Die Chinesische Gleditschie, die auch als Chinesischer Lederhülsenbaum oder Falscher Christusdorn bezeichnet wird, ist bislang eine Rarität in heimischen Gärten, die es noch zu entdecken gilt. Der hitze- und trockenheitsverträgliche Kleinbaum oder Großstrauch ist als Klimagehölz im Gespräch. Er benötigt und liebt einen sonnigen oder wenig beschatteten, vor kalten Winden geschützten Standort. Der Laubbaum verfügt über eine solide Winterhärte bis -20° C. Die Ansprüche von Gleditsia sinensis an den Boden sind keine große Herausforderung. Der Boden sollte trocken bis frisch, sandig bis lehmig, normal, humos, schwach alkalisch bis schwach sauer, nährstoffreich und vor allem gut durchlässig sein, den Staunässe verträgt der exotische Baum, der am besten als Solitär auf eine freie und unbeschattete Fläche gepflanzt wird, nicht. Er passt gut in einen asiatisch inspirierten Garten, verträgt sich aber auch mit heimischen oder anderen exotischen Gehölzen und Stauden in der Nachbarschaft. Die Chinesische Gleditschie erreicht in unseren Breiten Wuchshöhen von maximal sieben Metern, und das erst nach Jahren. In seinen Herkunftsgebieten kann der Baum bis zu 25 Meter hoch werden.
Die ursprüngliche Heimat ist China, wo die Chinesische Gleditschie in Tälern, auf Berghängen und in Wäldern in Höhenlagen bis zu 2.500 Metern auf eher trockenen, nährstoffreichen, sandig-lehmigen oder kiesigen Böden gedeiht. In Indien und Korea wird die Chinesische Gleditschie inzwischen kultiviert. Sie gehört zur Ordnung der Schmetterlingsblütler, zur Familie der Hülsenfrüchtler und zur Unterfamilie der Johannisbrotgewächse. Weiter Arten derselben Gattung existieren in anderen Gebieten Asiens, in Afrika sowie in Nord- und Südamerika. Die Chinesische Gleditschie ist ein Blickfang in jedem Garten. Das schöne Laub in einem frischen gelblichen Grün setzt sich aus oval lanzettlichen, schwach beflaumten, netzartig geäderten, 8- bis 16-fach gefiederten, bis zu 20 Zentimeter langen Blättern zusammen. Ab Mitte April erscheinen die bis zu zehn Zentimeter langen Blütenstände mit ihren zahlreichen, männlichen gelblich-grünen und weiblichen weißen, eher unauffälligen kleinen Einzelblüten, die einen süßen Duft verströmen und anziehend auf Bienen, Hummeln und nützliche Schwebfliegen wirken. Vor allem die männlichen Blüten sind mit ihren weit herausragenden Staubblättern ein Magnet für Insekten. Ab Mai bis in den späten Herbst hinein entwickeln sich aus den Blüten die spektakulären Früchte. Dabei handelt es sich um rotbraune, bandförmige Hülsenfrüchte mit Längen von 15 bis 25 Zentimetern, die krumm oder auch verdreht sein können, welche eine feingrubig punktierte, holzige oder ledrige, gewölbte Hülse haben und zahlreiche abgeflachte Samen enthalten.
Einen gewissen Zierwert haben selbst die stielrunden, rotbraunen, verholzten, bis zu 15 Zentimeter langen Dornen dieses laubabwerfenden Baums, der nicht giftig ist. Sie ragen büschelförmig aus dem graubraunen Stamm heraus. In ihren Herkunftsgebieten gelten die gerösteten Samen als essbar. Von einem Selbstversuch raten wir dennoch ab. Der Wuchs von Gleditsia sinensis kann durch einen gelegentlichen Rückschnitt gelenkt und kontrolliert werden. In heißen und trockenen Phasen im Sommer sollte der mehrjährige Chinesische Lederhülsenbaum alle zwei bis drei Wochen mit Wasser tiefgründig versorgt werden. Frisch gepflanzt benötigt der junge Baum regelmäßige und häufigere Wassergaben, um sich zu etablieren. Im Frühjahr stimuliert eine genau bemessene Düngung mit einem stickstoffhaltigen Dünger das Laubwachstum der Chinesische Gleditschie. Jungpflanzen sollten halbjährig gedüngt werden.
