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Eigenschaften

  • imposanter Wuchs auf bis zu zweieinhalb Meter
  • einige Arten gelten als wirksame Heilpflanze
  • lange Blühzeit, stetig aufgehende Blüten
  • sät sich selbst großzügig aus
  • robust und anspruchslos

Königskerzen

Gattung Verbascum ab €3.30 kaufen
     
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Die Gattung der Königskerzen (bot. Verbascum) gehört zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Weltweit gibt es rund 300 Arten, die meisten davon wachsen als ein- oder zweijährige Pflanze. Bis zu zweieinhalb Meter hoch ragen ihre meist gelb leuchtenden Blütenstände in den Himmel, wo Hunderte von Blüten ein wahres Paradies für Hummeln, Bienen, Käfer und Schmetterlinge bilden.

In naturnahen Gärten dürfen Verbascum-Arten nicht fehlen. Insekten profitieren von der unverwechselbaren Pflanze, die karge Böden und Wärme liebt: Bereits Hippokrates empfahl eine Tinktur aus ihren Blüten zur Behandlung von Wunden. Noch heute gelten bestimmte Arten der Königskerze als wirksame Heilpflanze. Die Inhaltsstoffe legen sich wie ein schützender Film über unsere Schleimhäute und helfen in Form von Tee bei Reizhusten und Heiserkeit. Zusätzlich wirkt der sekundäre Pflanzenstoff Aucubin antibiotisch, also keimhemmend.
Ihren Namen verdankt die Königskerze einem früheren Nutzen. Der mit Harz oder Wachs getränkte Fruchtstand diente als Fackel. Einer Legende nach, fanden verirrte Seelen Dank ihres Lichts wieder nach Hause. Auch im Garten wirkt Verbascum wie ein Leuchtturm: Der aufrechte Wuchs und die beeindruckende Höhe sorgen für Abwechslung, Struktur und fabelhafte Gestaltungsmöglichkeiten. Obwohl die ein- bis zweijährigen Pflanzen nach ihrer Samenreife meist absterben, sind sie dankbare und treue Gartengäste. Sie säen sich mit ihrer Saat erneut aus, keimen schnell und bilden bereits im selben Jahr eine neue, winterharte Blattrosette.

Blatt

Ihre besonders gearteten Blätter haben der Königskerze auch die umgangssprachlichen Namen "Wollkraut" und "Wollblume" eingebracht. Die Blattrosetten sind mit gräulich-gelben Sternhaaren überzogen, die die Pflanze vor starker Sonneneinstrahlung und Verdunstung schützen. Die ungestielten Blätter sind wechselständig am filzig behaarten Stängel angeordnet. Während die Grundblätter groß und länglich elliptisch sind, werden die Stängelblätter nach oben hin kleiner und spitzer. Der Blattrand ist grob gekerbt, gezähnt bis gesägt.

Blüte

Erst im zweiten Jahr entwickelt sich aus der Grundrosette ein langer, kerzenartiger Blütenstand, an dem sich die dicht stehenden, farbig leuchtenden Blüten bilden. Eine Einzelblüte besteht aus fünf Kronblättern mit einem Durchmesser von rund drei Zentimetern. Drei der fünf Staubfäden sind dicht behaart, der Staubbeutel schimmert rötlich. Die fünfzähligen Blüten sind kurz gestielt und stehen in achselständigen Büscheln in einem traubenförmigen Blütenstand, der sich später verlängert. Ab Juni öffnen sich nach und nach die Knospen von unten nach oben. So sorgt die Königskerze bis in den späten September hinein für Farbenpracht. Und das je nach Sorte in Gelb, Weiß, Violett, Blau oder Rosa.

Frucht

Der Fruchtknoten verwandelt sich nach und nach in eine eiförmige Kapsel. Beim Abtrocknen färbt sich die septizide (fachspaltige) Fruchtkapsel braun und springt schließlich auf. In ihr sind bis zu 300 feine Samen enthalten, die der Wind verbreitet. Die Fruchtzeit der Königskerze beginnt im Juli und endet im Oktober.

Wuchs

Die Arten der Gattung Verbascum bestechen durch ihren hohen und aufrechten Wuchs, die üppige Blütenpracht und die krautigen, voluminösen Blätter. Im ersten Jahr entwickelt sich eine ausladende Blattrosette, aus der im Folgejahr der Blütenstand erscheint. Die kräftigen Stängel sind höchstens zu zwei Dritteln belaubt und an deren Ende traubenartig und dicht mit Blütenknospen besetzt.

Standort

Stehen Königskerzen an einem vollsonnigen und warmen Ort, danken sie es mit reicher Blütenpracht. Selbst lichter Halbschatten ist ihnen nicht hell genug. An dunklen Plätzen kümmern sie vor sich hin, oft bleibt die Blüte komplett aus. An den Boden stellt die Königskerze keine besonderen Ansprüche. In freier Natur wächst sie am liebsten an Bahndämmen, in Kiesgruben oder an Waldrändern. Die krautige Staude bevorzugt magere, durchlässige Böden, die steinig bis sandig sind. Deshalb sind die schönen Pflanzen in Heide- und Präriegärten ebenso gut aufgehoben wie in Steingärten.

Verbreitung

Die Arten der Gattung Verbascum sind in Mittel- und Südeuropa, in Kleinasien und Nordafrika verbreitet.

Nutzung

Als Solitärpflanze schmücken sie jeden Garten. Auch als Schnittblumen sind die Königskerzen beliebt. Nach der Öffnung von mindestens zwei Drittel der Blüten, sind die Blütentriebe zu schneiden und in eine Vase zu stellen. Um die Blütenpracht lange zu erhalten, empfiehlt sich ein Schnitt in den Morgenstunden. Wer nun alle zwei Tage den Trieb um einige Zentimeter kürzt, hat im Haus lange Freude an der Königskerze.

Seit der Antike ist Verbascum als Heilpflanze bekannt. Noch heute sind drei Königskerzen-Arten arzneilich von Nutzen. Die großblumige Königskerze (Verbascum densiflorum), die gemeine Königskerze (Verbascum phlomoides) und die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus). Die enthaltenen Schleim- und Pflanzenstoffe helfen vor allem bei Atemwegserkrankungen. Hier sind überwiegend die süßlich schmeckenden Blüten der Königskerze im Einsatz.

Pflege/Schnitt

Königskerzen lieben die Trockenheit. Lediglich bei längeren Hitzeperioden freuen sie sich über Gießwasser, damit ihr Wurzelballen nicht komplett austrocknet.
Ein radikaler Rückschnitt nach dem Ende der Blütezeit regt manche Verbascum-Art zu einer erneuten Blüte im Folgejahr an. Doch in den meisten Fällen blüht die Königskerze nur ein einziges Mal. Handelt es sich bei dem im Garten angepflanzten Exemplar um keine speziell gezüchtete Hybridsorte, regelt die Natur Nachfolge und Vermehrung ganz allein. Durch Selbstaussaat bleibt die Königskerze auch künftig Teil des Gartens und sucht sich darin ihren neuen Lieblingsplatz.

Krankheiten/Schädlinge

Bekommen die Arten der Verbascum ausreichend Sonne und Wärme, können ihnen Krankheiten und Schädlinge wenig anhaben. Ist jedoch der Boden zu feucht oder enthält er zu viele Nährstoffe, kann Wurzelfäule auftreten. Die Pilzerkrankung zeigt sich dadurch, dass die Blätter verkümmern, die Pflanze wenig wächst und blüht. Ist die Fäule nicht zu weit fortgeschritten, ist noch Rettung möglich. Die Königskerze ausgraben, schadhafte Wurzelteile entfernen und an einem neuen Ort einpflanzen.

Sind die Blätter klebrig, welk und eingerollt, sind höchstwahrscheinlich Blattläuse am Werk. Das Einsprühen der Blätter mit Seifenlauge mindert den Befall. In einem naturnahen Garten sorgen außerdem natürliche Feinde wie Marienkäfer, Ohrenkneifer und Florfliegen dafür, dass sich die Population der Blattläuse im Rahmen hält. Wer die ohnehin robusten Königskerzen in ihrer Stärke unterstützt, gönnt ihnen hin und wieder eine Dusche mit einem verdünnten Sud aus Brennnesseln.

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