Bei der Fingeraralie, die auch als Henrys Fingeraralie, Henrys Stachelkraftwurz oder unter dem Synonym Acanthopanax henryi im Gartenhandel zu finden ist, handelt es sich um einen attraktiven Zierstrauch, der ursprünglich in Zentralchina beheimatet ist. In seinem natürlichen Habitat gedeiht der Strauch in Bergwäldern in Höhenlagen zwischen 1.000 und 3.000 Metern. Das exotische, buschige, gut verzweigt und aufrecht wachsende Gehölz kann bei einem Zuwachs von bis zu 30 Zentimetern pro Jahr Wuchshöhen von drei Metern und Wuchsbreiten von zwei Metern erreichen. Das attraktive Laub von lichter, mittelgrüner Farbe ist lang gestielt und fünfzählig gefiedert. Es setzt sich aus rundlichen bis ovalen, zugespitzten, rauen und scharf gezähnten Einzelblättern zusammen. Die dunklen Blattstiele der Blätter sitzen an Ästen und Trieben mit grauer Rinde, die mit Stacheln und Borsten besetzt ist. Eleutherococcus henryi blüht von Juli bis in den September hinein. Die zarten, weißen bis gelblichen Blüten sind rundliche Dolden, die aus zierlichen, strahlenförmige, sehr kleinen Einzelblüten bestehen und eine willkommene Nahrungsquelle für Hummeln, Bienen und andere Bestäuber sind. Ab September entwickeln sich aus den Blüten kompakte Fruchtstände, die denen des Efeus nicht unähnlich sind. Denn wie der Efeu gehört die Fingeraralie zur Ordnung der Doldenblütlerartigen und zur Familie der Araliengewächse, jedoch zur eigenen Gattung Eleutherococcus mit rund 20 Arten, die alle ursprünglich in Ostasien heimisch sind.
Die zierenden Fruchtstände der Fingeraralie bleiben lange am Strauch stehen und bilden selbst im Winter noch hübsche Blickfänge. Sie sind deutlich größer als die Blüten und können im September noch neben den letzten Blüten erscheinen. Die kugelförmigen, achselständigen Fruchtstände wirken wie Bälle, die sich wiederum aus oval-rundlichen, beerenartigen Steinfrüchten von zuerst bräunlicher, später blauschwarzer Farbe zusammensetzen. Bezüglich des Bodens ist Eleutherococcus henryi recht anspruchslos. Der Strauch gedeiht in einem ganz normalen, lehmigen bis sandigen, humosen Gartenboden, der frisch bis feucht und vor allem gut durchlässig ist, denn Staunässe verträgt das exotische Gehölz nicht. Die Fingeraralie ist ein Flachwurzler. Sie fühlt sich an einem sonnigen Standort wohl, gedeiht aber auch im lichten Schatten von Bäumen. Zudem ist sie stadtklimatolerant und winterhart bis -20° C. Lediglich jungen Pflanzen sollten bei strengem Frost mit einem Winterschutz versehen werden. Der pflegeleichte und anspruchslose Zierstrauch mit seinem nicht sehr hohen Nährstoffbedarf kann ganzjährig, außer bei Frost und großer Hitze, gepflanzt werden.
Die Fingeraralie ist eine ausgezeichnete Strukturpflanze in naturnahen Gärten für Wildobsthecken und gemischten Gehölzpflanzungen. Sie behauptet sich ebenso in Einzelstellung und zieht ganzjährig die Blicke auf sich. Als etabliertes Gehölz erfordert Henrys Fingeraralie kaum gärtnerische Zuwendung. Ein Beschnitt kann bei Bedarf durchgeführt werden. Eine Düngergabe im Frühjahr zum Austrieb nimmt sie gern an. Eleutherococcus henryi ist eng verwandt mit der Borstigen Taigawurzel, botanisch Eleutherococcus senticosus, und mit der Stachelpanax, botanisch Eleutherococcus gracilistylus. Nicht zu verwechseln ist sie mit der Geißschlinge oder dem Immergrünen Geißblatt, botanisch Lonicera henryi, einer Kletterpflanze, die auch Henrys Heckenkirsche genannt wird. In China werden die Wurzeln der Fingeraralie medizinisch genutzt, etwa zur Stärkung des Immunsystems. Henrys Stachelkraftwurz ist in heimischen Gärten noch eine Rarität. Sie kann dekorativ mit Bambus, Farnen oder anderen asiatischen Gehölzen kombiniert werden.
