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Eigenschaften

  • anspruchslose Pioniergewächse
  • schwarz-weiß gefärbte, rissige Rinde
  • kleine, rundlich-dreieckige Blätter
  • schnell wachsend
  • Gattung mit 50 Arten

Birken

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Die Pflanzengattung Birke (botanisch Betula) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und umfasst rund 50 Arten. Darunter befinden sich wenige Sträucher. Die meist baumartigen Laubhölzer wirken mit ihren lichtdurchlässigen Baumkronen und den schlanken Stämmen sehr filigran.

Die markante und glatte Borke beeindruckt mit einem intensiven Farbspektrum. Gelblich über rötlich bis hin zu Schwarzbraun entwickelt sich die Färbung. Durch Einlagerung von Betulin färbt sich die Rinde vieler Betula mit der Zeit weiß. Diesem Umstand verdankt die Birke ihren Namen, abgeleitet vom indogermanischen "bherek", was "hell" oder "glänzend" bedeutet. Das Betulin schützt die Pflanze vor Krankheiten und Schädlingen und ist in der Medizin schon lange als Heilmittel bekannt.
Nach dem Absterben schält sich die Borke in Querstreifen vom Stamm vieler Birken ab. Im Norden sind Betula in Natur und Gärten weit verbreitet und stellen den Lebensraum für viele Vögel, Insekten, Pilze und Moose. Dabei sind die schnell wachsenden Pioniere mit einer Lebensspanne von 60 bis 150 Jahren relativ kurzlebig.
Da sie sich rasch vermehren und anspruchslos sind, haben sie sich als Symbol der Fruchtbarkeit und des Neubeginns etabliert. Früher übergaben die Männer am 1. Maitag ihrer Geliebten ein junges Birkenpflänzchen, heute wird noch vielerorts der traditionelle Maibaum errichtet, um Glück und Wachstum mit dem Frühling in die Gemeinde einziehen zu lassen.

Blatt

Die sommergrünen Laubblätter sind wechselständig und oft an Kurztrieben angeordnet. Die dreieckige, elliptische oder fast runde Blattspreite ist klein. Die Ränder der manchmal behaarten Blätter sind gesägt oder gewellt. Meist fallen die Nebenblätter früh ab.

Blüte

Alle Birkenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die monözischen Blütenstände formen sich zu grüngelben Kätzchen. Die weiblichen ordnen sich unterhalb der männlichen Blütenstände an. Die männlichen Kätzchen beinhalten je Schuppe meist drei Blüten mit zwei bis drei Staubblättern. Fast bis zu den Staubbeuteln teilen sich die Staubfäden.

Die weiblichen Blütenstände stehen oft einzeln aufrecht und sind eiförmig oder zylindrisch. Mit Beginn des Austriebs der jungen Laubblätter, bilden sich auch die weiblichen Blütenstände aus. Zuvor lagen sie geschützt in einer Knospe.
Die Bestäubung der Birken erfolgt durch den Wind. Von Ende März bis Ende April verteilen sich große Mengen Pollen über die Luft, was ein großes Gefährdungspotenzial für Allergiker mit sich bringt.

Frucht

Die botanischen Nussfrüchte erreichen eine Größe von wenigen Millimetern. Die Wände dieser Schließfrüchte verholzen und umfassen einen Samen. Dank dünner, pergamentartiger Flughäute, trägt der Wind sie kilometerweit. So verbreiten sich die Betula als Pionierpflanzen schnell.

Dadurch sind sie eine große Unterstützung bei der Verwaldung großflächiger Gebiete. Ihre Wurzeln befestigen den Grund. Da sie lichtdurchlässig sind, ebnen sie einen geschützten Pfad für andere, langsamer wachsende Bäume. Später weichen die Betula, da sie bei Konkurrenz kaum bestehen.

Wuchs

Bereits in den ersten sechs Jahren erreichen die Betula bis zu sieben Metern Höhe. Ausgewachsen haben sie eine Höhe von bis zu 35 Metern. Die Birkengewächse bilden ein dichtes und flaches Wurzelwerk, dass sich oft symbiotisch mit verschiedenen Pilzarten zusammenschließt. Dadurch erhalten die Betula auch bei mineralstoffarmen Böden wertvolle Nährstoffe. Die Krone tragen sie aufrecht und locker, oft hängen die Zweigenden leicht nach unten gerichtet.

Standort

Die Betula stellen wenige Ansprüche an den Boden. Allerdings beanspruchen sie einen Bereich in voller Sonne. Da die Konkurrenz sie in vielen Fällen verdrängt, wachsen sie dort, wo andere Pflanzen nicht überleben. Der Boden kann feucht oder trocken sein. Auch ein saurer oder nährstoffarmer Grund stört sie wenig. Auf Sand- oder Moorböden leben sie gleichermaßen.

Dadurch können die Betula sich zur Bedrohung entwickeln. Viele Moore nehmen sie ein. Dort entziehen sie dem Boden das notwendige Wasser und das wertvolle Biotop verliert die Lebensgrundlage für viele Torfmoose, Krautgewächse und Sauergräser. Um die Moore zu erhalten, ist es wichtig, die jungen Birkensprösslinge immer wieder zu entfernen.

Verbreitung

Die Birkenarten sind vorwiegend auf der Nordhalbkugel verbreitet. Sie bevorzugen ein gemäßigtes, subpolares Klima. Meist kommen sie in Europa, Nordamerika, aber auch von Asien bis Japan vor. Durch den hohen Anteil ätherischer Öle, sind Birken winterhart und überstehen Temperaturen von bis zu -40 °C. Hitze vertragen sie weniger gut. Bei Temperaturen von 10-18 °C fühlen sie sich am wohlsten.

Nutzung

Birken wurden schon früher vielseitig eingesetzt. Damals waren sie vor allem zum Abdichten von Dächern und für den Bootsbau von Nutzen. Noch heute dienen die feinen Reiser zur Verarbeitung von Besen. Das mittelschwere Holz ist in der Industrie für Papier, Brennmaterial (geringe Funkenbildung) und die Herstellung von Möbelstücken von Nutzen. Das Birkenpech ist ein guter Klebstoff und eignet sich zum Abdichten und als Holzschutzmittel.

Birkenzucker, auch Xylit genannt, ist eine gesunde Alternative zum herkömmlichen Zucker. Als besonders gesundheitsfördernd gilt der verzehrbare Birkensaft, der entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma oder Hautproblemen entgegenwirken soll. Außerdem sind die Betula pflegeleichte, ziervolle Pflanzen für Garten und Städte.

Pflege/Schnitt

Birkengewächse lassen sich in Boden oder Pflanzkübel eingesetzen. Der beste Zeitraum ist im Sommer. Im Frühjahr wenden die Birken viel Kraft für den Blattaustrieb auf. Es bleibt ihnen keine Zeit für die starke Wurzelbildung. Ein jährlicher Rückschnitt ist nicht notwendig. Ist er trotzdem erwünscht, bietet sich das spätere Jahr an, da die Pflanzen im Frühjahr stark ausbluten. Im Winter brauchen sie keinen Schutz.

Krankheiten/Schädlinge

Die Betula sind auch Lebensraum für viele Parasiten. Zu ihnen zählen den Birken- Blattroller, die große Birkenwespe, die Birkenwanze oder Blattläuse. Durch Anthraknose, eine Pilzerkrankung, setzt ein frühzeitiges Welken der Blüten ein und auf den Blättern bilden sich Flecken.
Ist die Betula vom sogenannten Schlauchpilz Taphrina betulina befallen, bildet sich eine Wuchsstörung. An befallenen Ästen treiben dünne, brüchige Zweige aus, die sich zu einem nestartigen Gestrüpp verhäddern. Diese Nester sind umgangssprachlich als Hexenbesen bezeichnet.

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