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Eigenschaften

  • verholzend, schnittverträglich
  • Sträucher, Lianen, Bäume
  • immergrün, laubabwerfend
  • farbige Blüten, Duft
  • winterhart

Heckenkirschen

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Die Gattung Heckenkirschen (bot. Lonicera) enthält verholzende Pflanzen. Überwiegend sind es Sträucher, in Ausnahmefällen Bäume, manchmal Lianen. Sie gehören zur Untergruppe der Euasteriden II in der Basisgruppe der Asteriden. Eingeordnet sind sie bei den Kardenartigen (Discales). Die Gattung Heckenkirsche (Lonicera) ist Teil der Familie Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). In einigen Listen sind die Lonicera einem untergeordneten Tribus, den Caprifolieae, zugeordnet.

In der allgemeinen Sprachregelung sind unter dem Namen Heckenkirsche Sträucher und Bäume gemeint. Die Blüten stehen einzeln oder paarweise. Die Lianen sind unter dem Begriff Geißblatt zusammengefasst. Sie haben mehrblütige Blütenstände. Rund 180 Arten sind bekannt. Nicht bei allen Bezeichnungen ist belegt, dass es sich um eine eigenständige Art handelt. Ehemals eigenständige Arten sind aktuell Unterarten. Ein Beispiel ist die Lonicera ligustrina Wall. Sie wächst in Asien und Ostasien und kommt in drei Varietäten vor. In Europa stammt Lonicera pyrenaica L. aus Spanien und Frankreich. Sie ist mit zwei Unterarten auf den Balearen verbreitet. Die neu strukturierte Pflanzensystematik stammt aus dem Jahr 2009, veröffentlicht von der Angiosperm Phylogeny Group.

Blatt

Die Heckenkirschen haben gestielte oder ungestielte Laubblätter. Die Blattspreiten sind einfach, ganzrandig oder gezähnt. Nebenblätter fehlen bei den meisten Arten. Die Blätter sind meistens gegenständig angeordnet. Sie sind grün oder graugrün. Bei manchen Arten glänzt die Oberseite intensiv.

Blüte

Die Blüten sind meist fünfzählig und zwittrig. Vierzählige Blüten kommen vor. Fünf Staubblätter sind in einem Kreis angeordnet. Bis zu fünf verwachsene Fruchtblätter bilden oft einen fünfkammerigen Fruchtknoten. Der Fruchtknoten aus paarweise zusammenstehenden Blüten ist ganz oder teilweise verwachsen.

Die meisten Blüten sind fünf Zentimeter lang, besitzen eine doppelte Blütenhülle und sind zygomorph. Das sind zweiseitig oder spiegelsymmetrische Blütenformen. Es sind geschlossene (zymöse) Blüten. Meistens sind fünf Kelchblätter zu einer Röhre verwachsen. Die fünf Kronblätter sind ebenfalls zu einer, meistens langen, glocken- oder trichterförmigen Kronröhre verwachsen. Das Ende der Kronröhre besteht aus vier oder fünf Kronzipfeln. Während der Entfaltung der Kronröhre ist die Knospe geschlossen und ähnelt einer kleinen Keule. Das verdickte Ende spaltet sich mit einem Zipfel zur Unterlippe ab. Bei vielen Arten stehen die Blüten über einem Paar Deckblätter. Die Deckblätter sind frei und manchmal stark oder weniger stark miteinander verwachsen. Bei manchen Arten umhüllen sie den Fruchtknoten. Einige Arten besitzen einen Sporn. Nektardrüsen sitzen in fünf gleichmäßigen Linien darauf.

Die Blüten sind weiß, gelb, orange bis purpur oder zweifarbig. Sie sitzen einzeln oder paarweise in Teilblütenständen. Bei einigen Arten enthält der Blütenstand drei Blüten. Die Teilblütenstände sind paarweise in Blattachseln oder in endständigen Gesamtblütenständen zusammengefasst. Kopfartige Blütenstände kommen vor. Manche Arten haben schirmartig traubige Blütenstände. Insekten mit langen Saugrüsseln übernehmen die Bestäubung. In den Abendstunden locken die Blüten Eulenfalter oder Schwärmer an. Hauptblütezeit sind die Monate Juni bis August.

Frucht

Aus den Blüten entstehen einzelne Beeren oder Doppelbeeren. Sie enthalten einen oder mehrere Samen. Sie sind glatt oder narbig und haben ein großes Endosperm, das den Embryo umgibt. Die Beeren sind bei Reife blau, rot, weiß, blauschwarz oder schwarz und grün. Die Beeren des Waldgeißblattes verlocken mit ihrer roten Farbe. Jedoch sind sie giftig. Beeren an den Sträuchern sind in einigen Fällen leicht giftig und ein beliebtes Futter von Vögeln.

Wuchs

Lonicera ist frosthart. Die Sträucher wachsen aufrecht und sind gut verzweigt. Manche Arten werden bis dreihundert Zentimeter breit. Nur wenige Arten wachsen als Baum. Einige Arten wachsen als Lianen. Sie sind immergrün oder laubwerfend. Andere Arten färben im Herbst die Blätter gelb. Einige Arten haben hohle Sprossachsen. Manche Arten, wie das Waldgeißblatt, besitzen Pfahlwurzeln. Meistens halten sich die Pflanzen mit einem dichten und breit angelegten Wurzelsystem am Platz.

Standort

Geißblatt und Heckenkirsche wachsen wild in Wäldern und auf offenem Land. Buschreiche Gegenden belegen die Pflanzen schnell. Der Boden darf sauer oder frisch sein. Die Pflanzen gedeihen auf kalkhaltigem Boden. Sie wachsen an Ufersäumen und fühlen sich in der Sonne neben Brombeergebüschen und in Rebland am wohlsten. Mit ihren Pfahlwurzeln erreichen die Pflanzen tiefe Bodenschichten. Trockenperioden wirken sich nicht nachteilig aus. Als Tiefwurzler halten sie den Boden an Böschungen fest.

Verbreitung

Die Pflanzen sind in der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Sie wachsen in den gemäßigten Gebieten. Die Arten der Heckenkirsche haben sich in Nordafrika, Europa, Asien und Nordamerika entwickelt. China hat ein großes Besiedlungsgebiet und eine Vielzahl an Arten. Dreiundzwanzig Arten sind in China endemisch. Die Pflanzen gedeihen bis in Höhen von über dreitausend Metern.
In Mitteleuropa sind mehrere strauchartige Arten heimisch. Die Namen der Pflanzen greifen die Farben ihrer Beeren auf. Beispielsweise Schwarze oder Rote Heckenkirsche. Eingewandert ist die Tataren-Heckenkirsche. Sie wächst in Russland oder China.

In Deutschland und angrenzenden Regionen haben sich Gartengeißblatt und Waldgeißblatt entwickelt. Heckenkirsche und Geißblatt sind seit langem in Kultur. Die orangeblühende Liane Lonicera ciliosa (Pursh) Poir. ex DC.) ist verbreitet. Als Kulturpflanze haben sich in Deutschland einige Arten durchgesetzt. Darunter sind die Maibeere (Lonicera caerulea var. kamtschatica Sevast.), das Goldgeißblatt (Lonicera x tellmanniana Magyar ex H.L.Späth) oder die Heckenmyrte.

Nutzung

Manche Heckenkirschen entwickeln genießbare Beeren. Zur Verarbeitung für Marmelade, Gelee oder Saft sind die Früchte der Zuchtformen besser geeignet.

Die Heckenkirschen haben einen hohen Zierwert für Hausgärten und Parks. Der weißblühende, sommergrüne Strauch der Winter-Heckenkirsche ist eine schöne Ergänzung im Garten. Die niedrige, Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera ligustrina var. pileata (Oliv.)) wächst auf kleineren Flächen und in großen Kübeln. Sie eignet sich als Bodendecker. Heckenkirschen ziehen durch ihre Blüten bestäubende Insekten an. Die Pflanzen sind unempfindlich gegen trockene Stadtluft, Wind oder Hitze. Sträucher und Lianen eignen sich gut zur Begrünung von Straßenrändern und Plätzen. Sie wachsen in Sonne, Halbschatten oder Schatten. In vollem Schatten sind die Blüten reduziert. Immergrüne Arten und Sorten sind ideal zur Fassadenbegrünung. Zweige und Blätter haben keine Saugwurzeln. Die Pflanze benötigt zur Verbreitung ein Spalier, an dessen Stäbe die Ranken Halt finden. Wände erhalten einen biologischen Schutz, sind attraktiv und duftend während der Blütezeit.

Pflege/Schnitt

Sträucher und Lianen sind gut frosthart und vertragen regelmäßige Schnitte. Zur Verjüngung der Pflanze hilft ein tiefer Rückschnitt in altes Holz, aus dem schnell neue Triebe wachsen. Heckenkirschen benötigen keinen besonderen Boden. Die Züchtungen blühen durch eine Kompostgabe im Frühjahr besser.

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