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Eigenschaften

  • ausdauernd, immergrün
  • bedingt winterhart bis gut winterhart
  • zahlreiche gelbe Blüten
  • duftenden Pflanzen
  • frühes Bienennährgehölz

Mahonien

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Die Pflanzengattung der Mahonien (bot. Mahonia) umfasst immergrüne Sträucher. Es sind bedecktsamige Pflanzen in der Systematik der Eudikotyledonen. Nach der Ordnung sind sie Bestandteil der Hahnenfußartigen (Ranunculales). Ihre Familie sind die Berberitzengewächse (Berberidaceae). Die Gattung gehört zur Unterfamilie Berberidoideae.

Weltweit sind über vierhundert Arten bekannt. Strittig sind die Einordnung und Eigenständigkeit einiger Arten. Nach der neueren Systematik sind sechzig bis siebzig Arten anerkannt. In der Artenliste aus Nord- und Mittelamerika sind neben der Gewöhnlichen Mahonie eine Fiederblättrige Mahonie (Mahonia pinnata (Lag.) Fedde), die Kalifornische Mahonie (Mahonia piperiana Abrams) oder die Zwerg-Mahonie (Mahonia pumila (Greene) Fedde) aufgeführt. Die umfangreiche Auflistung der asiatischen Arten zeigt eine breitere Vielfalt. Einige Arten finden zunehmend gärtnerische Verwendung. Dazu zählen die Japanische Mahonie (Mahonia japonica) oder die Nepal-Mahonie (Mahonia napaulensis).

Blatt

Die Mahonien besitzen lederartige grüne Laubblätter. Sie sind paarig oder unpaarig gefiedert und erreichen eine Länge bis dreißig Zentimeter. Bei manchen Arten werden sie länger. An der Blattspindel sitzen kleine, meistens spitz-eiförmige Blätter ohne Stiel. Sie sind acht Zentimeter oder länger. Die Oberseite glänzt dunkelgrün, die Unterseite ist heller gefärbt. Der Rand ist grob gezahnt und bei einigen Arten stark gewellt. Oft sitzen rundum zehn oder mehr bestachelte Zähne. In der Regel sind zwischen fünf und dreizehn Blätter, manchmal mehr, entlang der Blattspindel angeordnet. Die Laubblätter der Gewöhnlichen Mahonie leuchten im Winter meistens bronzerot. Andere Arten haben im Winter violettbraune Blattfärbungen.

Blüte

Die Blüten bestehen aus drei Kronblättern. Sie sind dreizählig und zwittrig. Sie produzieren reichlich Pollen. Ein seltener Mechanismus überträgt den Blütenstaub direkt auf die Blütenbesucher. Diese Eigenart heißt reizbare Staubblätter. Berührt ein Insekt die Blüte, schnellen die Staubblätter explosionsartig in Richtung Narbe und heften den Blütenstaub an den Besucher. Auch die Familie der Berberitzengewächse besitzt diese Funktion. Die Blütenknospen stammen aus dem Vorjahr.
Die Blüten erscheinen endständig in Trauben oder stehen in Blattachseln. Die duftenden Blüten sind unterschiedlich gelb. Bei einigen Arten ist das Gelb rötlich überlaufen. Die Hauptblütezeit liegt in Mitteleuropa zwischen Anfang März und Ende Juni. Manche Zuchtsorten sind Winterblüher. Die Blütentrauben erscheinen zu Beginn des Winters, die Blüten öffnen sich im Dezember oder Januar.

Frucht

Aus den Blütenständen entwickeln sich purpur bis schwarze, bläulich bereifte Beeren. Sie sind erbsengroß und überwiegend kugelig. An einigen Arten entstehen länglich oder elliptisch geformte Beeren. Sie enthalten zwei oder bis zu fünf rotbraune Samen. Meistens sind die Beeren essbar. Sie sind ab August reif. Vögel schätzen die saftigen Beeren und sorgen für ihre Verbreitung.

Wuchs

Mahonien wachsen überwiegend als aufrechter und vieltriebiger Strauch. Einzelne Arten entwickeln liegende Triebe. Die Sträucher erreichen Höhen von einem halben bis zu drei Meter. Einige Arten sind Tiefwurzler. Meistens besitzen sie ein flaches, sich weit ausbreitendes Wurzelwerk. Als Besonderheit entstehen bei der Mahonie Wurzelableger. Damit verbreitet sich die Pflanze an ihrem Standort. Äste und Triebe sind unbestachelt.

Standort

Die Pflanzen vertragen Trockenheit und Sonne. Sie benötigen keinen besonderen Boden und wachsen in humoser Erde, auf Sand und Kies. Gleichmäßig feuchte Erde und leichter Schatten sind ideal. Standorte mit großen Temperatursprüngen, beispielsweise vor Mauern in Südlage, schaden Mahonien. Geeigneter sind geschützte Plätze in der Nähe von Bäumen. Die Pflanzen wachsen verwildert an Wegen, Straßen und Böschungen, auf Schuttplätzen, Brachen oder an Waldrändern. Mahonien vertragen Stadtklima. Sie sind perfekt zur Begrünung von Plätzen.

Verbreitung

Mahonien stammen aus Nord- und Mittelamerika sowie dem westlichen Südamerika. Weitere Arten sind in Asien beheimatet. Viele Arten haben sich ausschließlich in China entwickelt. Von über dreißig Arten sind 23 endemisch. Manche Arten sind an der Züchtung besonderer Zierpflanzen beteiligt.
Die Lomariablättrige Mahonie (Mahonia lomariifolia Takeda) stammt aus Westchina und Myanmar. Durch ihren außergewöhnlichen Wuchs begeistert sie als Blickfang. Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) stammt von der Pazifikküste Nordamerikas, Oregon. Sie hat sich in einigen Ländern als Neophyt verbreitet und wächst in Europa wild.

Nutzung

Mahonien sind weltweit als Gartensträucher beliebt. Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) wächst in Sonne und Halbschatten und ziert Gärten und Parks. Mahonien vertragen den Wurzeldruck größerer Bäume. Oft sind die Zuchtformen der Art bevorzugt. Hybriden entstanden aus Kreuzungen verschiedener Arten und tragen üppigeren Blüten- und Fruchtschmuck. Mit ihrem grünen Laub zieren sie während des ganzen Jahres die Anlage. Mahonienstämmchen eignen sich für kleine Gärten, Veranden und Balkons. Die verwendeten Sorten sind Winterblüher und erreichen eine Höhe von rund einem Meter. An milden Tagen verbreiten die Blüten ihren Honigduft.

Die Pflanzenteile der Gewöhnlichen Mahonie sind leicht giftig. Vergiftungsfälle sind nicht bekannt. In Wurzeln und Beeren sitzen in unterschiedlichen Anteilen Alkaloide und Berberin. Die Beeren enthalten Zucker und Fruchtsäuren sowie Vitamin C und Mineralstoffe. Sie sind extrem sauer. Gegart entstehen aus ihnen Konfitüren oder Säfte, Likör und Schnaps. Der Beerensaft ist in der Lebensmittelindustrie ein Färbemittel. Basis zur Herstellung von Produkten sind meistens die größeren blauschwarzen Beeren einiger Zuchtformen.

Mahonienarten und -sorten sind eine frühe Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Naturheilkunde und Homöopathie nutzen Extrakte aus Wurzeln und Rinde, unter anderem gegen Hautausschlag. Berberin aus den Beeren ist ein Enzym. Es wirkt auf den Energiestoffwechsel und ist in Mitteln zur Behandlung von Diabetes (Typ 2) und in Nahrungsergänzungsmitteln gegen Fettsucht enthalten.

Die Pflanze bietet natürliche Farbstoffe zum Färben verschiedener Fasern, darunter Wolle und Seide. Die innere Rinde und die Wurzeln ergeben einen gelben Farbstoff, die Beeren färben blauviolett.

Pflege/Schnitt

Alle Mahonien wachsen langsam. Regelmäßige Schnitte sind nicht notwendig. Bei Bedarf vertragen die Sträucher einen Schnitt bis in altes Holz. Günstig ist dafür der Zeitpunkt direkt nach der Blüte. Die Pflanzen treiben zügig aus.
Mahonia aquifolia und einige Sorten sind frosthart bis -25 °C. Manche Züchtungen benötigen in weniger milden Klimazonen Winterschutz. Tannenzweige und Reisig schützen die Triebe. Mulch bedeckt die Wurzeln von Jungpflanzen, sorgt für ein angenehmes Bodenklima und hält die Erde feucht.

Krankheiten/Schädlinge

Auf Mahonienblättern bei Züchtungen kommt ein Befall von Mehltau vor. Einzelne Sorten sind anfällig für Rost. Die Pflanzen leiden nicht darunter. Schädlinge sind nicht bekannt.

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