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Eigenschaften

  • sommergrüne Bäume
  • durchschnittlich bis zu 30 Meter Höhe
  • winterhart und wärmetolerant von +40 bis -40° C
  • Früchte, Nutzholz
  • ursprünglich in Kanada beheimatet

Hickory

Gattung Carya ab €0.00 kaufen
     
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Hickory (bot. Carya) sind beeindruckende Laubbäume mit großen, dekorativen Blättern. Hickorybäume bilden eine Gattung in der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae), die zur Ordnung der Buchenartigen (Fagales) zählen. In Nordamerika wachsen Arten an ihren Ursprungsstellen in lichten Wäldern.

Fünf bis 60 Millionen Jahre alte fossile Funde belegen Vorkommen von Hickorybäumen in Europa. 16 Arten Carya sind bekannt. Aktuell sind sie Forst- und Plantagenbäume mit mehrfachem Nutzen. In vielen Ländern sind die Nüsse beliebt. Früher stellten die Indianer unterschiedliche Nahrungsmittel aus den Pflanzen her. Das Holz einiger Arten ist für die Holzindustrie bedeutsam. Hickorybäume erreichen ein hohes Alter von einigen hundert bis zu über 1000 Jahren.

Blatt

Die Laubblätter mit einer Länge zwischen 40 und 70 Zentimeter teilen sich in Blattstiel und Blattspreite. Der Blattstiel von vier bis acht Zentimeter ist kahl oder unterschiedlich stark behaart. Die Blattspreite besteht meistens aus sieben gestielten Fiederblättern. Ihre Länge liegt zwischen neun und siebzehn Zentimeter, sie sind unpaarig angeordnet. Das oberste Blatt ist oft größer und zugespitzt. Sie sind eiförmig oder lanzettlich mit einem fein oder grob gesägten Rand. Der Mittelnerv ist bei vielen Arten mit Haaren besetzt. Die Blätter aller Arten haben einen typischen, stark aromatischen Duft. Er entsteht beim Zerreiben des Blattes.

Blüte

An den Bäumen bilden sich weibliche und männliche Kätzchen. Sie hängen gemeinsam in dichten und langen Trauben herab. Die gelbgrünen männlichen Kätzchen sitzen an 18 Zentimeter langen Ähren. Die Ähren mit den weiblichen Kätzchen sind kürzer. Die Blüte der Kätzchen erfolgt nacheinander. Bei mancher Art startet die Blüte mit den männlichen Kätzchen, bei anderen beginnen die weiblichen Blüten zuerst.

Ein Fruchtansatz entsteht durch mindestens zwei Bäume, deren Blüten in umgekehrter Reihenfolge blühen. Dann bestäubt der Wind die Blüten. Hickoryblüten haben keine Blütenhülle. Männliche Blüten bestehen aus drei bis acht Staubblättern, zwei Vorblättern und sie stehen in einem Deckblatt. Die Bestandteile der weiblichen Blüten sind ein Fruchtknoten mit einem Griffel. Er setzt sich aus verwachsenen Vor- und Deckblättern und dem Hüllhautgewebe zusammen.

Frucht

Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine Schließfrucht mit geflecktem, grünem bis braunem Fruchtmantel. Die Früchte haben hoch-ovale oder leicht abgeflachte, breite und birnenartige Formen. Sie sind bei einem Durchmesser von drei Zentimeter bis zu sechs Zentimeter lang. Die äußeren Schichten der Nuss verholzen und schützen sich während des Wachstums mit einer lederartigen, dicken Schale mit rauer Oberfläche.

Die Fruchtschale teilt sich überwiegend in vier Sektionen mit deutlichen Kerben, an denen sie sich öffnet. Sie enthält eine oder zwei, durch Runzeln gefurchte Nüsse. Die innere, den Kern umhüllende Samenschale ist papierartig dünn. Die Nusskerne sind süß oder bitter und stark ölhaltig und alle genießbar. Einige Arten haben erste Fruchtansätze nach acht bis zehn Jahren.

Wuchs

Die Bäume erreichen nach Art und Standort bis zu 60 Meter Höhe, durchschnittlich sind sie 30 Meter hoch. Alle Hickorybäume wachsen aufrecht mit einem geraden, schlanken Stamm. Die Kronenform reicht von schmal und oval bis zu breit ausladend. Wenige Arten zeigen sparrig vom Stamm abstehende Zweige. Die Bäume entwickeln eine bis zu zehn Meter lange Pfahlwurzel. Junge Bäume bilden zuerst ihre Pfahlwurzel aus. In dieser Zeit sind das Längenwachstum des Stamms und die Entwicklung der Krone reduziert.

Anfangs ist die Rinde glatt und graubraun. Bei einigen Arten bilden sich tief gefurchte Borken oder die Rinde ist rissig und löst sich in langen Streifen vom Baum. Vertiefungen und Hohlräume an der Borke bieten einer Vielzahl Insekten Zuflucht. Oft sind die jungen rauhen Zweige behaart. Hickoryarten benötigen einen langen Sommer. Nur unter diesen Verhältnissen reifen die Früchte. Die Bäume sind bis zu -40° C frosthart. Einige Arten wachsen noch bei Hitze bis +40° C munter weiter.

Standort

Hickorybäume gedeihen in mildem Klima und auf nährstoffreichem Boden. Wegen ihrer Höhe und ihres Kronendurchmessers brauchen sie viel Platz. Sie stehen im Mischwald und auf landwirtschaftlichen Plantagen. Abhängig von unterschiedlichen Arten wachsen Hickorybäume in Tälern und an Berghängen bis in Höhen von 500 Meter. Idealer Boden ist feucht, bei trockenem Substrat bedient sich ein Baum aus dem Grundwasser.

Verbreitung

Hickorybäume kommen in verschiedenen Klimazonen Nordamerikas vor. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Kanada. In den Vereinigten Staaten wachsen Carya in den nördlichen und östlichen Gebieten sowie im Mittleren Westen an ihren Wildstandorten. Ein Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis nach Mexiko hinein. Wenige Arten sind in chinesischen Provinzen und in geringerem Umfang in Vietnam heimisch.

Nutzung

Hickorybäume sind Zierbäume für große Parks. In Mischwäldern und auf weiten landwirtschaftlichen Flächen stehen Hickories als ertragreiche Nutzbäume. Als Forstbäume eignen sich bestimmte Arten, ergänzt durch Züchtungen mit besonderen Eigenschaften. Wenige Sorten fruchten früher und ihr Holz ist nach 60 Jahren erntereif. Sie entwickeln einen Stammdurchmesser bis zu einem Meter und erreichen eine verwertbare Länge von 35 Meter. Einzelne Sorten tragen größere Nüsse und sie wachsen in Mischpflanzungen. In der Landwirtschaft sind Hybriden willkommen, bei denen sich die Blüten selbst bestäuben. Bekannt sind verschiedene Nusssorten der Hickorybäume, darunter die Pekannuss oder die Königsnuss. Einzelne Arten und Sorten im Plantagenanbau liefern Nüsse für Nussöl.

Das Holz der Bäume ist feinmaserig und zäh. Aus ihm entstehen Teile für Sportgeräte und Stiele für Handwerkzeuge. Hickorybäume haben gerade Stämme, die keine oder wenige Astlöcher aufweisen. Sie sind in der Möbelindustrie und für den Innenausbau von Gebäuden beliebt. Außerhalb der USA entwickeln sich Hickorybaum-Plantagen und Nutzwälder, unter anderem in Australien, Südafrika oder Israel. In Europa beweisen Hickoryarten und -sorten ihren Nutzen im forstwirtschaftlichen Bereich. Eschen fallen mehr und mehr dem Klimawandel und Schädlingen zum Opfer. Hybriden der Hickoryarten ersetzen die Laubbaumart in wärmeren Gebieten mit geringer Regenmenge und seltenem Niederschlag. Vielversprechende Standorte sind Regionen mit Kontinentalklima.

Pflege/Schnitt

Einzelne Arten benötigen im ersten Jahr leichten Winterschutz. Die Bedingungen eines Standortes bestimmen die Pflegemaßnahmen, die denen anderer Laubbäume an dem Ort entsprechen.

Krankheiten/Schädlinge

In Mitteleuropa befinden sich Setzlinge und Bäume unterschiedlicher Hybriden überwiegend in der Testphase. Abhängig von Erbgut und Standortbedingungen sind wenige Arten von Schadinsekten befallen.

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