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Eigenschaften

  • wuchsfreudige Stauden
  • stark aromatisch duftende Pflanzenteile
  • ursprünglich aus Vorderasien
  • benötigt wenig Pflege
  • monotypische Gattung

Levisticum

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Die Gattung Liebstöckel (bot. Levisticum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie steht in naher Verwandtschaft zu anderen bedeutenden Gewürzpflanzen wie Bibernelle, Dill, Giersch oder Koriander. Außer der Art Liebstöckel (Levisticum officinale) sind keine weiteren Arten in dieser Gattung beschrieben.

Im Garten erfüllen die Pflanzen gleich zwei Funktionen: Sie dienen als Gewürzpflanzen und als Sichtschutz. Liebstöckel verströmen im Garten ein unverkennbares Aroma. Die Pflanzen dienen seit Jahrhunderten als Würzpflanzen. Bereits in der Antike spielten sie eine große Rolle. In alten Kräuterbüchern aus dem ersten Jahrhundert sind die Pflanzen als Gewürze und Heilpflanzen beschrieben. Vermutungen lassen darauf schließen, dass die Gattung ursprünglich aus Persien stammt.

Blatt

Die Pflanzen entwickeln Blätter in einer hell- bis dunkelgrünen Färbung. Sie sind auffallend glänzend. Ihre Blattspreite ist fiederschnittig geteilt und am Rand grob gesägt. Optisch erinnern die Blätter des Liebstöckels an die Blätter vom Staudensellerie. Die Blätter an einer Pflanze unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Gestalt. Während die unteren deutlich gefiedert sind, erscheinen die oberen Blätter leicht eingeschnitten. Das Endblättchen hat eine breit dreieckige bis eiförmige Form. Nur die unteren Blätter sind gestielt. Je weiter oben die Stängelblätter sitzen, desto kürzer ist der Stil.

Blüte

Die Blüten sind unauffällig gelb bis gelbgrün gefärbt. Sie stehen in Doppeldolden zusammen, jede Dolde besteht aus maximal elf Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich zwischen Juli und August. Während dieser Zeit zeigt sich die volle Pracht der Pflanzen. Ihre Dolden erreichen einen Durchmesser bis zu zwölf Zentimetern.

Frucht

Aus den Blüten entstehen im Spätsommer die typischen Früchte der Doldenblütler. Diese Doppelachänen bestehen aus zwei Teilfrüchten. Jede Teilfrucht enthält einen flachen Samen, dessen Haut sich braun gefärbt und deutlich strukturiert zeigt.

Wuchs

Liebstöckel ist mehrjährig und ausdauernd, wächst aufrecht und bildet eine buschige Wuchsform. Die krautigen Pflanzen bilden Horste. Sie sind winterfest und vertragen Temperaturen bis zu -20° C. Bei guter Pflege erreichen die Pflanzen Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. Die Wurzelteile sind verdickt und dienen als Überdauerungsorgan im Winter. Diese Rhizome sind unterirdische Verlängerungen des Sprosses, die nichts mit der eigentlichen Wurzel zu tun haben. Die gesamte Pflanze duftet stark aromatisch.

Standort

Liebstöckel stellt keine Anforderungen an das Substrat. Es kommt bevorzugt auf lehmigen und nährstoffreichen Böden vor, die leicht kalkhaltig sind. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 gestaltet sich als optimal. Die Stauden benötigen ein feuchtes Substrat. Eine gute Durchlässigkeit sorgt dafür, dass sich keine Staunässe bildet. In tiefgründigen Böden besteht für die Pflanzen die Möglichkeit, ein dichtes und ausladendes Wurzelwerk auszubilden. Ideal ist ein lehmiges und sandiges Substrat. Bevorzugt sind sie an sonnigen bis halbschattigen Standorten zu finden.

Verbreitung

Die Gattung stammt ursprünglich aus Vorderasien. Verwilderte Pflanzen sind in Deutschland wenig zu beobachten. In Europa verwilderten die Pflanzen durch eine häufige Kultivierung in Kleingärten. Sie sind an Wegrändern und auf Wiesen in wärmeren Regionen anzutreffen.

Nutzung

Liebstöckle ist getrocknet und frisch ein beliebtes Gewürz für verschiedene Speisen. Die intensiv duftenden Blätter verleihen Gerichten ein leicht bittersüßes Aroma. Die Samen gelten als beliebte Zutat für Brot oder zur Herstellung von Käse. Die grünen Pflanzenteile, die Samen und das Rhizom finden Verwendung in der Naturheilkunde. Die Wurzeln enthalten krampflösende Inhaltsstoffe und dienen dem Aufbrühen von Tee.

Die Stauden sind eine Bereicherung für jeden Kräutergarten. Da sie große Höhen entwickeln und an geeigneten Standorten zum Wuchern neigen, eignen sie sich als Sichtschutz. Bei fehlendem Platz im Garten ist eine Kultivierung im Kübel möglich. Ein möglichst großes Tongefäß eignet sich optimal. Am Grund sorgen Tonscherben dafür, dass sich keine Staunässe bildet.

Pflege/Schnitt

Die Kultivierung der Pflanzen gestaltet sich leicht. Die Stauden gelten als stark zehrende Pflanzen. Ein fruchtbarer Boden mit einem hohen Humusanteil unterstützt das Wachstum. Das Frühjahr eignet sich, um die Erde mit Kompost und organischem Dünger anzureichern. Während der Vegetationsperiode empfiehlt sich monatliches Mulchen. Bei einer Kultivierung im Topf benötigen die Stauden alle 14 Tage eine Zugabe von Flüssigdünger, verabreicht über das Gießwasser. Im Sommer ist darauf zu achten, das Substrat nicht austrocknen zu lassen.

Der Wasserbedarf der Pflanzen ist mäßig bis normal. Bei sandhaltigen Böden und lang anhaltenden Trockenperioden empfiehlt sich regelmäßiges Wässern. Da die Pflanzen äußerst konkurrenzstark sind und andere Gewächse verdrängen, benötigen sie bei der Anpflanzung im Garten ausreichend Platz zum nächsten Partner. Liebstöckel hemmen das Wachstum anderer Arten. Zu seinen Artgenossen benötigen die Pflanzen einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern. In Gesellschaft mit anderen Arten empfiehlt sich ein Abstand von einem Meter zwischen den Pflanzen. Lnganhaltende Minustemperaturen im zweistelligen Bereich und Kahlfröste machen einen Winterschutz nötig. Kompost, Reisig oder Mulch schützt das Rhizom vor Frost.

Ein Schnitt empfiehlt sich im Herbst, nach dem Absterben der oberirdischen Pflanzenteile. Im nächsten Frühjahr treibt das Rhizom erneut kräftig aus. Die frischen Triebe entwickeln sich besser, wenn keine alten Stängel das Wachstum behindern. Das Entfernen von Seitentrieben während der Wachstumsperiode fördert die Bildung von kräftigen Haupttrieben. Zudem sorgt es für einen buschigen Wuchs. Das regelmäßige Kürzen von hoch wachsenden Trieben unterstützt die Verdichtung. Unerwünschte Blütenstände lassen sich durch Entfernen von Blütenknospen verhindern.

Krankheiten/Schädlinge

Bei lang anhaltenden Trockenperioden neigen die Stauden dazu, das Wasser aus den grünen Pflanzenteilen abzuziehen. Das macht sich im Geschmack der Blätter negativ bemerkbar. Regelmäßiges Bewässern beugt dem vor.
Liebstöckel ist selten von einem Befall durch Thripsen betroffen. Die Fransenflügler ernähren sich vom Zellsaft der jungen Blätter und sorgen dafür, dass sich diese verfärben. Es führt zum Absterben der Pflanzenteile. Ein regelmäßiges Abspülen der Pflanzen mit Brennnessel- oder Knoblauchsud hat sich als Maßnahme gegen die Schädlinge bewährt.
Es gibt einige Arten von Weichwanzen, die sich vom starken Aroma der Pflanzen angezogen fühlen. Sie ernähren sich von den Pflanzensäften, was zu rötlichen Verfärbungen und Verkrüppelungen der Blätter führt. Die Schädlinge wechseln die Wirtspflanzen häufig, sodass eine Bekämpfung schwierig ist.

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