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Eigenschaften

  • bildet zwei Blatttypen aus
  • beeindruckende Wuchshöhen
  • majestätische Blattwedel
  • albschattige und feuchte bis nasse Standorte
  • wächst über viele Jahre

Königsfarne

Gattung Osmunda ab €9.70 kaufen
     
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Die Königsfarne (bot. Osmunda) stellen eine Pflanzengattung innerhalb der Rispenfarngewächse (Osmundaceae) dar. Die Gattung umfasst fünf bis zehn Arten, von denen nur eine Art in Mitteleuropa vorkommt. Auch die Art Osmunda regalis trägt im deutschen Sprachgebrauch den Namen Königsfarn. Sie gilt als beliebte Zierpflanze.

Die Erscheinung der Königsfarne ist wahrhaft majestätisch. Sie zieren mit ihren mächtigen Blattwedeln dunkle Ecken und erzeugen eine mystische Atmosphäre. Jedes Jahr beeindrucken die Farne mit einem Naturschauspiel. Nachdem die Frühjahrsblüher in die Sommerruhe übergehen, entrollen sich die schneckenförmig eingedrehten Triebe der Königsfarne. Langsam verändert sich die Farbe der Triebe von bräunlich zu hellgrün. Die Sporenpflanzen erreichen beeindruckende Größen und gehören zu den stattlichsten Farnen, die in Gärten zu finden sind.
Die "blühenden Farne" beeindrucken nicht nur durch ihre Wuchsform. Ihre Vermehrung funktioniert nach evolustionsgeschichtlich alten Mechanismen über mehrere Pflanzengenerationen. Obwohl die Farne nicht zu den Blütenpflanzen zählen, erwecken ihre Blattwedel den Anschein von blühenden Trieben. In der Natur gilt der heimische Königsfarn Osmunda regalis als gefährdet. Diese geschützte Art im Garten anzusiedeln, unterstützt den Naturschutz.

Blatt

Osmunda-Arten sind aus der stammesgeschichtlichen Sicht primitive Farne. Königsfarne entwickeln zwei verschiedene Blatttypen. Sie tragen sterile und fertile Blätter. Die fertilen Blätter übernehmen die Funktion des Fortpflanzens. Anders als die weiter entwickelten Farne, bilden Königsfarne ein fertiles zweigeteiltes Blatt aus. An diesen Blattwedeln lässt sich die geteilte Arbeit beobachten. Der untere Teil des Blattes ist steril. Der obere Blattabschnitt trägt die Sporenkapseln.

Die Wedel der sterilen Blätter tragen eine auffallend große Blattspreite. Das Blatt ist zweifach und glattrandig gefiedert und erstrahlt in einem hellen Grün. Es wirkt dick und fühlt sich ledrig bis derb an. Das Blatt nimmt im Umriss eine längliche bis eiförmige Gestalt an. Die Farnblätter sind lang gestielt. Im Herbst verfärben sich die Blätter zu einem hellen Gelb. Steht die kalte Jahreszeit vor der Tür, ziehen sich die sommergrünen Königsfarne in die Überdauerungsorgane zurück.

Blüte

Königsfarne entwickeln keine Blüten. Sie gehören zu einem Pflanzentyp, der sich nicht über Samen, sondern über Sporen ausbreitet. Die Sporen reifen in den Sporenträgern heran, die an der Spitze der fruchtbaren Blätter sitzen. Während der untere Teil dieser Blätter grün erscheint, verfärbt sich der obere Teil zu einem wunderschönen Goldbraun. Diese Erscheinung erinnert an die Form und Färbung eines Blütenstandes, weswegen die Königsfarne die Bezeichnung "blühende Farne" verdienen. Es dauert einige Jahre, bis Königsfarne erstmalig Sporenträger entwickeln. Sie zeigen sich zwischen Juni und Juli.

Frucht

Als Sporenpflanzen entwickeln Königsfarne keine Früchte. Die Sporen dienen als Vermehrungseinheiten und reifen in den Sporenkapseln (Sporangien) heran. Nachdem die Sporen vollständig entwickelt sind, öffnen sich die Sporangien mit einem seitlichen Schlitz. Die mikroskopisch kleinen Sporen fallen heraus und fliegen mit dem Wind davon. Sie vertragen keine lang anhaltenden Trockenperioden. Ihre Keimfähigkeit endet nach drei Tagen.

Wuchs

Königsfarne entwickeln einen dicken Wurzelstock, aus dem im Frühjahr eingerollte Blatttriebe sprießen. Während des Höhenwachstums entrollen sich die Blattwedel langsam, sodass sich die Blattspreite öffnet. Sie erreichen Wuchshöhen bis zu zwei Meter. Einige Arten neigen ihre aufstrebenden Blätter zum Boden zurück.

Standort

Königsfarne bevorzugen einen torfhaltigen Boden, der reich an Humus ist. Ein gut durchlässiger Boden ist optimal. Staunässe bereitet den Wurzeln im Sommer keine Probleme. Im Winter ist Staunässe zu vermeiden. Die Farnpflanzen gedeihen auf staunassen Böden prächtig. Sie mögen einen absonnigen bis schattigen Standort. Königsfarne sind kalkmeidend.

Verbreitung

Königsfarne kommen auf der gesamten Nordhalbkugel vor. In Mitteleuropa ist Osmunda regalis die einzig vorkommende Art aus der Gattung. In Deutschland erstreckt sich sein Hauptverbreitungsgebiet über das norddeutsche Tiefland. In den Küstenregionen ist er häufiger zu finden. Er besiedelt schattige Erlenbruchwälder, die abwechselnd überflutet sind oder trocken liegen. Königsfarne wachsen in Quellmooren oder an feuchten Grabenrändern.

Nutzung

Königsfarne erweisen sich als perfekte Pflanzen in Einzelstellung. Als Blattschmuckstaude wissen sie zu imponieren. Sie machen eine gute Figur in Rabatten und Beeten. Zwischen Gräsern und hochwüchsigen Stauden kommen die Farnpflanzen perfekt zur Geltung. Die majestätische Hoheit genießt die Gesellschaft der Morgenstern-Segge (Carex grayi) und der Japanischen Doldenprimel (Primula sieboldii). Als willige Untertanen gelten blühfreudige Zwiebelpflanzen. Die Blüten von Windröschen (Anemone), Märzenbecher (Leucojum) und Blausternchen (Scilla) erzeugen ein märchenhaftes Bild in Kombination mit den sich entrollenden Blattwedeln der Königsfarne.

Königsfarne verschönern die Uferrandstreifen von Teichen und größeren Gewässern. Sie zeigen ihre beeindruckenden Blattwedel auf feuchtem Boden oder im flachen Wasser. An Gehölzrändern setzen sie besondere Akzente. Das satte Grün der Blattwedel erinnert an einen verzauberten Wald. In kleinen Trupps von drei Pflanzen oder in Gruppen zu fünft erzeugen die Farnpflanzen ein wild romantisches Bild. Sie benötigen einen Abstand von 100 bis 120 Zentimeter zum nächsten Exemplar, damit ihrem Wachstum keine Hindernisse im Weg stehen. Zuchtformen entwickeln Blätter mit purpurfarbenen bis rötlichen Nuancen. Sie bilden einen ästhetischen Kontrast zu Arrangements, in denen die Farbe Grün dominiert.

Pflege/Schnitt

Haben Königsfarne den geeigneten Standort gefunden, bringt sie so schnell nichts aus der Fassung. Die wechseln ungern den Standort und zeigen ihre Pracht über viele Jahre an einem Platz. Ein Umpflanzen ist nicht notwendig. Die Pflege reduziert sich auf ein Minimum. Im Herbst erfolgt ein bodennaher Rückschnitt der alten Stängel.
Diese Pflegemaßnahme unterstützt die frostharten Eigenschaften der Pflanzen. Königsfarne sind unempfindlich gegen Kälte und Frost. Sie überdauern die kalte Jahreszeit in ihren Rhizomen und treiben im nächsten Frühjahr erneut aus. Im Winter dienen die abgeschnittenen Laubblätter als Isolierung. An trockeneren Standorten erfreuen sich die Gewächse über eine regelmäßige Bewässerung. Eine Zugabe von Langzeitdüngern empfiehlt sich für Pflanzen, die nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer wachsen.

Krankheiten/Schädlinge

Königsfarne gelten als robuste Pflanzen. Die meisten Schadbilder sind auf Pflegefehler zurückzuführen. Eine schützende Laubschicht, die das Rhizom über die Wintermonate schützt, bietet im Frühjahr optimale Lebensbedingungen für Schimmelpilze. In einem feuchten Milieu breiten sich die Sporen der Schimmelpilze schnell auf das Rhizom aus.

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