Bastarde. Ob der deutsche Gattungsname von den mehligen Beeren stammt oder daher, dass die Beeren in geriebener Form früher manchmal zum Strecken des Mehles genutzt wurden, ist nicht gesichert.

Blatt

Die Sorbus-Arten besitzen wechselständig an den Trieben angeordnete Blätter. Diese gliedern sich in Blattstiel und Blattspreite. Die Blattspreiten sind meist einfach oder gefiedert. Die Blätter sind oval und derb. Der Blattrand ist oft gesägt, selten ganzrandig. Die Blattflächen sind kahl, die Unterseiten sind teilweise weiß-filzig oder grau. Die Nebenblätter fallen früh ab. Bei einigen Arten nehmen die Blätter im Herbst einen rot-orangen Farbton an.

Blüte

Mehlbeeren blühen je nach Art im Frühjahr bis in den Sommer. Sie bilden endständige, oft zusammengesetzte schirmtraubige oder rispige Blütenstände mit zahlreichen Blüten. Diese sind zwittrig, fünfzählig und radiärsymmetrisch mit einer doppelten Blütenhülle. Meist ist der Blütenbecher glockenförmig. Die fünf grünen Kelchblätter sind eiförmig oder dreieckig. Sie sind kahl oder behaart. Die fünf Kronblätter sind gelblich-weiß oder weiß-rosé. In zwei oder drei Kreisen stehen über 40 Staubblätter im Innern der Blüte. Die Staubbeutel sind rund bis eiförmig.

Frucht

Nach der Blüte bilden sich im Spätsommer Sammelbalgfrüchte. Diese Apfelfrüchte haben auf der Frucht fünf ringförmig stehende trockene Kelchblätter. Die Früchte werden je nach Art bei Vollreife weiß, rosafarben, gelb, braun, orange oder rot. Unter der Schale liegt das Fruchtfleisch. Die kleinen Apfelfrüchte sind kugel- oder eiförmig, länglich oder elliptisch. Das Kerngehäuse ist pergamentartig und weist meist zwei bis fünf Kammern mit je einem oder zwei Samen auf.
Die Verbreitung des Samens geschieht zum großen Teil durch Vögel. Sie fressen die Beeren in kurzer Zeit von den Bäumen und scheiden die unbeschädigten Samen an anderer Stelle aus.

Wuchs

Sorbus-Arten wachsen in der Regel als sommergrüne und winterharte Bäume oder Sträucher. Es gibt einstämmige und mehrstämmige Arten. Die Bäume werden zwischen 15 und 30 Meter hoch und bilden eine ausladende breite Krone. Auch gibt es Zwerg-Mehlbeeren mit einer maximalen Wuchshöhe von drei Metern. Eine Art in West-China erreicht eine Höhe von 150 Zentimetern und bildet ein dichtes Gestrüpp.

Auffällige Unterschiede gibt es zwischen den Arten auch hinsichtlich der Rinde. Bei jungen Vogelbeeren ist sie oft grau und glänzend. Bei der Elsbeere reißt die Borke früh auf und wirkt schuppig. Andere Arten haben glatte Rinden mit regelmäßigen Lentizellen.

Standort

Mehlbeeren bevorzugen lichte Plätze. Sie säumen Waldränder oder wachsen an kargen Felswänden, wo sie die volle Sonne bekommen. Sie haben wenige Ansprüche an den Erdboden und kommen auf sauren oder nährstoffarmen Böden zurecht. Sorbus-Pflanzen besiedeln Flächen bis zur Baumgrenze. Auch in der Waldtundra kommen Arten vor. Typisch ist ihr Vorkommen an extremen Standorten.

Verbreitung

Die Gattung Sorbus kommt wild wachsend in Eurasien sowie in Nordamerika vor. Ihr Verbreitungsgebiet liegt generell auf der Nordhalbkugel. Es gibt wenige Vorkommen in Nordafrika und auf Madeira. In China wachsen 67 Mehlbeerenarten (nach der traditionellen Klassifizierung). Davon sind allein 43 dort endemisch.

Nutzung

Mehlbeeren sind wunderschöne Zierbäume. Sie locken im Herbst und Winter zahlreiche Vogelarten an. Anders als vielen weitere Kernobstgehölzen, kommt den Mehlbeeren keine besondere Bedeutung zu.
Lediglich der Speierling oder die Eberesche sind von Nutzen. Die Früchte der Eberesche sind in der Pflanzenheilkunde oder in der Küche beliebt. Sie lassen sich zu Marmelade, Gelee oder Kompott, auch zu Tee, Schnaps oder Sirup verarbeiten. Die Früchte des Speierlings spielen bei der Herstellung von Apfelwein eine Rolle. Bei anderen Arten wie der Elsbeere, ist das Holz wertvoll und in der Möbelindustrie geschätzt.

Krankheiten/Schädlinge

Junge Bäume oder Sämlinge sind in freier Natur ein Leckerbissen für Rehe, Hirsche, Hasen, Kaninchen oder Wühlmäuse. Sie fressen die frischen Triebe ab. Auch die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers haben die Mehlbeeren zum Fressen gern. Sie nagen die Wurzeln an. Junge Bäume drohen abzusterben. So gut wie alle Mehlbeeren-Arten sind vom Feuerbrand bedroht.

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