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Eigenschaften

  • kletternde Pflanzen
  • laubabwerfend
  • unscheinbare Blüten
  • Blüten in Rispen- und Trauben-Form
  • rote und schwarze Steinfrüchte

Mondsamengewächse

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Die Pflanzenfamilie der Mondsamengewächse (bot. Menispermaceae) gehört zur Ordnung der Hahnenfußartigen (Ranunculales) innerhalb der Klasse der Bedecktsamer (Magnoliopsida). Zu ihr gehören mehr als 80 Gattungen mit 525 Arten, in der Mehrzahl Schlingpflanzen. Der tropische und subtropische Regenwald ist die Heimat der morphologisch vielgestaltigen Lianen, Kräuter, kleinen Bäume und Sträucher.

Die Gewächse bilden typische halbmondförmige Samen aus, die der Pflanzenfamilie den Namen gaben. Der bildhafte Name ist aus dem Griechischen abgeleitet, in dem Mene den Mond und Sperma den Samen bezeichnet. Extrakte und Auszüge aus diesen Pflanzen besitzen bis heute große Bedeutung in der Medizin. Die Indios Südamerikas stellten aus Extrakten von Blättern und Rinden der Mondsamengewächse für die Jagd das Pfeilgift Curare her. Beim Erhitzen des Fleisches zerfällt das Gift und wird für den Menschen unschädlich. Die Pflanzenfamilie systematisierte erstmals 1789 der französische Botaniker Antoine Laurent de Jussieu.

Blatt

Das Laub der Menispermaceae ist hell- bis mittelgrün, die Oberseite dezent blank. Die lang gestielten, bei den meisten Arten herz-, schild- und eiförmigen Blätter wachsen wechselständig und spiralig. Sie erreichen eine Größe von zehn bis zwanzig Zentimetern. Die Blattspreite ist in der Mehrzahl ungeteilt. Andere Arten besitzen drei- bis siebenlappige Blätter. Die Nervatur verläuft fingerförmig. Mondsamengewächse besitzen keine Nebenblätter. Sie sind laubabwerfend.

Blüte

Pflanzen aus der Familie der Mondsamengewächse bilden kleine zwei- bis dreigliedrige Blüten aus, die achselständig stehen. Die Blüten sind diözisch, zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Die unscheinbaren, eingeschlechtlichen Blüten sind grünlich weiß bis hellbraun. Die einfache Blütenhülle setzt sich aus mehreren dreizähligen Blattkreisen zusammen, in der Mehrzahl der Arten zwei Kelch- und drei Kronblatt-Kreise. Die Anzahl von Kron- und Kelchblättern ist identisch. Die Frucht- und Staubblätter bilden ein- bis dreizählige Wirtel. Die rispigen Blütenstände entstehen direkt an den holzigen Zweigen und erreichen eine Länge von bis zu 40 Zentimetern.

Frucht

Menispermaceae bilden aus den Fruchtblättern artabhängig kleine rote und schwarze Steinfrüchte mit einer durchschnittlichen Größe von einem Zentimeter. Sie besitzen eine fleischige, saftige Außenhülle. Die Samen sind hufeisen- bis sichelförmig und erinnern an einen Halbmond. Sie übertragen ihre typischen Konturen auf die in jedem Fall einsamigen Früchte. Die roten Früchte einiger im Sudan, in Zaire und Simbabwe vorkommender Arten dienen als proteinhaltige Nahrungsquelle. Sie enthalten das extrem süß schmeckende Monellin.
Eine in Südostasien beheimatete Art der Mondsamengewächse bildet kleine, rote Früchte aus, die unter den Namen Fischkörner und Kokkelskörner bekannt sind. Sie enthalten das Nervengift Pikrotoxin, das die einheimische Bevölkerung zum Betäuben von Fischen nutzt.

Wuchs

Mondsamengewächse sind laubabwerfende, kletternde Lianen und Sträucher. Die ausdauernden, verholzenden Pflanzen sind erstaunlich schnellwüchsig. In Trockenperioden bilden viele Arten bis zu zehn Meter lange Luftwurzeln aus. Die Schlingpflanzen überragen an günstigen Standorten höchste Bäume. Die große Artenvielfalt der Menispermaceae bietet viele morphologische Varianten der faszinierenden Gewächse. Nur wenige Arten der Familie der Menispermaceae treten in der Wuchsform von Kräutern und kleinen Bäumen auf. Zwei Arten der Mondsamengewächse sind sukkulent.

Standort

Mondsamengewächse bevorzugen sonnige bis halbschattige, feuchte Standorte. Die anspruchslosen Pflanzen lieben gut durchlässiges, nährstoffreiches, humoses Substrat und Temperaturen zwischen 20 °C und 30 °C.

Verbreitung

Die bedeutendsten Vorkommen von Mondsamengewächsen finden sich in den Tiefebenen pantropischer Regenwälder. In Afrika, China, Indien, Myanmar, Thailand, auf den Philippinen und Japan gehören die Pflanzen zur heimischen Flora. Eine geringe Anzahl von Arten kommt in gemäßigten Breiten wie Kanada, dem Norden und Süden der Vereinigten Staaten und Australien vor.

Bestimmte Arten der winterharten, verholzenden Schlingpflanzen Nordamerikas und Ostasiens eignen sich für die Kultur in Mitteleuropa. Ihre herzförmigen, attraktiven Blätter sind mittelgroß. Sie tragen Trauben gelbgrüner Blüten und blauschwarze, giftige Blüten, die an Weintrauben erinnern. Eindrucksvoll ist die goldgelbe Laubfarbe im Herbst. Fossile Funde in Grönland verweisen auf ein Vorkommen von Menispermaceae Pflanzen im Tertiär und in der Kreidezeit.

Nutzung

Pflanzen der Familie der Mondsamengewächse enthalten Alkaloide, die als Gift und Heilmittel wertvolle Dienste leisten. Neben dem Ausstatten von Pfeilen und Speeren zur Jagd und zum Fischfang besitzen die Alkaloide der Menispermaceae in der Hauptsache medizinische Bedeutung. Das krampfauslösende Nervengift Pikrotoxin ist Grundlage zum Herstellen von Arzneimitteln. Der eingedickte, wässerige Extrakt bestimmter Arten liefert die muskelrelaxierende Droge Curare, die bei Operationen wertvolle Dienste leistet. Guduchi, eine Pflanzenart aus der Familie der Mondsamengewächse, ist bis heute eine der bedeutendsten Anti-Aging-Pflanzen des indischen Ayurveda. Die Früchte monellinhaltiger afrikanischer Mondsamengewächse sind ein wertvolles, proteinreiches Nahrungsmittel.

Pflege/Schnitt

Mondsamengewächse sind genügsam und benötigen keinen Pflegeaufwand. Allerdings ist gleichmäßige Wärme im Bereich zwischen 20°C und 30°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit von Vorteil. Bei der Kultivierung kleinerer Arten als Zimmerpflanzen empfiehlt es sich, die Pflanzen regelmäßig mit lauwarmem Wasser zu besprühen.
Gärtner und Pflanzenliebhaber vermehren die Gewächse durch Stecklinge. Dabei ist Geduld vonnöten. Es kann 15 Monate dauern, bis die Stecklinge austreiben. Danach beeindrucken sie durch rasante Wuchsfreude. Ein Rückschnitt ergibt sich aus dem zur Verfügung stehenden Platzangebot.

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