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Eigenschaften

  • immergrüne, bedingt winterharte Halbsträucher
  • üppiger roter, giftiger Beerenschmuck
  • hell- bis mittelgrüne, ledrig feste Kurztriebe
  • harte Spitzen der Kurztriebe als Scheinblätter
  • Wurzelstöcke enthalten medizinisch wirksame Stoffe

Mäusedorne

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Der Mäusedorn (bot. Ruscus) ist eine Gattung von immergrünen Halbsträuchern, beheimatet im Mittelmeerraum, auf Madeira und den Azoren. Die leuchtend grünen Scheinblätter der Pflanzen bringen selbst bei Schnee und Eis lebendige Farbe in den schlafenden, winterlichen Garten.

Die Familie der Mäusedorn-Gewächse gehört zur Ordnung der Spargelartigen, Unterklasse lilienähnliche Pflanzen. Der Name des mehrjährigen Strauches geht auf seine Verwendung zum Bekämpfen von Ratten und Mäusen zurück. Die stacheligen Zweige mit ihren spitzen, harten Blatt-Enden sollten Mund und Verdauungstrakt der Nager schädigen. Metzger bedeckten ihre Fleischvorräte mit den getrockneten, kratzigen Zweigen, um sie vor Mäusen zu schützen. Die englische Bezeichnung des Mäusedornes lautet butcher's broom (Metzgerbesen).

Bedeutsam ist Ruscus wegen seiner Verwendung für medizinische Zwecke, die bereits in der Antike begann. Pflanzen- und Wurzelteile des Mäusedornes dienten als Medizin sowie als Nahrungsquelle. Zwei Arten des Mäusedornes sind bekannt: Ruscus hypoglossum, der Zungen-Mäusedorn, und Ruscus aculeatus, der in Eurapa stark verbreitete Stechende Mäusedorn.

Blatt

Der Mäusedorn bildet Kurztriebe (Phyllokladien) aus. Sie sind hell- bis mittelgrün und gleichen breit-lanzettlichen Blättern. Die Kurztriebe sind zwei bis vier Zentimeter lang, glattrandig, ledrig fest und haben eine harte, stechende Spitze. Die eigentlichen Blätter des Ruscus haben sich im Lauf der Evolution zu kleinen Blatt-Schuppen reduziert. Sie besitzen eine Länge von einem Zentimeter sind zwei Millimeter breit. Während der Vegetationsperiode werden die kleinen Blätter frühzeitig braun und fallen ab.

Blüte

Von März bis Mai bildet der Ruscus an den langen Seitensprossen kleine, grünlich-weiße Blüten aus. Sie haben einen Durchmesser von zwei bis zu fünf Millimetern und sind duftneutral.

Frucht

Die Gattung des Mäusedorns bildet männliche und weibliche Pflanzen aus. Zweigeschlechtliche Pflanzen kommen sehr selten vor. Sind Pflanzen beiderlei Geschlechts vorhanden, entstehen aus den Blüten im August und September kugelige, leuchtend rote Früchte. Sie haben die Größe von Kirschen und scheinen mitten auf dem Blatt zu wachsen. Ein Anschein, der als botanische Besonderheit der Mäusedorn-Arten gilt. In Mitteleuropa gelingt die Ausbildung der imposanten Früchte nur in beheizten Wintergärten und Gewächshäusern. Die giftigen Beeren sind nicht zum Verzehr geeignet.

Wuchs

Der stechende Mäusedorn ist ein Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von maximal einem Meter. Er wächst gut verzweigt und aufrecht. Seine Wuchsbreite beträgt je nach Art von 50 Zentimeter bis zu einem Meter. Der Zungen-Mäusedorn (Ruscus hypoglossum), erreicht eine größere Wuchsbreite. Er wächst gern als Bodendecker. Die kräftigen Wurzeln der Pflanzen der Ruscus Gattung sind dick und fleischig.

Standort

Ruscus-Sträucher bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte. An Hängen mit steinigem Boden gedeihen sie prächtig. Eine Kultur in Kübeln macht den Mäusedorn zu einer dauerhaften Dekoration von Terrasse und Balkon. Beim Eintopfen ist einfache Blumenerde ausreichend. Mäusedorn-Gewächse freuen sich über regelmäßige Düngergaben im Sommer. Im Winter benötigen Mäusedorne, vor allem junge Pflanzen, einen Schutz vor starkem Frost.

Verbreitung

Der Mäusedorn ist in den Regionen des Mittelmeeres beheimatet. Heute wächst der kleine Strauch mit den leuchtend roten Beeren ebenso in Mitteleuropa, Asien und Nordafrika. Die Vernichtung großer Teile der mediterranen Wälder hat den Lebensraum der Ruscus-Gewächse stark reduziert. Einige Länder wirken diesem Trend durch die Integration der Mäusedorne in das Artenschutzgesetz entgegen.

Nutzung

In privaten Gärten erfüllt der Ruscus in der Hauptsache dekorative Zwecke. Mit Beeren geschmückten Zweige von Mäusedorn-Pflanzen aus Gewächshäusern und Wintergärten eignen sich gut zum Schnitt. Sie geben Herbststräußen und weihnachtlichen Gestecken eine zauberhafte Note.

Die wichtigste Nutzung erfährt der Mäusedorn in der Medizin. Der Wurzelstock der Pflanzen dient der Gewinnung von Arzneidrogen, die zur Weiterverarbeitung zu Extrakten und Pulvern geeignet sind. Die im Wurzelstock enthaltenen Saponine entfalten ihre Wirksamkeit bei Venenleiden, Ödemen, Krämpfen und Schwellungen. Im Jahr 2002 war der Mäusedorn in Deutschland die Arzneipflanze des Jahres.

Pflege/Schnitt

Der Ruscus ist hinsichtlich des Pflegeaufwands genügsam. Er hat einen mittleren Wasserbedarf. Gelegentliches Gießen in den heißen Sommermonaten ist ausreichend. In den Wintermonaten ist das Gießen nicht nötig. Die Pflanzen dulden keine Staunässe. Mäusedorne, als mediterrane Gattung, sind für mitteleuropäische Frostperioden nicht ausreichend winterfest. Zumindest Junge Triebe schützt der fürsorgliche Gärtner durch das Aufbringen einer dicken Reisig- oder Mulchschicht. Eine frostfreie Unterbringung im Gewächshaus oder Wintergarten bietet optimale Bedingungen, nicht nur für junge Pflanzen. Während der Sommermonate empfiehlt es sich, den Mäusedorn, abhängig von der Bodenbeschaffenheit, in 14-tägigem Turnus zu düngen. Die Pflanze verträgt einen Rückschnitt im Herbst.

Die Samen aus den Beeren des Mäusedorns eignen sich zur Vermehrung der Pflanze. Es empfiehlt sich eine Anzucht im Kübel. Die Keimzeit der Sämlinge beträgt bis zu einem Jahr. Die beste Zeit für das Ausbringen der Samen ist der zeitige Frühling. Gewachsene Pflänzchen pflanzt der Gärtner im Mai und Juni ins Freiland.

Krankheiten/Schädlinge

Der Gattung der Mäusedorne bildet robuste und gesunde Pflanze aus. Schädlinge und typische Krankheiten sind nicht bekannt.

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