Das Chinesische Süßholz, das aufgrund seiner Herkunft nicht nur aus China, sondern auch aus dem Ural-Gebirge auch Ural-Süßholz genannt wird, ist eine mehrjährige, robuste, krautige Pflanze mit einer Pfahlwurzel. Die süß schmeckende Wurzel ist vor allem in China der Grund dafür, Glycyrrhiza uralensis zu kultivieren, denn die Pflanze wird in der traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Sie enthält den Wirkstoff Glycyrrhiza, der angeblich 50 mal süßer als Zucker und ein Hauptbestandteil der Lakritze ist. Die Wurzeln werden nach der Wachstumszeit von zwei bis drei Jahren im späten Herbst oder frühen Winter geerntet, denn dann ist die Konzentration des Wirkstoffs am höchsten. Es ist nicht die Süßkraft allein, welche die Wurzel so wertvoll macht. Das Chinesische Süßholz ist eine alte Heilpflanze, deren Inhaltsstoff bei Magenleiden, erhöhtem Blutzucker, Erkältung, Husten und Heiserkeit, Fieber sowie bei Haut-, Gallen- und Leberproblemen wirksam ist. Aus der Wurzel kann ein Extrakt gewonnen oder ein Tee zubereitet werden.
Das Chinesische Süßholz gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler, zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler und zur Gattung der Süßhölzer mit etwa 20 Arten, die überwiegend in Asien und Europa, etwa im Mittelmeerraum, vorkommen. Einige wenige Süßholzarten sind auch in Amerika und Australien beheimatet. Glycyrrhiza uralensis kann in freier Natur Wuchshöhen von 150 Zentimetern erreichen. Bei einer Kultur in heimischen Gärten oder in einem größeren Pflanzgefäß werden die Pflanzen nicht ganz so hoch und wachsen buschig bis 80 Zentimeter in die Breite. Das Chinesische Süßholz ist auch deshalb nützlich, weil die Pflanze mit ihren zahlreichen, zarten, duftenden Schmetterlingsblüten in weißen und rosavioletten Tönen im Sommer zahlreiche Bestäuber anlockt und für Biodiversität sorgt. Doch das Ural-Süßholz ist nicht nur einen nützliche, sondern ebenso eine schöne Gartenpflanze. Neben den den elegante Schmetterlingsblüten, die in lockeren Trauben stehen, punktet sie mit ihrem attraktiven, grau-grün glänzenden Laub, das an gefiedert-blättrigen Rispen steht und ein wenig an das gefächerte Laub von Lupinen oder an die Blätter von Robinien erinnert. Die einzelnen Blätter sind oval zugespitzt, glattrandig, fein geädert und elegant gewellt. Die trockenheitsverträgliche Pflanze entwickelt ein tief reichendes und weit verzweigtes Wurzelsystem. Im Herbst entstehen aus den Blüten Hülsenfrüchte, welche die Samen enthalten.
Das Chinesische Süßholz bevorzugt einen lehmigen bis sandigen, trockenen bis frischen, neutralen bis leicht alkalischen, humosen, nährstoffreichen, tiefgründigen Gartenboden an einem warmen und sonnigen Standort. Der Boden sollte in jedem Fall gut durchlässig sein, denn Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da sie zur Wurzelfäule führt. Glycyrrhiza uralensis erfordert, außer einer regelmäßigen Bodenpflege, kaum Pflegemaßnahmen. Die Heilpflanze des Jahres 2012 ist bis -15° C nur bedingt winterhart. Es empfiehlt sich deshalb ein Winterschutz. In kalten Regionen sollte die Pflanze in Kübelkultur gehalten und in frostfreien Innenräumen überwintert werden. In kalten Wintern kann sich die langlebige Pflanze bei einer Kultur im Freien zurückziehen. Der bodennahe Rückschnitt des Halbstrauchs, der einen geringen Wasserbedarf hat und nicht zusätzlich gedüngt werden muss, erfolgt im Frühjahr nach den letzten Frösten. Das Chinesische Süßholz passt gut in einen Kräutergarten, in dem es mit mediterranen Kräutern und Stauden, wie Rosmarin, Lavendel, Salbei, Thymian, Ysop, Beinwell, Kamille, Alant, Melisse und Malven, optisch ansprechen und küchenfreundlich kombiniert werden kann.





