Die Claro Walnuss, die auch als Kalifornische Schwarznuss und als Hindsnuss bezeichnet wird, ist eine Walnussart, die ursprünglich ausschließlich in den westlich gelegenen US-amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien und im Jackson County in Oregon vorkam. Selbst dort war diese Art um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch recht selten. Vor etwa 150 Jahren entdeckte man ihre Eignung als Pfropfunterlage für die europäische Echte Walnuss, botanisch Juglans regia, und baute die Claro Walnuss zu diesem Zweck verstärkt an. So verwilderte die Art und bürgerte sich ein. Es entstanden zudem Hybriden mit der Echten Walnuss. Inzwischen ist Juglans hindsii in Kalifornien ein bedeutsamer Wirtschaftfaktor für die Walnussproduktion. Aufgrund seiner guten Verarbeitungseigenschaften, dem geraden Faserverlauf und seiner schönen Optik mit Kernholzfarben von Hellbraun bis Schokobraun ist das Holz dieses Walnussbaums für die Herstellung von exklusiven Möbeln und Furnieren außerordentlich gefragt. Die eiförmigen oder kugeligen, etwa drei Zentimeter großen Nüsse der Claro Walnuss mit ihrer glatten oder leicht gerippten Schale sind ebenfalls essbar. Sie schmecken nussig, würzig und leicht süßlich. Die Nussfrüchte können roh verzehrt, geröstet und zum Backen verwendet werden. Die Claro Walnuss ist trockenheitsverträglich, was sie als Klimabaum interessant macht.
In freier Natur kann die Claro Walnuss Wuchshöhen von 20 Metern und mehr sowie stattliche Kronendurchmesser von um die zehn Meter erreichen. Bei einer Kultur als Zierbaum im Garten werden die Wuchshöhen wohl kaum zehn Meter, bei einem jährlichen Zuwachs zwischen 30 und 60 Zentimetern, übersteigen. Die Hindsnuss hat eine hellgraue bis mittelgraue Borke, die in schuppigen oder glatten Platten absplittert. Die beeindruckenden, unpaarig gefiederten Blätter mit ihren oval zugespitzten, lanzettlich bis dreieckigen, gezähnten Einzelblättern können bis zu über 40 Zentimeter lang werden. Die Blattoberseite der mittelgrünen, aromatisch duftenden Blätter ist kahl oder geschuppt und die Blattunterseite kann mit Haaren besetzt sein. Im April und Mai bilden sich an den Zweigen bis zu 15 Zentimeter lange männliche Kätzchen, die gern von Hummeln, Bienen und anderen Nützlingen angeflogen werden. Die Claro Walnuss hat ein tiefreichendes Pfahlwurzelsystem, welches ihre Trockenheitsverträglichkeit erklärt. Der sommergrüne Baum benötigt einen trockenen bis frischen, kiesigen oder steinigen, tiefgründigen, humosen, nährstoffreichen, normalen Gartenboden, in dem sich keine Nässe staut. Der Standort für die Pflanzung sollte offen, sonnig oder nur gering beschattet sein, damit sich der Nussbaum frei entfalten kann.
Juglans hindsii verdankt ihren Namen dem amerikanischen Botaniker Richard Brinsley Hinds, der den Baum, der zuvor lediglich als Varietät der Kalifornischen Walnuss, botanisch Juglans california, galt, im Jahr 1837 entdeckte und als eigene Art beschrieb. Spätere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten, dass es sich bei der Claro Walnuss um eine eigene Art handelt. Sie gehört zur Ordnung der Buchenartigen, zur Familie der Walnussgewächse und zur Gattung der Walnüsse. Trotz ihre Herkunft aus wärmeren Regionen verfügt der Walnussbaum über eine gute, hierzulande vollkommen ausreichende Winterhärte. Ist die Claro Walnuss einmal etabliert, stellt sie kaum Ansprüche. Schnittmaßnahmen sind nicht erforderlich. Das Laub des Nussbaums kann kompostiert oder als Mulch verwendet werden, um die Qualität des Gartenbodens zu verbessern. Sollten die Nüssen vom Menschen verschmäht werden, bleiben sie eine willkommene Nahrungsquelle für Vögel und kleine Säugetiere, wie Eichhörnchen oder Mäuse.
